iPhone-Display kaputt? 5 Reparaturmöglichkeiten und ihre Folgen für den Ebay-Wert
Einer der häufigsten iPhone-Defekte ist ein Display-Schaden. Oft bricht nur das Glas oder eine Display-Ecke, weil Ihnen das Gerät auf den Boden gefallen ist. Manchmal gibt es auch einen plötzlichen Display-Ausfall oder das Display zeigt einen farbigen Streifen. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Reparatur-Optionen, Sie sind für Reparaturen heute nicht mehr ausschließlich auf den Apple Store angewiesen.
Für Käufer eines gebrauchten iPhones entsteht dadurch aber später ein Problem: Die Qualität der unterschiedlichen Reparatur-Optionen variiert beträchtlich und viele Reparaturen sind nicht ohne Probleme.
Wollen Sie über Ebay ein gebrauchtes iPhone kaufen, sehen Sie in den Beschreibungen deshalb öfter merkwürdige Anmerkungen zum Display.
Bei auffällig günstigen iPhones findet man in der Beschreibung häufig Hinweise wie: „Display wurde ersetzt, seitdem funktioniert Face-ID nicht mehr“ oder „Akkuverbrauch seit der Reparatur erhöht“. Seriöse Verkäufer deklarieren solche Geräte dann meist ausdrücklich als „defekt“. Gerade auf Ebay sollte man auf solche Formulierungen besonders achten.
Hinter diesen Problemen stecken oft minderwertige Ersatzdisplays oder Fehler beim Einbau. Ob sich der Kauf trotzdem lohnt, lässt sich pauschal kaum beantworten – das hängt stark vom jeweiligen Gerät, dem Preis und dem tatsächlichen Schaden ab.
Ein defektes Display oder ein defektes Glas?
Was Sie bei Reparaturen unbedingt unterscheiden sollten: Ist der Bildschirm defekt oder das Glas? Vor dem Display eines iPhones befindet sich nämlich ein separates (billiges) Frontglas. Ist nur dieses Glas defekt, können Sie dieses Bauteil relativ günstig austauschen lassen. Das Ersatzglas ist deutlich günstiger als ein Display und die Reparatur kostet Sie bei einem günstigen Anbieter knapp hundert Euro.
Beste Qualität: Reparaturen bei Apple selbst
Keine Gedanken müssen Sie sich als Gebrauchtkäufer machen, wenn bei einem alten iPhone das Display im Apple Store ausgetauscht wurde. Die besten Ersatzteile und Reparaturen gibt es bei Apple selbst und den von Apple zertifizierten Reparaturbetrieben. Diese funktionieren nach dem Austausch wie neu.
Displayreparaturen sind bei Apple allerdings teuer, sofern Sie kein Apple Care gebucht haben. Bei einem iPhone 15 kostet die Reparatur eines Displays immerhin 339 Euro, bei einem iPhone 15 Pro Max stolze 489 Euro.
Vielen Besitzern ist das schlicht zu teuer – vor allem bei älteren iPhones, bei denen die Reparaturkosten schnell in die Nähe des Restwerts rücken. Oft fährt man wirtschaftlich besser damit, das Gerät unrepariert bei Ebay als „defekt“ zu verkaufen und stattdessen ein vergleichbares Gebrauchtgerät zu kaufen.
Ein iPhone mit defektem Display erzielt bei Ebay nämlich erstaunlich hohe Preise. Vermutlich planen viele der Käufer, das iPhone selbst zu reparieren…
Günstige Ersatz-Displays für ab 15 Euro
Kein Wunder, dass sich viele nach Alternativen zum teuren Apple Store umsehen. Hier gibt es gleich fünf Optionen! Original-Displays von Apple, Incell, Soft-OLED, Hard-OLED und gebrauchte Displays.
Besonders günstig ist ein Ersatz-Display mit IPS-Panel statt OLED. Ein solches, auch „Incell“ genanntes, Ersatz-Display für das iPhone 15 gibt es bei Aliexpress schon für knapp 22 Euro. Auch über Amazon erhalten Sie diese Displays für etwa 74 Euro ein Modell von Digi4u für das iPhone 15.
Kann man diese günstigen Ersatzteile empfehlen? Eigentlich nicht. Ein solches Display ist für manche Anwender abver vermutlich gänzlich ausreichend, gerade um ein altes iPhone 12 oder 13 weiter zu nutzen.
Bei manchen Händlern können Sie unter vier verschiedenen Display-Versionen für ein iPhone-Modell auswählen.
Stephan Wiesend
Es gibt nämlich einen Haken – sogar mehrere: Sie erhalten für diesen Preis kein OLED-Display von Samsung oder LG, sondern ein IPS-Panel eines oft unbekannten Herstellers aus China. Hier gibt es mehrere Qualitätsstufen, aber selbst die besten IPS-Panel sind technisch einem OLED-Display in vielen Bereichen unterlegen.
Es fängt mit der Helligkeit an: Oft schafft das Display nicht mehr die hohen Helligkeitswerte eines aktuellen iPhones. Auch die Auflösung ist niedriger und das Touchdisplay reagiert langsamer auf Eingaben. Laut Nutzern kann dies etwa beim Tippen von Text recht lästig sein.
Der Energieverbrauch ist ebenfalls höher, viele Nutzer berichten von einer deutlich kürzeren Akkulaufzeit. Das kann auch daran liegen, dass meist die automatische Helligkeitskorrektur nicht mehr funktioniert. Verkaufen Sie das Gerät später über Ebay, sollten Sie einen solchen Umbau besser angeben.
