Musik-Experiment: Neues ausprobieren

Henning Uhle June 13, 2026
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Ich weiß noch nicht, wohin mich mein aktuelles Musik-Experiment führt. Aber ich habe da so ein Kribbeln in den Fingern, es herauszufinden. Das ist gerade so eine Zeit, in der ich mir einfach kein Ziel mehr setze und einfach mal herumprobiere. Kennt ihr das? Ich meine jetzt Hobbies: Man hat beim Malen eine neue Technik am Wickel oder so. Oder beim Schreiben probiert man mal was neues, um einfach nicht immer das Gleiche zu schreiben. So ist das auch bei der Musik. Was hat er denn schon wieder an der eigenen Musik auszusetzen? Ich musste einfach mal ein Musik-Experiment anfangen. Irgendwie ist in Sachen Melodic House und angrenzenden Genres die Luft raus. Da ich aber viel zu gern mit Melodien und Sounds herum fummle, will ich ja nicht einfach aufhören. Also bastle und klimpere und mische und experimentiere ich vor mich hin. Mir geht es einfach irgendwie darum, wieder den Elan zu spüren, als ich Melodic House für mich entdeckt hatte. Aber ehrlich gesagt, diese Musikrichtung engt mich immer mehr ein. Und das ist es eigentlich, was ich daran auszusetzen habe. Wer so meine Melodic House Helden Ben Böhmer, Nils Hoffmann oder Lane 8 verfolgt, wird irgendwie mitbekommen: Wo der entsprechende Name draufsteht, bekommt man auch exakt das, was zu dem Namen passt. Und irgendwie wird mir das zu eintönig. Klar, wer meiner Musik ausschließlich wegen Melodic House folgt, wird vielleicht enttäuscht sein. Aber mein aktuelles Musik-Experiment ist ja nicht dazu da, alles bisherige zu eliminieren. Wisst ihr, meine musikalische Herkunft ist nun mal etwas diffus. Meine Mutter war die Rocker-Lady, mein Vater der große Richard-Wagner-Fan, meine Oma spielte Akkordeon. Ich selbst habe Schlagzeug gelernt, mir später Keyboard und Musiktheorie selbst beigebracht und sogar mal kurz Gesangsunterricht gehabt. Ich habe alles mögliche an Musik gehört, vor allem aber Depeche Mode, The Cure, OMD, Sisters of Mercy. Und ich hatte meine Sturm-und-Drangzeit mitten im Eurodance. Klingt verrückt und nach gar keiner klaren Richtung? Joar, exakt so bin ich. Warum, oh wertes Publikum, sollte sich das nicht auch in der Musik widerspiegeln, die ich selbst fabriziere? Ich habe jetzt irgendwie lang genug Melodic House gemacht. Da ist die Luft wie gesagt raus. Da muss doch noch irgendwie mehr kommen. Und so probiere ich in der nächsten Zeit einfach mal aus, womit ich mich wohlfühlen könnte. Klar, deshalb wird es wohl in nächster Zeit weniger Musik von mir zu hören geben. Was ist denn nun dieses tolle Musik-Experiment? Tonarten, Modi, Tongeschlechter und so weiter und so fort sind nun einmal festgesetzte Regeln. Mein Musik-Experiment geht aber der Frage nach: Was passiert, wenn man diese Regeln einfach mal bricht? Martin Gore hat sich das ja auch zur Aufgabe gemacht. Da gibt es den Begriff „Gore-ism“. Wenn in „Enjoy the silence“ in der letzten Zeile des Refrains plötzlich ein H-Dur (B-Major) statt eines C-Moll kommt, dann ist das genau so ein Bruch von Regeln. Ich habe mit etwas angefangen, wo ich eigentlich den „Trans-Europa Express“ von Kraftwerk als Einfluss hernehmen wollte. Kraftwerk hatten zu der Zeit unfassbar viel mit Samples gearbeitet, und so fing ich halt auch damit an. Aber ziemlich schnell wurde klar: Nö, das ist sehr weit weg von Kraftwerk, dafür aber sehr nah an Depeche Mode der Neunziger. Und irgendwie fummelte ich weiter. Wie gesagt, es ist ein Musik-Experiment, es gibt keine Regeln und keine Grenzen. Ich spiele da mit einer ganz wilden Akkordfolge herum: Bb-Moll (Im Deutschen ist das B-Moll), F-Dur, nochmal Bb-Moll und C-Dur. Das war irgendwie die Ausgangslage. Und der „Gore-ism“ ist quasi Bb-Moll -> F-Dur. Und plötzlich passte da mein aus Samples gebauter Rhythmus dazu, sodass man sich an das Depeche-Mode-Album „Ultra“ erinnert fühlt. Analoge Synthesizer-Sounds und einfach mal bauen und fummeln und machen, halt ein Musik-Experiment einfach mal wachsen lassen. Ich habe keine Ahnung, wohin mich das führt. Aber sowas ist immer super, um mal aus festgelatschten Pfaden auszubrechen. Ob das dann am Ende „gute Musik“ wird, kann ich jetzt noch nicht beurteilen. Es fühlt sich neu an. Und da ist ja die Sache mit dem Zauber. Daher lasst mich einfach mal eine Weile vor mich hin fummeln. Was soll denn auch schief gehen? Wie ich darauf kam, höre ich euch fragen. Ganz einfach: Ich bin neulich mal über „Boards Of Canada“ gestolpert. Die solltet ihr euch durchaus mal antun. Ich weiß nicht, was es ist, was diese Musik auszeichnet. Aber das hatte mich gepackt. Und das fließt da derzeit mit ein. Ende Juni kommt eine Single mit einem Stück, das so den Anfang von diesem Musik-Experiment zeigt. Und das ist dann am Ende der Startschuss bei dem, was ich alles so ausprobieren will. Ich bin gespannt. Ihr auch?

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