Rüstung runter!
Da bin ich wieder ─ mit einem Gedanken, den ich heute mit dir teilen möchte.
Ist dir schon einmal aufgefallen, dass wir alle in unserem Alltag eine Art Rüstung tragen?
Sie ist außerordentlich wertvoll, denn sie hilft uns, andere Menschen auf Distanz zu halten. Nur Menschen, denen wir vertrauen, dürfen näher an uns herankommen, ohne dass wir uns unwohl fühlen.
Dies tun wir auch im nichtphysischen Bereich. Mit den Dingen, die wir von uns offenbaren. Vielleicht hast du dich gewundert, warum ich auf meiner Homepage so offen und ehrlich über mich selbst schreibe? Und mich damit angreifbar und verletzlich mache? Das hat einen Grund. Stell dir folgendes Bild vor:
Zwei schwerbewaffnete Ritter stehen einander gegenüber. Jeder trägt Schild und Schwert. Beide Schwerter sind gezückt – zum Kampf bereit. Doch beide wollen nicht wirklich kämpfen. Und beide haben große Angst verletzt zu werden. Darum tragen sie eine Rüstung. Damit ihnen im Falle eines Kampfes möglichst wenige Verletzungen zugefügt werden.
So stehen wir uns oft im Alltag gegenüber. Aber ─ eine echte Begegnung ist so nicht möglich. Wir tauschen höchstens Allmeines aus. Oberflächlichkeiten. Und das ist völlig okay so. Das hat dort seine Berechtigung.
Wenn wir uns aber wirklich begegnen wollen ─ von Mensch zu Mensch ─ dann muss einer zuerst das Schwert senken und das Visier öffnen. Einer muss bereit sein sich verletzlich zu machen, damit überhaupt Vertrauen entstehen kann.
Denn nur mit Vertrauen ist eine echte Begegnung möglich.
Und echte Begegnung ist der Moment, in dem unser Herz weit wird. Sie macht uns lebendig. Sie öffnet Räume. Sie erfüllt uns mit einem tiefen Glücksgefühl.
Echte Begegnung ist ein Geschenk. Vertrauen ist die Basis dafür.
Ich gebe einen Vertrauensvorschuss, indem ich mich zeige. Ohne Rüstung. Das ist das Signal, dass ich nicht angreifen werde und wir uns friedvoll auf Augenhöhe vollkommen echt, wahrhaftig und ungeschützt begegnen können. Das ist ein Angebot. Damit erlaube ich dem anderen ebenfalls seine Rüstung abzunehmen und sich als der Mensch zu zeigen, der er ist.
Dann entsteht etwas Magisches. Einzigartiges. Und beide spüren es. Diese Begegnung ist für beide Seiten kostbar. Sie verändert etwas. Auch für zukünftige Begegnungen.
Unsere Lebenszeit ist das Wertvollste, was wir haben!
Solche Begegnungen sind es, die bleiben.
Deshalb ─ fasse dir ein Herz und öffne hin und wieder deine Rüstung, wenn du willst, dass dein Herz atmen kann.
Soooo. Mehr Gedanken gibt's heute nicht von mir. Ich geh jetzt leben. Und du?
Herzliche Grüße Mona
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