Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. (Joh 10,27)
Tagesimpuls
April 28, 2026
04 Woche der Osterzeit Dienstag Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes Joh 10, 22–30 In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange hältst du uns noch hin? Wenn du der Christus bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins. Tagesimpuls Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. (Joh 10,27) Wir können die Stimme des Guten Hirten hören. Ich glaube, dass es die innere Stimme ist, die jeder Mensch in sich hat. Es kann nicht sein, dass Jesus etwas extrem Außergewöhnliches gemeint hat. Dass z.B. ein Mensch von einer Million einmal in seinem Leben die Stimme des Hirten hören würde, und alle anderen nie. Kann es überhaupt sein, dass Jesus gemeint hat, dass nur ganz wenige Menschen diese Stimme hören würden? Wäre das von Gott nicht ungerecht? Ich glaube, er hat uns alle dazu geschaffen und berufen, dass wir diese Stimme hören können. Durch die Erbsünde ist sie von anderen Stimmen überlagert. Aber seit Jesus gekommen ist und der Heilige Geist über alles Fleisch ausgegossen ist, ist diese Stimme wieder hörbar für uns Menschen. Je nachdem, wie sehr wir noch von der Sünde belastet sind, mag die Stimme schwächer geworden sein, aber sie ist nie ganz verschwunden. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich unterliege in meinem Leben Stimmungsschwankungen. Manchmal ist ein sehr großes Licht in mir, ich fühle mich glücklich. Ich weiß, dass ich ein sinnvolles Leben geschenkt bekommen habe und freue mich, dass ich in Gemeinschaft mit Jesus und mit seiner Herde leben darf. Das ist einfach schön! Es macht so glücklich. Ich weiß auch, dass ich durch den Dienst, den Gott mir aufgetragen hat, sehr glücklich werde. Ich erkenne, dass viele weltliche Vorstellungen, wie man das „Leben genießen“ müsste, mich gar nicht glücklich machen würden. Aber es gibt auch andere Zeiten, wo ich dieses Licht nicht so stark in mir habe, wo ich mich beklage über Schwierigkeiten, über zu viel Arbeit oder über die Schwächen von Mitmenschen (oder das, was ich als ihre Schwäche betrachte). In solchen Augenblicken ist mir die Stimme des Guten Hirten verloren gegangen. Dann muss ich wieder nach dieser Stimme suchen. Sobald ich sie wieder höre, kommt das Licht zurück und es geht mir besser. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Gott kann immer und überall zu mir sprechen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich anders für diese Stimme öffnen kann als dadurch, dass ich innere Einkehr halte, dass ich mir besondere Zeiten zum Gebet nehme. Wenn ich diese Zeiten nicht nehme, dann werde ich oberflächlich, dann ärgern mich alle möglichen Dinge, dann werde ich unzufrieden im wahrsten Sinne des Wortes: dann verlässt mich der Friede. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Die Stimme ist mir nicht fern. Sie ist in meinem Inneren. Ich kann mich jederzeit für sie öffnen. Wenn ich sage, dass Jesus hier nichts Ungewöhnliches gemeint hat, dann will ich nicht behaupten, dass es diese ganz ungewöhnlichen Wahrnehmungen der Stimme des Hirten nicht gäbe. Im Gegenteil! Gott kann auf ungewöhnliche Weise zu uns sprechen. Aber das darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir immer in unserem Inneren diese Stimme finden können. Wir dürfen dankbar sein für die besonderen ungewöhnlichen Momente, aber wir sollen auch dankbar sein dafür, dass wir den Guten Hirten immer in unserem Inneren finden können. Gebet: Jesus, ich habe mich zum Gebet zurückgezogen. Ich will jetzt deine Stimme hören. Danke, dass wir deine Stimme hören können. Vielleicht rufst du mich auf, jemandem zu verzeihen. Was auch immer du mir in meinem Inneren sagst, es ist der Weg, wie du mich glücklich machen willst. Pastor Roland Bohnen www.tagesimpuls.org Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastor.bohnen@kirche-selfkant.de www.kirche-selfkant.de
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