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Learn in Public – Der schnellste Weg hinzuzulernen

scamper.blog June 3, 2026
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Learning in Public ist eines von insgesamt zwölf Elementen aus Anne-Laure Le Cunffs Tiny Experiments. Und das aus gutem Grund: Denn zum einen hilft Dir öffentliches Lernen dabei, das Commitment auf Deinen PACT zu maximieren (weil Du öffentlich preisgibst, worauf Du Dich selbst verpflichtet hast). Und zum anderen beschleunigt Learning in Public Deine Lernreise, weil Du Dich für das Feedback und die Unterstützung anderer öffnest. (Im wahrsten Sinne des Wortes.)

Die allermeisten Solopreneure nutzen ihren Blog oder ihr Social-Media-Profil aber leider in erster Linie ausschließlich dazu, sich als "fertiger" Experte oder Expertin für ihre Zielgruppe zu präsentieren.

Alles ist auf Hochglanz poliert und mit Hilfe Künstlicher Intelligenz bis ins letzte Detail durchoptimiert. Aber dummerweise geht diese Rechnung nur sehr selten auf, weil Du Deinen Weg zum Experten dadurch nur unnötig verlangsamst.

Mach's doch wie Shawn Wang

Shawn Wang ging vollkommen anders vor, um zum Experten zu werden. Als Wang 2017 beschloss, die Finanzwelt hinter sich zu lassen und Softwareentwickler zu werden, stand er als Quereinsteiger vor einem recht klassischen Problem. Er merkte ziemlich schnell, dass ihn privates Lernen mit (Online-)Kursen, Büchern und persönlichen Notizen einfach nicht schnell genug voranbrachte.

Aber statt zu warten, bis er wirklich ein Experte war, begann er damit, seinen Lernprozess öffentlich zu teilen: Learning in Public war geboren.

Wang schrieb Blogbeiträge, Tutorials, erstellte Cheat-Sheets für React und arbeitete an GitHub-Repositories mit, wenn er sich neues Wissen zu einem Thema angeeignet hatte. Darüber hinaus engagierte er sich im Subreddit /r/ReactJS als Moderator und baute unter anderem die Svelte Society mit auf.

Wenn er vor einem Problem stand, stellte er seine Fragen öffentlich und bat Experten um Rat und Hilfe.

Im Internet kannst Du so viel lernen – und das zum geringen Preis Deines Egos.

Wenn Wang etwas nicht wusste oder einen Fehler machte, korrigierte er es öffentlich und lernte dadurch sehr viel schneller, als wenn er sich alles alleine im stillen Kämmerlein angeeignet hätte.

287 - 🧠 Learning in Public with SWYX🧠 Learning in Public with SWYXThunder Nerdsfrederick

"Learn in public" als Karrierebooster

Tatsächlich wurde dieses Vorgehen für Wang zu einem echten Karrierebooster. Denn durch sein öffentliches Lernen baute Wangs Webseite swyx eine enorme Sichtbarkeit auf. Unternehmen wurden schlicht durch seine wertvollen Beiträge auf ihn aufmerksam, was ihm einige sehr gut bezahlte Jobs bescherte.

Learning in Public in a nutshell

Du siehst also: Der Weg zum Experten besteht nicht unbedingt darin, es unter "Ausschluss der Öffentlichkeit" bis zur Perfektion zu bringen und dann mit einem Big Bang wie Phoenix aus der Asche aufzusteigen.

🎓

Vielmehr geht es darum, als Rookie zu starten und Learning in Public dazu zu nutzen, Dich auf Deiner Reise zum Experten von anderen Menschen begleiten und unterstützen zu lassen.

Learning in Public bedeutet, dass Du Deine unausgereiften Ideen mit anderen teilst und kein Geheimnis aus Deinen Fehlschlägen machst.

Im Grunde funktioniert Learning in Public wie ein Minimum Viable Product im Lean Startup – nur dass es hier nicht Dein Produkt, sondern Du selbst bist, der durch kontinuierliches Feedback immer besser wird.

Die Vorteile öffentlichen Lernens

Learning in Public bringt eine Menge Vorteile mit sich, die Du nicht unterschätzen solltest:

  • Du lernst durch Lehren.
  • Du ziehst anderer Lerner an wie ein Magnet.
  • Du erschaffst eine öffentliche Wissensdatenbank, von der Du und andere profitieren.
  • Du hilfst anderen dabei erfolgreich zu werden.

Vorteil #1: Du lernst durch Lehren

Einer der Effekte, die Learning in Public zum echten Lernbooster machen, ist der sogenannte Protegé-Effekt oder kurz: Lernen durch Lehren.

Schon seit den 80er Jahren ist belegt, dass wir uns Wissen besser aneignen, wenn wir wissen, dass wir die Inhalte später auch lehren müssen werden. Aber auch neuere Studien belegen, dass Studierende bis zu 30 % mehr Informationen behalten, wenn sie sich gleichzeitig darauf vorbereiten, diese Inhalte auch zu lehren.

