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Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. (Joh 14,3)

Tagesimpuls [Unofficial] May 2, 2026
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05 Sonntag der Osterzeit

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes Joh 14, 1–12

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

Tagesimpuls

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.(Joh 14,3)

Jesus geht uns voraus in den Himmel, aber er kommt wieder, um uns abzuholen. Wie kommt er wieder, und wie holt er uns ab? Ich sehe sein Wiederkommen in der Eucharistie. Bei jeder Wandlung wird Jesus auf dem Altar geboren. In der Eucharistie haben wir seine geistige und leibhaftige Gegenwart. In den vierzig Tagen zwischen Ostern und Himmelfahrt gab es dazu noch die leibhaftigen Erscheinungen des Auferstandenen. Das hat insgesamt den Glauben daran, dass er wiederkommt und bei uns ist, gefördert und gefestigt. Insbesondere haben diese Erscheinungen den Glauben an die Eucharistie gefestigt.

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

Sein Wiederkommen und Bei-uns-Sein ist immer geheimnisvoll und geistlich. Es ist nicht erfahrbar wie andere innenweltlichen Realitäten. Es ist immer ein Zusammenwirken mit göttlicher Gnade, mit dem Wirken des Heiligen Geistes und mit unserem Glauben. Wenn jemand deswegen behauptet, es wäre nicht real, sondern nur von den Christen eingebildet, dann müsste er auch behaupten, dass die Liebe nicht real sei. Denn auch die Liebe kann man nicht wie einen Gegenstand sehen oder anfassen. Sie ist geistig und wird nur erfahrbar durch Glauben und Vertrauen, aber sie ist doch real.

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

Sein Wiederkommen ist also im Heiligen Geist erfahrbar. Aber es gibt noch eine andere geheimnisvolle Dimension dabei. Jesus ist bei uns, aber wir können ihn nicht festhalten. Er ist immer der Kommende, der sich Schenkende und in gewisser Hinsicht auch der Bleibende, aber zugleich entzieht er sich auch immer wieder und er kommt immer neu auf uns zu. Es ist wie der Atem, den wir nicht festhalten können, oder wie eine Quelle, die wir nicht in die Tasche stecken und mitnehmen können. Wir können immer an der Quelle trinken, aber wir können sie nie haben.

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

Diese Tatsache ist für uns kein Nachteil, sondern sie begründet in uns eine immerwährende liebende Aufmerksamkeit. Wir können den Weg mit dem sich immer neu schenkenden Jesus gehen. Er nimmt uns mit auf dem Weg zum Himmel. Den Weg kennen wir, denn er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Es ist nicht nur eine einzige Entscheidung, mit ihm zu gehen, uns von ihm auf diesem Weg führen zu lassen, sondern es ist eine ständige liebende Aufmerksamkeit, es sind viele immer wieder neue Entscheidungen. So geht er den Weg mit uns, so gehen wir unseren Weg mit ihm.

Gebet:

Jesus, du willst dich nicht entziehen, du willst uns nicht fern sein. Du bist zu uns gekommen und kommst immer auf uns zu. Aber wir können nur in deiner Nähe leben, wenn wir dich immer wieder suchen, wenn wir immer wieder unsere liebende Aufmerksamkeit auf dich richten. Danke, dass wir so ständig mit dir leben und unseren Weg gehen dürfen.

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Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org

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