Das iPhone Ultra wird sehr teuer – mit diesem Preis ist zu rechnen
Über das erste faltbare iPhone sickern immer mehr Informationen durch. Es soll vermutlich schon im September erscheinen, und zwar als “Booklet” im Buchformat – mit 5,5-Zoll-Außendisplay und 7,8-Zoll-Innendisplay. Der Bildschirm soll dabei quasi wie beim iPad Mini wirken, das Gehäusedesign dagegen an zwei verbundene iPhone Air. Angeblich könnte es außerdem statt iPhone Fold den Namen iPhone Ultra erhalten.
Über das vielleicht wichtigste Detail haben die Leaker aber noch keine Informationen: den Preis.
Dabei ist der Preis für den Erfolg vielleicht entscheidend. Ob sich das iPhone Fold am Markt durchsetzt, wird der künftige Apple-CEO John Ternus wohl schon bei der Produktvorstellung an der Reaktion des Keynote-Publikums auf den Preis erkennen können.
Das Publikum wird dann hoffentlich nicht so reagieren wie bei der Vision Pro oder dem damals von John Ternus präsentierten Pro Display XDR. Bei beiden Produkten war die spontane Reaktion auf den genannten Preis so negativ, dass sich der Misserfolg schon deutlich ankündigte.
Es ist wohl keine Übertreibung, dass der Erfolg des kommenden iPhone Fold vom Verkaufspreis abhängen wird. Ich bin mir sicher, Design und die Technik des kommenden iPhones werden erstklassig sein. Die Leistung und Effizienz werden dank Apples eigener CPUs überragend sein und dank des großen Displays könnte das Fold manches iPad ersetzen. Viele werden das Fold aber nur kaufen, wenn der Preis für sie akzeptabel ist.
Die Befürchtung, dass es Apple mit dem Preis übertreiben könnte, ist nicht unbegründet. So ist die Vision Pro nach meiner Meinung weniger an fehlenden Anwendungen oder technischen Unzulänglichkeiten gescheitert, sondern am viel zu hohen Preis von 3.699 Euro. Selbst für hart gesottene Apple-Fans war dies wohl einfach zu viel.
So könnte das iPhone Fold aussehenSubsy/MakerWorld
Das schätzen die Analysten und Leaker
Faltbare Geräte sind teuer. Alle Smartphones mit klappbarem Bildschirm sind bereits deutlich teurer als herkömmliche Modelle, das beliebte Galaxy Z Fold 7 kam für 1.889 Euro auf den Markt. Selbst das aktuell günstigste „Booklets“, das Honor Magic V5 bekommen Sie erst ab rund 1.300 Euro Straßenpreis. Ein Modell von Apple wird aber preislich deutlich höher liegen.
Die Schätzungen des Preises sind aber noch recht vage – Analysten der UBS tippen auf einen Preis von 1.800 bis 2.000 Dollar, liegen damit aber weit unter den Schätzungen anderer Quellen. So erwartet etwa Mark Gurman von Bloomberg einen Preis von über 2.000 Dollar, ebenso der Analyst Ming Chi Kuo. Allerdings lässt diese Schätzung viel Spielraum nach oben.
Mehr als 2.000 Dollar wird übrigens auch bei der Seite Kalshi erwartet, hier wetten über 52 Prozent auf einen Preis über 2.200 Dollar.
Eine Studie von Fubon Research tippt auf einen Preis von 2.399 Dollar, was nach meiner Meinung recht wahrscheinlich ist. Das ist aber der Preis in den USA – der Preis in Euro läge dann bei etwa 2.799 Euro – also etwa dem doppelten Preis eines iPhone 17 Pro Max.
Die Klagen werden dann vermutlich groß sein – vor allem in den sozialen Medien –, aber Apple wird wohl eisern an seinen hohen Renditen festhalten. Und schließlich hat Apple ja noch viele andere gute iPhone-Modelle im Angebot.
Es ist nämlich absehbar, dass neben dem kommenden iPhone Fold ein zeitgleich vorgestelltes iPhone 18 Pro Max geradezu günstig wirken wird und ein iPhone 18 Pro fast wie ein Sonderangebot.
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Warum so teuer? Ist ein Falt-Display wirklich so teuer?
