Musikvertrieb wechseln: Ich habe keine Nerven mehr
Henning Uhle
July 4, 2026
Leute, ich muss den Musikvertrieb wechseln. Jetzt wird mir das echt zu bunt, was Ditto Music alles so veranstaltet. Sie können es nicht mehr. Ich habe für all das Affentheater, was da der britische Musikvertrieb so treibt, einfach keine Nerven mehr. Ich will meine Musik einfach nur zu allen Streamingdiensten und Download-Portalen bringen und dafür vielleicht eine Kleinigkeit einnehmen. Aber ich will mich einfach nicht mehr tagein, tagaus mit dem Laden herumärgern. Deshalb muss ich tätig werden. Der Uhle war doch mit Ditto Music zufrieden In meinen Releases findet sich keine Sau mehr zurecht (Klick zum Vergrößern) Wisst ihr, Ditto Music war mein erster echter Distributor. Vorher habe ich ein bisschen mit SoundCloud Monetarisierung geübt. Jedenfalls lief es mit Ditto echt gut. So gut, dass ich bei der anstehenden Verlängerung von Standard – oder so – auf Pro gegangen bin, der 5-fache Preis. Tja, und dann fing das Kasperletheater an. Zusammengefasst, kann ich sagen, dass insgesamt sowas passiert ist: Um Editorial Playlists bei den Streamingdiensten auf deine Veröffentlichung aufmerksam machen, musst du am besten 2 Wochen vor Veröffentlichung denen Honig ums Maul schmieren. Dazu muss die Nummer z.B. bei Spotify angekündigt sein. Das hat lange geklappt, jetzt plötzlich nicht mehr. Du gibst an, dass – z.B. – am 03.07.2026 deine Single veröffentlicht werden soll. Das hat immer geklappt. Ich bekam da auch immer einen schmucken Smartlink wie diesen zu „Treasures“. Und plötzlich hast du nicht mal am 04.07. einen solchen Link. Und das Ding ist immernoch nicht bei den Streamingdiensten bekannt. (Datumsangaben sind Beispiele.) Du hast immer mal eine Frage an den Support. Der besteht mittlerweile nur noch aus Bots, die mal antworten, mal nicht. Bei solchen Problemen wie oben genannt bekommst du schon gern mal gar keine Antwort. Ditto Music betreibt einen Discord Server, auf dem ich aktiv war. Man konnte sich mit Musikern und Ditto-Leuten austauschen. Alles schnuffig. Bis ich irgendwann vom Server geworfen wurde und bis heute keinen Grund kenne. Guckt euch den Screenshot oben an. Das ist das reinste Durcheinander, was mir da Ditto als Übersicht meiner Veröffentlichungen anzeigt. Der „Support“ meint: Isso. Nein, ist es nicht, war es bis vor kurzem nie. Es war immer chronologisch. Es gibt noch viel mehr, was ich hier aufführen könnte. Aber ich glaube, ihr bekommt eine Idee davon, wie gut ich mich von Ditto Music betreut fühle. Dazu war ein großer Teil meiner Einnahmen einfach mal auf „Pending“ gestellt, sodass ich nicht herankam. Auf Nachfrage erst wurde alles freigegeben. Warum das aber so war, weiß ich tatsächlich überhaupt nicht. Und ganz ehrlich: Da fühle ich mich von Ditto Music einigermaßen verschaukelt und muss dann den Musikvertrieb wechseln. Kann man denn so einfach den Musikvertrieb wechseln? Spätestens vor einem Monat war bei mir der Bart nahezu komplett ab. In dem Artikel habe ich anklingen lassen, dass ich mich umschaue und den Musikvertrieb wechseln will. Nun gibt es da eine Vielzahl von Anbietern. Ich habe da einen näher ins Auge gefasst, muss mir aber noch weiter klar werden. Das klingt alles ganz gut, was sie da schreiben. Und ich habe ich Musiker gefragt, von denen ich weiß, dass sie dort veröffentlichen. Alle sind zufrieden mit dem Dienst. Es gibt allerdings auch ein paar Dinge, bei denen ich meine Zweifel habe. Ich muss mir bis Ende August darüber im Klaren sein, bevor wieder eine Jahreszahlung an