Das Problem Statement im Design Thinking – So geht's!
Das Problem Statement ist eine Methode aus dem Design Thinking und unterstützt Dich dabei, Deine in der Problemanalyse gesammelten Erkenntnisse auf den Punkt zu bringen.
Häufig wird das Problem Statement auch als Basis für eine How-might-we-Frage genutzt. Und genauso wie diese schließt auch das Problem Statement den Problemraum (und öffnet den Lösungsraum), weil Du damit Deinen Standpunkt definierst.
Ein gutes Problem Statement hilft Dir außerdem dabei, den Erfolg (oder Misserfolg) Deiner späteren Prototypen und Minimum Viable Products zu ermessen.
4 Elemente eines guten Problem Statements
Wenn Du ein Problem Statement formulieren möchtest, solltest Du darauf achten, vier wichtige Elemente zu berücksichtigen:
- Was ist das Problem (und warum ist es ein Problem)?
- Wer hat das Problem?
- Wann und wo tritt das Problem auf?
- Wie wird des heute gelöst?
Was ist das Problem und warum ist es ein Problem?
Als Erstes musst Du natürlich das Problem benennen können. (Soweit so offensichtlich. 😉)
Wer hat das Problem?
Zweitens musst Du für ein gutes Problem Statement auch klar sagen können, wer das Problem überhaupt hat. Also, wer sind die Menschen, für die Du eine Lösung entdecken möchtest?
Benenne Deine Nutzer so klar und präzise wie möglich.
Wann und wo tritt das Problem auf?
Drittens solltest Du für Dein Problem Statement den Kontext berücksichtigen, in dem es auftritt. Welchen Job to be Done möchte Deine Zielgruppe erledigen und in welchen Situationen geschieht das?
Sind Deine Nutzer alleine und Zuhause? Oder gemeinsam mit anderen unterwegs im Auto? Im Zug? Bei einer Radtour mit schlechtem Netz?
Wie wird das Problem heute gelöst?
Viertens solltest Du wissen, welche Lösung aktuell von Deinen Nutzern verwendet wird, um das Problem zu lösen bzw. den Job to Be Done zu erledigen.
Falls Du bei Deiner Recherche allerdings bemerkt hast, dass gar keine Lösung existiert, dann könnte das ein Hinweis darauf sein, dass Deinen Nutzern das Problem gar nicht wichtig genug ist. Sonst hätten sie nämlich schon einen Workaround entwickelt.
Template zur Entwicklung Deines Problem Statements
Wenn Du Dein eigenes Problem Statement entwickeln willst, kannst Du dazu ein einfaches Template nutzen, auf dem die oben genannten Fragestellungen abgebildet sind. Mit Post-its notierst Du dann alle wichtigen Informationen, die Du in den vorangegangenen Design Thinking Phasen entdeckt hast.
Der Trick bei dieser Übung besteht vor allem darin, nicht nur ein einziges Problem Statement zu formulieren, sondern viele verschiedene.
Wenn Du in den beiden vorangegangenen Phasen (Kontext verstehen und Menschen beobachten) gut gearbeitet hast, sollte es Dir nicht schwerfallen, 8 bis 10 wichtige Probleme entdeckt zu haben. Falls doch, ist das ein Hinweis darauf, dass Du vielleicht noch ein wenig umfassender recherchieren und beobachten musst.
💡
Entscheide Dich abschließend für dasjenige Problem Statement, das die Herausforderung am besten auf den Punkt bringt bzw. das Du für Deine Zwecke am vielversprechendsten hältst.
Aufbau des finalen Problem Statements
Nachdem Du das Template verwendet hast, um Dich für den besten Kandidaten zu entscheiden, solltest Du Dein Problem Statement noch ausformulieren.
Dazu kannst Du das folgende Schema verwenden, mit dem Du Dein Problem Statement direkt in eine How-might-we-Frage verwandeln kannst.
Wie Du siehst, orientiert sich diese Art des Problem Statements am Customer Segment aus dem Value Proposition Canvas von Alexander Osterwalder und fokussiert sich auf die Jobs , Pains & Gains der Nutzergruppe.
Das obige Beispiel könnte als fertiges Problem Statement folgendermaßen aussehen:
💭
Wie könnte ich die Entwicklung neuer Angebote für Solopreneure neu gestalten, damit sie möglichst schnell & einfach herausfinden, ob ihre neue Produktidee funktioniert, und das Risiko eines Fehlschlags minimiert wird?
Job Stories als Alternative zum Problem Statement
Wenn Dir die Formel für das Problem Statement nicht zusagt, kannst Du auch eine Job Story dazu nutzen. Diese ist ähnlich aufgebaut, aber noch sehr viel strukturierter. (Allerdings verliert sie kein Wort über Deine Nutzergruppe, sodass Du Dir dazu auf jeden Fall eine Notiz machen solltest.)
Der Aufbau der Job Story ist wie folgt:
| Element der Job Story | Formulierungs-Hilfe |
|---|---|
| Job Stage (oder Trigger) | Wenn (ich)... |
| Clarifier | während... |
| Micro Job bzw. JTBD | dann... |
| Customer Gain (Outcome oder Need) | Und zwar so, dass (ich)... |
| Current Solution & Workaround | Derzeit nutze ich dazu... |
| Customer Pains | Daraus entstehen für mich folgende Probleme & Herausforderungen |
Wie Du eine Job Story entwickelst, erfährst Du in diesem Beitrag:
Mit der Job Story zu mehr KundenfokusEine Jobs Story hilft Dir, die Ergebnisse Deiner Interviews präzise festhalten und ein genaues Bild von der Lebenswelt Deiner Kunden zeichnen.scamperLars Richter
Discussion in the ATmosphere