Eines der bestgehüteten Geheimnisse von Apple sind die Kosten für Komponenten. Apple verhandelt direkt mit den Herstellern und kann dank hoher Stückzahlen oft große Rabatte aushandeln. Es gibt deshalb nur Schätzungen, was Apple für die Komponenten in seinen iPhones ausgeben muss. In jedem Fall erwartet Apple bei seinen Geräten eine hohe Rendite, was auch für das neue Top-Modell gelten wird.
So kostet nach einer Studie die Produktion eines iPhone 16 Apple knapp 416 Dollar. Allen die Assemblierung eines iPhone 16 (damaliger Ladenpreis 800 Dollar) kostet wohl 57 Dollar, die einzelnen Komponenten wie Display, Speicher und Modem weitere 359 Dollar. Ein iPhone-Display kostet dabei nur 65 Dollar, ein Booklet-Panel wird aber ungleich teurer.
Der Ladenpreis ist also etwa die Hälfte des Herstellungspreises. Das klingt fast nach „Übergewinn“, allerdings investiert Apple auch Unsummen in Vertrieb, Entwicklung und Marketing.
Die Komponenten sind aber nur deshalb so günstig, weil Apple sie in riesigen Stückzahlen kauft. Panels für das iPhone Fold sind aber nicht nur aufwendiger und teurer, Apple wird sie nur in deutlich geringeren Stückzahlen bestellen können – auch das erhöht den Preis.
Für ein aktuelles Panel muss man wohl eher mit 300 Dollar rechnen, also so viel wie für alle anderen Komponenten eines iPhone 16 zusammen. So zahlt auch Samsung laut Schätzungen für die Bauteile seines Samsung Z Fold etwa 759 Dollar. Nicht zu vergessen: Das Falt-Display wird vermutlich durch ein weiteres Front-Display mit 5,5 Zoll ergänzt – Apple muss also nicht nur ein Falt-Display, sondern ein herkömmliches Display verbauen – zusätzlich.
Aber auch die Kosten für Herstellung und Gehäuse sind wohl ungleich teurer als bei bisherigen Foldern. Das neue Display soll etwa ein faltenfreies Bild zeigen, was aber ein aufwendiges und teures Falt-System und ein kostspieliges Gehäuse voraussetzt – das angeblich aus teurem Titan bestehen wird. Laut Ming-Chi Kuo nutzt Apple etwa für das Scharnier ein spezielles Material der Firma Liquidmetal – in die Apple eigens investiert hat.
Auch das erhöht den Produktionspreis immens und ein Preis unter 2.000 Euro ist da kaum realistisch.
Folgekosten nicht vergessen
Auch die Reparaturkosten könnten ein Problem werden, wie die Fold-Modelle von Samsung zeigen: Besitzen Sie ein Galaxy Z Fold 7 und beschädigen Ihr Display, zahlen Sie für den Komplettaustausch stolze 559 Euro (falls nur das Panel getauscht werden muss, immerhin noch 429 Euro). Allerdings werden die Panels von Samsung selbst hergestellt, was niedrige Kosten möglich macht. Zum Vergleich: Ist bei einem Galaxy S26+ das Display defekt, kostet Sie dies nur 245 beziehungsweise 205 Euro – das ist weniger als die Hälfte.
Apple Care ist bei einem Gerät dieser Preisklasse dann wohl sinnvoll, aber auch recht kostspielig: Etwa 12 Euro pro Monat wird man wohl für einen Apple-Schutzbrief einkalkulieren müssen.
Es ist deshalb schon absehbar, dass Sie auf Ihr iPhone Fold besser gut achtgeben sollten!
Fazit
Für deutsche Kunden wird das iPhone Fold (oder Ultra) ein teurer Kauf. Ein Basispreis von 2.799 Euro ist für ein Smartphone grenzwertig. Zumindest in den konsumfreudigen USA wird das iPhone Fold wohl trotzdem ein großer Erfolg werden. Für den deutschen Markt bin ich mir da allerdings nicht so sicher.
Eines ist aber sicher: Statt zum iPhone Fold werden viele Kunden zum iPhone Pro oder Air greifen – was ganz im Interesse von Apple ist.
Discussion in the ATmosphere