Du hast immer eine Wahl
Da bin ich wieder ─ mit einem Gedanken, den ich heute mit dir teilen möchte.
Puuh – ein Newsletter an Karfreitag? Das ist selbst für mich harter Tobak. Und doch – ich drücke mich nicht. Ich stelle mich der Herausforderung. Kann ich dir an Karfreitag ─ dem Tag, der für viele Christen für den Tod schlechthin steht ─ etwas mitgeben? Ja. Ich kann.
Karfreitag ist für viele von uns ein besonderer Tag. Für mich steht er für eine grundlegende Entscheidung. Eine Entscheidung, vor die wir alle im Laufe unseres Lebens gestellt werden ─ ohne, dass wir uns dessen bewusst sind. Vor die auch du immer wieder gestellt wirst.
Karfreitag steht für mich für eine Wahl. Und für den Preis, den ich für diese Wahl zu zahlen bereit bin. Jesus hat diese Wahl getroffen und den größten Preis gezahlt, den wir als Menschen zahlen können. Er zahlte mit seinem Leben.
Das macht es so besonders. Er hat eine bewusste Wahl getroffen. Er hätte in der Masse untertauchen können. Er hätte sich für das Leben entscheiden können. Dazu hätte er dem tiefen, inneren Wissen, das ihn zu dem machte, der er war – er hätte seiner tiefsten Wahrheit - abschwören müssen. Und dazu war er nicht bereit…
Wenn Jesus vor dem jüdischen Hohepriester und vor Pontius Pilatus auf die Fragen: “Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?“ „Bist du der König der Juden?“ mit „Nein“ geantwortet hätte, wenn er all dem abgeschworen hätte……und geantwortet hätte: „Ich bin nicht der Messias.“ „Ich bin nicht der Sohn Gottes.“ „Ich erhebe keinen Anspruch auf ein Königtum.“
Wäre er nicht gekreuzigt worden. Dann wären der Tatbestand der Gotteslästerung für die Jüdischen Hohepriester und die Gefahr eines politischen Aufstandes für das Römische Weltreich vom Tisch gewesen.
Wir alle wissen. Er hat sich anders entschieden. Und er ist für seine Wahl gekreuzigt worden.
Du und ich. Wir stehen auch oft vor einer Wahl. Selten sind wir uns dessen bewusst. Wir sagen dann meist: „Ich habe keine Wahl!“ Das ist nicht wahr! Wir haben eine Wahl. Immer! Wir sind nur nicht bereit den Preis zu zahlen, den uns die Wahl kosten würde.
Wie oft stehen wir nicht zu unserer innersten Wahrheit? Nicht zu unserem tiefsten Bedürfnis? Wie oft verraten wir uns selbst ─ um nicht gekreuzigt zu werden?
Du und ich. Wir haben immer eine Wahl. Und manchmal sind wir schlicht nicht bereit den Preis für die Wahl, die wir tief im Herzen gerne treffen würden, zu zahlen. Da ist überhaupt nichts falsch daran. Das kann sehr gesund und goldrichtig sein.
Ich bitte dich nur darum. Wann immer du kannst, mache eine bewusste Wahl daraus. Sei ehrlich zu dir. Dann bist du in innerem Frieden. Dann zerreißt es dich nicht und frisst und bohrt nicht im Verborgenen.
Heute ─ an Karfreitag teile ich ein sehr persönliches Beispiel mit dir: Ich durfte 40 gemeinsame Jahre mit meinem Mann teilen. Und die meisten davon waren sehr glücklich. Und doch gab es Tage und Wochen, die schwer waren. In denen ich verletzt und unglücklich war. In denen ich die Beziehung in Frage stellte. UND ich traf die bewusste Wahl zu bleiben. Weil ich nicht bereit war den Preis der Trennung zu zahlen. Weil die Liebe größer war. Weil ich wusste, er ist zu 90 % mein Traummann und 100% wird es nicht geben. Sonst wäre kein Wachstum möglich.
Das war eine bewusste Entscheidung und eine gute Wahl, die ich nie bereut habe und mit der ich vollkommen in Frieden bin.
Ich habe nie wieder den Satz verwendet: „Ich habe keine Wahl.“ Denn ich habe immer eine Wahl. Sie kostet immer einen Preis. Keine Wahl ist auch eine Wahl und sie kostet auch einen Preis.
Deshalb – mach eine bewusste Wahl daraus. Dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass du sie nicht bedauern wirst. Und wenn du sie eines Tages bedauern solltest … wähle neu.
Danke, dass ich diese Gedanken mit dir teilen durfte. Auch und ganz besonders an Karfreitag. Ich geh jetzt leben. Und du?
Herzliche Grüße Mona
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