Und er sagte zu ihnen: Weg mit euch! (Mt 8,32)
13 Woche im Jahreskreis Mittwoch
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Mt 8, 28–34
In jener Zeit, als Jesus an das andere Ufer kam, in das Gebiet der Gadarener, liefen ihm aus den Grabhöhlen zwei Besessene entgegen. Sie waren so gefährlich, dass niemand auf jenem Weg entlanggehen konnte. Und siehe, sie schrien: Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes? Bist du hierhergekommen, um uns vor der Zeit zu quälen? In einiger Entfernung weidete eine große Schweineherde. Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, dann schick uns in die Schweineherde! Und er sagte zu ihnen: Weg mit euch! Die aber fuhren aus und in die Schweine hinein. Und siehe, die ganze Herde stürmte den Abhang hinab in den See und kam in den Fluten um. Die Hirten aber flohen, liefen in die Stadt und erzählten alles, auch das, was mit den Besessenen geschehen war. Und siehe, die ganze Stadt zog hinaus, um Jesus zu begegnen; als sie ihn sahen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.
Tagesimpuls
Und er sagte zu ihnen: Weg mit euch!(Mt 8,32)
Hier erleben wir ein kurzes Befreiungsgebet. Wir können das auch beten, wenn wir uns auf Jesus berufen, also: „Im Namen Jesu, weg mit euch!“ Wir sind zwar nicht besessen, aber auch wir werden angegriffen von den bösen Mächten. Jede Versuchung ist ein solcher Angriff. Auch die Heiligen wurden angegriffen, auch Jesus wurde angegriffen. Wenn jemand sagt, dass er ein Befreiungsgebet braucht oder spricht, dann ist das kein Makel, sondern es ist etwas, womit jeder Mensch zu tun hat. Wir alle wollen frei sein vom Bösen. Jesus lehrt es uns im Vater unser zu beten: „Erlöse uns von dem Bösen!“
Und er sagte zu ihnen: Weg mit euch!
Es scheint so, dass böse Geister Lebewesen oder Objekte bewohnen können. Wir Menschen erleben es, wenn wir bedrängt oder versucht werden. Aber hier wird es von den Schweinen gesagt. An einer anderen Stelle sagt Jesus, dass ein ausgetriebener Dämon umherirrt und gerne wieder zurückkommen will. Niemand behauptet, dieses geheimnisvolle Wirken vollkommen verstehen zu können. Aber die Kirche hat in ihrer Tradition gelernt, dass man sich und alle Lebewesen und Objekte nachhaltig schützen kann durch Segnungen. Wenn die Dämonen in die Schweine gehen können, dann können sie auch in die Naturgewalten gehen. Daher machen wir den Wettersegen. Müssten wir vielleicht sogar einen Erdbebensegen machen? Wir segnen unsere Häuser und Gärten, ebenso die Autos. Schon viele sind auf die Idee gekommen, ihre Computer und elektronische Geräte zu segnen. Manche segnen ihre Medizin. Alles soll frei werden von dämonischen Einflüssen.
Und er sagte zu ihnen: Weg mit euch!
Manche sagen, ich würde zu sehr den Teufel und das Böse betonen. Ich meine, ich betone es nicht mehr und nicht weniger als Jesus. Jesus hat nicht ständig über diese Realität gesprochen, aber er hat es auch nicht verleugnet. Ich glaube, dass die Aussage, „überwindet das Böse durch das Gute!“, am besten charakterisiert, wie Jesus es meint. Wir sollen uns auf das Gute konzentrieren und im göttlichen Schutz gehen. Gebete wie z.B. den Wettersegen beten wir routinemäßig. Da konzentrieren wir uns nicht auf den Bösen. Wenn wir all das Gute regelmäßig machen würden, bräuchten wir weniger Befreiungsgebete. Aber wir brauchen sie doch, weil Menschen leiden. Und wenn wir im Namen Jesu helfen können, dann ist das nicht eine unangemessene Betonung des Bösen. Wer das vorwirft, der müsste uns auch vorwerfen, dass wir uns zu sehr auf die Sünde konzentrieren, wenn wir die Beichte praktizieren.
Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du uns lehrst, das Böse zu besiegen. Es will nicht nur uns, sondern auch alles um uns herum angreifen. Aber mit dir bekommen wir einen göttlichen Schutz. Und dafür danken wir dir!
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Pastor Roland Bohnen
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