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Eine Hymne an das Leben

Mona Gruber March 6, 2026
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Da bin ich wieder ─ mit einem Gedanken, den ich heute mit dir teilen möchte.

Seit Monaten lese ich immer wieder von Gisѐle Pelicot, der Französin, die fast 50 Jahre mit einem Mann verheiratet war, der sie ohne ihr Wissen jahrelang betäubt hat und fremden Männern zur Vergewaltigung anbot. Diese Frau beeindruckt mich sehr. Aus vielen Gründen. Einen will ich in diesem Newsletter herausgreifen.

„Eine Hymne an das Leben“ Das ist der Titel des Buches, das sie gerade geschrieben hat. Der Titel macht etwas mit mir. Weil Gisѐle Pelicot ihn gewählt hat ─ nach all dem Horror, den sie durchlebt hat und noch durchlebt. Nachdem ihr Leben in Scherben vor ihr lag und sie sich schnitt, egal wohin sie den Fuß auch setze. Nachdem sie erfahren hatte, was ihr Mann und über 50 ihr fremde Männer ihr über viele Jahre angetan hatten. Nachdem sie das Bildmaterial gesichtet hatte.

Sie hat der Dunkelheit, die sie zu verschlingen drohte, die Stirn geboten. Sie hat die Deutungshoheit über ihr Leben in ihre eigenen Hände genommen. Sie hatte die Stärke der Dunkelheit ins Gesicht zu sehen und sich für das Leben zu entscheiden. Sie ist 73 Jahre alt. Und sie hätte ihr restliches Leben als Opfer der Umstände, verhärmt und von Scham, Wut und Entsetzen gelähmt dahinvegetieren können. Sie hätte ihr restliches Leben dieser Erfahrung opfern können. Und damit hätte sie ihrem Mann und den übrigen Männern weiterhin die Macht über sich und ihr Leben gegeben. Indem sie ihnen das geopfert hätte, was ihr noch bleibt. Ihr Leben. Das Jetzt.

An diesem Punkt hat sie sich entschieden. Für das Leben. Für das Jetzt.

Und damit hat sie die Saat für eine gelingende Zukunft gelegt. Die ich ihr von ganzem Herzen wünsche. Ihre Vergangenheit kann sie nicht mehr ändern. Aber ihre Zukunft liegt in ihrer Hand. Genau wie die Geschichte, die sie über ihre Vergangenheit erzählt.

Auch hier hat sie für sich eine Entscheidung getroffen. Für das Leben. Dafür, dass in fast 50 Jahren Ehe deswegen nicht alles falsch war. Ja – diese Frau beeindruckt mich sehr. Ich wünsche uns allen ihre Größe und Stärke.

Diese Geschichte beinhaltet noch viel mehr Aspekte. Aber für heute will ich es gut sein lassen.

Denn Leben ist immer JETZT.

Danke, dass ich diese Gedanken mit dir teilen durfte. Ich geh jetzt leben. Und du?

Herzliche Grüße Mona

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