Vorteil #2: Du ziehst andere Lerner an

Wenn Du über Deinen eigenen Schatten springst und öffentlich lernst, ziehst Du Gleichgesinnte an, die sich genauso für dieses Thema interessieren wie Du. Das müssen nicht nur andere Lerner sein, sondern im besten Fall wirst Du zum Magneten für andere Experten, die Dich als Mentor unterstützen.

Das Feedback, das Du durch Learning in Public erhältst, ist von unschätzbarem Wert für Dich, um Deine Fähigkeiten zu verbessern, Kurskorrekturen vorzunehmen und so immer besser zu werden.

Vorteil #3: Du erschaffst Deine eigene Wissensdatenbank

Learning in Public führt jedoch auch dazu, dass Du (gemeinsam mit anderen) eine durchsuchbare Wissensdatenbank erschaffst. Die kannst Du zum einen für Dich selbst nutzen; beispielsweise um ein bestimmtes Thema noch einmal nachzulesen oder zu vertiefen.

Zum anderen steht Deine Wissensdatenbank aber auch anderen Lernern zur Verfügung, die vielleicht noch ganz am Anfang ihrer Reise stehen. (Und so nicht die gleichen Fehler begehen müssen wie Du.)

Vorteil #4: Du machst andere erfolgreich

Hinzu kommt, dass Dein Wissen anderen dabei hilft, mit ihren eigenen Projekten und Vorhaben darauf aufzubauen. Sie müssen also nicht bei Adam und Eva anfangen, sondern können das, was Du begonnen hast, fortführen, verbessern und immer weiter vorantreiben.

Und von diesem Fortschritt anderer kannst Du selbst natürlich auch profitieren.

So startest Du Learning in Public

Tatsächlich ist es gar nicht so schwer, mit dem öffentlichen Lernen zu beginnen. Alles, was Du dazu brauchst, ist ein wenig Mut, um über den eigenen Schatten zu springen, und ein Internetanschluss.

Teile Deine Ideen, Herausforderungen & Learnings auf Social Media

Der einfachste Weg, mit Learning in Public zu beginnen, ist natürlich Social Media. Teile Deine Ideen und Fragen in sozialen Netzwerken und suche dort nach Menschen, die sich für die gleichen Themen interessieren wie Du.

Schreibe über Deine Fragen und Herausforderungen und finde heraus, wer Dir dabei seine Unterstützung anbietet. (Du wirst überrascht sein, wie viele Menschen bereit sind, ihr Wissen zu teilen und Dich unterstützen werden.)

Beginne einen eigenen Blog

Teile Deine Lernreise in einem eigenen Blog! Genau so ist zum Beispiel der Blog Ness Labs von Le Cunff entstanden. 2019 startete die Neurowissenschaftlerin ihren Blog als Learning in Public – heute betreibt sie einen Newsletter mit über 100.000 Abonnenten.

Erstelle den Content, den Du Dir gewünscht hättest, als Du selbst angefangen hast, Dich mit einem Thema zu beschäftigen.

Falls Du den Sprung ins kalte Wasser noch scheust und nicht mit jedem Thema direkt an die Öffentlichkeit gehen willst, kannst Du bestimmte Inhalte auch nur mit registrierten (oder sogar zahlenden) Mitgliedern Deines Blogs teilen.

Beispielsweise mach ich das so mit meinen OKR Chroniken. Weil ich dort einen sehr tiefen und sehr persönlichen Einblick in meine Arbeit mit Objectives & Key Results gebe, sind die Beiträge nicht für jeden sichtbar.

Falls Du diesen Weg einschlagen willst, empfehle ich Dir übrigens Ghost statt WordPress. Auch der scamper.blog wird mit Ghost betrieben.

Besuche Barcamps & Meetups

Barcamps und Meetups sind eine weitere gute Möglichkeit, Deine Lernthemen einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren und Dir Feedback zu holen. Meine persönliche Erfahrung ist, dass gerade diejenigen Barcamp-Sessions am meisten Anklang finden, bei denen jemand einfach nur eine Frage stellt , weil er oder sie bei einem Thema nicht weiterkommt.

Statt also die perfekte Präsentation vorzubereiten, kannst Du auch einfach Deine aktuelle Herausforderung teilen und Dir Impulse und Ideen holen, wie Du am besten weitermachen kannst.

Kurz gesagt

Learning in Public ist eine der effizientesten Methoden, schnell zu lernen, sichtbarer zu werden und gleichzeitig auch noch anderen Menschen dabei zu helfen, besser zu werden.

Fang klein an mit einem LinkedIn-Post, in dem Du eine Frage stellst oder eine Herausforderung teilst. Teile Deine Learnings und Herausforderungen in einer Barcamp-Session oder schreibe Blogartikel zu Themen, die Dich beschäftigen, aber auf die Du noch keine fertige Antwort hast.

Dazu musst Du weder anerkannter Experte sein, noch auf jede Frage eine Antwort haben. Du musst lediglich über Deinen eigenen Schatten springen.

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