Ditto Music fällig wird. Denn ernsthaft, ich glaube nicht, dass sich die Briten nochmal fangen werden. Da läuft viel zu viel schief, als dass die das in irgendeiner Weise noch korrigieren können. Und so muss ich da schnell sein, aber nicht vorschnell. Jedenfalls ist es nicht ganz so schwierig, wenn ich den Musikvertrieb wechseln will. Bei Ditto Music musste ich alles manuell machen, als ich meine Releases von SoundCloud dahin umgezogen hatte. Soweit ich das beurteilen kann, hat so ziemlich jeder andere Distributor eine Import-Funktion, die vieles in diesem Zusammenhang vereinfacht. Und bei dem Dienst, den ich nun eingekreist habe, ist es so, dass du auch noch einiges an Software dazu bekommst. Die Preise? Der Tarif, den ich mir da bisher ausgesucht habe, liegt ungefähr in dem Bereich von Ditto Music. Soweit ich das mitbekommen habe, ist der Dienst einer der vetrauenswürdigeren in der Branche. Ja, das kommt auch noch dazu. Tjoar, und dann geht es halt los. Der Dienst hat ein Import-Tool. Das sammelt die Metadaten der Veröffentlichungen von Spotify und Apple Music ein, ich lade die Musikdateien und das Cover Art dazu hoch und lasse dann die Magie passieren. Es ist also nicht so richtig ein Hexenwerk. Worauf warte ich dann noch? Grundsätzlich scheint es der Dienst werden, den ich da im Moment präferiere. Es gibt ein paar Dinge, auf die ich noch Antworten finden muss. Sollten die zu meiner Zufriedenheit beantwortet werden, werde ich direkt Ditto Music verlassen und damit den Musikvertrieb wechseln. Oben im Screenshot ist ein Release geschwärzt. Das werde ich wohl Ditto Music wegnehmen und bei dem neuen Dienst einreichen, wenn meine Fragen geklärt sind. Aber da bin ich mir schon einig. Mach doch BandCamp und verzichte auf die Streamingdienste! Ich habe auch schon mal daran gedacht, komplett die Streamingdienste zu verlassen und meine Musik über BandCamp rauszuhauen. Ich habe auch großmäulig meinen neuen Account bei BandCamp dann bei Mastodon und Bluesky bekannt gemacht und hier im Blog davon erzählt. Aber wie das halt so ist: Es interessiert niemanden. Daher lasse ich das einfach mal weiterlaufen, aber ich werde dort kein nennenswertes Publikum haben. Ich habe ja immer erzählt, dass ich es schon schnufte finde, wenn meine Musik gehört wird. Ein Monat BandCamp heißt 43 Plays, von denen 10 komplett stattfanden. Ein Monat alle echten Streamingdienste heißt 451 Plays, von denen über 60% auf SoundCloud entfielen. Und nur nebenbei: Bei BandCamp gibt es ein paar exklusive Dinge, die sonst nirgends veröffentlicht sind. Aber es interessiert niemanden. Daher ist der Ratschlag mit BandCamp einigermaßen sinnlos. Fazit Meine Zeit mit Ditto Music scheint ernsthaft zu Ende zu gehen. Ich werde sehr wahrscheinlich den Musikvertrieb wechseln. Bisher habe ich einen gefunden, der mir realistischer erscheint als Ditto Music. Ich will mich einfach wieder darauf konzentrieren, neben meiner Arbeit vor mich hin zu musizieren und die Resultate den Plattformen auf den Tisch zu schmeißen. Ich will mich nicht herumärgern, sodass ich fast völlig die Lust an meinem Hobby verliere. Ich werde demnächst aufschreiben, welcher Dienst es werden wird. Verarschen lasse ich mich jedenfalls nicht mehr. Und die Alleswisser, die mir BandCamp empfohlen haben, sollen mal zeigen, dass meine elektronische Musik auch ein echtes Publikum dort haben kann. Das wird nämlich nicht passieren, daher werde ich erstmal den Musikvertrieb wechseln. So, nun reicht es aber mit dem Artikel.
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