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Soft-OLED und Hard-OLED: Diese Panel-Typen gibt es ebenfalls
Bessere Bildqualität liefern OLED-Displays. Auch diese sind als Ersatzdisplays per Ebay, Amazon und Co. verfügbar. Hier gibt es ebenfalls mehrere Qualitätsstufen. Günstige OLED-Displays werden auch als „Hard-OLED“ bezeichnet, diese sind qualitativ nicht auf dem Niveau der Original-Displays.
Bessere Qualität versprechen „Soft-OLEDs“, die teilweise auch ProMotion unterstützen. Während Hard-OLEDs auf Glas basieren, nutzen Soft-OLEDs Kunststoff als Substratmaterial. Das sorgt für mehr Haltbarkeit, ist aber auch teurer. Ein solches Display für das iPhone 15 erhalten Sie etwa bei Amazon für 150 Euro.
All diese Displays von Drittherstellern werden aber vom System als fremdes Bauteil erkannt und in den Systemeinstellungen bemängelt. Das hat keine weiteren Konsequenzen, Gebrauchtkäufer werden aber auf einen solchen Einbau hingewiesen. Apple war hier früher strenger, hat aber die Einschränkungen für Ersatzteile von Dritten gelockert.
Alternativ gibt es deshalb einen regen Handel mit gebrauchten Displays – die mit neuem Displayglas wie neu wirken. Ein gutes gebrauchtes Display kann so gut wie das Original funktionieren – ist also unter Umständen die beste günstige Lösung. Noch teurere, aber gut unterstützte Original-Displays können Sie etwa beim Anbieter Sentrix bestellen. Durch den hohen Preis ist dann aber auch eine Reparatur im Apple Store kaum teurer.
Entscheidend für das Endergebnis ist aber vor allem der Einbau – der nicht so einfach ist.
Fehlende Funktionen nach dem Einbau
Der große Vorteil einer Display-Reparatur im Apple Store: Das iPhone funktioniert danach in der Regel wieder genauso wie zuvor – nur eben mit einem neuen Display. Bei Eigenreparaturen und günstigen Ersatzteilen hingegen kann schnell etwas schiefgehen, sei es bei der Funktionalität, der Bildqualität oder Features wie Face-ID.
Der Einbau ist nämlich recht anspruchsvoll und schon mancher hat hier ein filigranes Kabel beschädigt oder das Displayglas beim Einsetzen angeknackst. Das Resultat solcher Reparatur-Fehler können Sie oft in den Mängel-Beschreibungen auf Ebay verfolgen.
Gute Reparaturbetriebe haben dagegen meist das richtige Werkzeug und viel Erfahrung – und benötigen trotzdem einige Arbeitszeit. Eine Übersicht an Reparaturbetrieben für Ihren Wohnort finden Sie etwa über Google Maps. Manche Anbieter bieten gleich mehrere Display-Typen zur Auswahl an. So erhalten Sie in München bei der Phoneklinik bei der Reparatur eines iPhone 15 für 159 Euro ein Soft-OLED, für 349 Euro ein Original-Display.
Bei Repedia wird zusätzlich der Einbau eines IPS-Panels angeboten – für 129 Euro (und ein Akkuwechsel für 50 Euro Aufpreis). Auch über Ebay werden übrigens komplette Reparaturen angeboten, etwa von Anbietern wie Mobile Heroes.
Apple nutzt Spezial-Hardware für seine Reparaturen.
Apple
Es treten bei Ersatzdisplays einige typische Probleme auf: Die Face-ID-Sensoren sind sehr filigran. Machen Sie hier einen Fehler, funktioniert das komfortable Face-ID nicht mehr.
Auch True Tone geht oft verloren. Apple koppelt die Seriennummer des Displays an das Logikboard des iPhones. Damit die Funktion nach dem Einbau funktioniert, muss die Funktion über ein spezielles Tool von Apple aktiviert werden oder Sie müssen mit einem Spezialtool auf die Software zugreifen.
Ein weiterer typischer Mangel ist, dass die automatische Helligkeitskorrektur nicht mehr funktioniert. Wer True Tone und Helligkeitssteuerung nutzen will, benötigt eine kundige Werkstatt oder muss den offiziellen Weg über Apple gehen.
War das schon alles? Leider nein, auch die Wasserdichtigkeit geht durch den Einbau möglicherweise verloren. Außerdem ist die Haltbarkeit ungewiss und hängt von der Qualität des Displays und der korrekten Installation ab.
Bei einem Kauf eines gebrauchten Displays sollten Sie deshalb auf derartige Probleme achten. Allgemein ist etwa die Wasserdichtigkeit bei älteren iPhones nicht garantiert – allein schon durch das Alter der Dichtungen.
Fazit:
Es gibt gute Alternativen für die Reparatur eines Displays, auch sehr preiswerte Ersatz-Displays. Ich würde aber empfehlen, nicht zu sparsam zu sein und den Einbau des neuen Displays einem Reparaturbetrieb zu überlassen.
Viele bieten diese Dienstleistung etwa über Ebay an, hier sollten Sie aber auf Bewertungen und die genaue Beschreibung der Dienstleistung achten. Auch einen späteren Verkauf sollten Sie berücksichtigen: Ein neues Display müssen Sie bei einem Ebay-Verkauf in den Beschreibungen angeben.
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