Chuwi AuBox X AI im Test: Mini-PC mit USB4 und leisem Kühlsystem
Auf einen Blick
Unsere Wertung
Pro
- Aktuelle Lunar-Lake-Plattform mit 47-TOPS-NPU für Copilot+
- Sehr kompaktes Gehäuse mit nur 0,67 Litern und rund 580 Gramm
- Umfangreiche Anschlüsse inklusive USB4 mit eGPU-Option
- Schnelle PCIe-4.0-SSD und zweiter M.2-Steckplatz
- Leiser Betrieb bei niedrigem Stromverbrauch
Kontra
- RAM fest im Prozessor verlötet und nicht erweiterbar
- Gaming-Leistung bleibt hinter aktuellen AMD-iGPUs zurück
- Ältere Windows-Version 24H2 vorinstalliert
- Nur ein nutzbarer USB-C-Anschluss
Fazit
Der Chuwi AuBox X zeigt, was Intels Lunar-Lake-Plattform im Mini-Format leisten kann. Der Core Ultra 7 256V arbeitet flott, bleibt dabei sparsam und liefert mit 47 TOPS genug NPU-Leistung für alle Copilot+-Funktionen. Office, Multitasking und lokale KI-Anwendungen laufen souverän. Die Arc 140V meistert ältere Spiele und 4K-Wiedergabe, stößt bei aktuellen Titeln aber an Grenzen. Vor allem als kompakter Office-, KI- und Wohnzimmer-PC spielt der AuBox X seine Stärken aus. Der fest verlötete Speicher und der gehobene Preis trüben das Bild ein wenig.
Price When Reviewed
This value will show the geolocated pricing text for product undefined
Best Pricing Today
Mit dem Gutscheincode PCWELT5 gibt es beim Hersteller einen Rabatt von 5 Prozent auf die ausgewählte Konfiguration.
Chuwi will mit dem AuBox X mehr bieten als reine Bürotauglichkeit. Im winzigen Gehäuse steckt Intels Lunar-Lake-Plattform mit dedizierter NPU für lokale KI. Dazu kommen moderne Anschlüsse und eine erweiterbare SSD. Wir haben geprüft, ob das Konzept im Alltag aufgeht und wo die Plattform an ihre Grenzen kommt.
Design und Verarbeitung
Der AuBox X gehört zu den kleinsten Geräten seiner Klasse. Mit Maßen von 128 × 128 × 41 Millimetern beansprucht er nur 0,67 Liter Volumen. Auf der Waage bringt er rund 580 Gramm. Das Gehäuse passt damit hinter jeden Monitor oder verschwindet fast auf dem Schreibtisch. Eine VESA-Halterung liegt bei, sodass sich der Rechner direkt an der Displayrückseite montieren lässt.
Optisch gibt sich der AuBox X zurückhaltend: ein mattschwarzes Gehäuse mit dezentem Chuwi-Schriftzug auf der Oberseite und sanft abgerundeten Kanten, das auf jedem Schreibtisch unauffällig wirkt. Die Verarbeitung wirkt solide. Spaltmaße bleiben gleichmäßig, das Gehäuse fühlt sich wertig an.
Christoph Hoffmann
Breite Lüftungsschlitze an Rück- und Seitenwand sorgen trotz des kompakten Volumens für ausreichend Luftdurchsatz.
Trotz der kompakten Bauform bietet Chuwi bei der SSD-Erweiterung überraschend viel Spielraum. Zwei M.2-Steckplätze nehmen 2280-SSDs auf, einer davon arbeitet mit PCIe 5.0.
Beim Arbeitsspeicher endet die Aufrüstbarkeit allerdings: Die 16 GB LPDDR5X sitzen direkt im Prozessor-Package und können nicht getauscht werden. Das ist bei Lunar Lake bauartbedingt und betrifft auch Konkurrenten wie den MSI Cubi NUC AI.
Das externe 100-Watt-USB-C-Netzteil fällt ebenfalls angenehm kompakt aus und passt damit gut zum insgesamt platzsparenden Konzept des Mini-PCs.
Christoph Hoffmann
Übrigens: Beim Direktkauf über den offiziellen Chuwi-Shop gilt laut Hersteller eine einjährige Garantie. Im Servicefall kann allerdings eine Einsendung an ein europäisches oder asiatisches Servicezentrum erforderlich sein. Die gesetzliche Gewährleistung bleibt davon unberührt.
Ausstattung
Im Zentrum arbeitet der Intel Core Ultra 7 256V aus der Lunar-Lake-Reihe. Der Chip vereint vier Performance- und vier Effizienz-Kerne auf acht Threads und taktet bis 4,8 GHz. Gefertigt wird er im modernen 3-nm-Verfahren bei TSMC.
Christoph Hoffmann
Im Vergleich zu Vorgängern wie Meteor Lake legt Intel vor allem bei Effizienz und KI deutlich zu. Die maximale Rechenleistung verschiebt sich gegenüber älteren Raptor-Lake-Chips weniger nach oben, dafür sinkt der Verbrauch spürbar.
Bei den Anschlüssen geizt Chuwi nicht und verteilt sie geschickt auf Front und Rückseite. Vorn sitzen zwei USB-A-Ports, ein USB-C-Anschluss sowie eine 3,5-mm-Audiobuchse neben dem Power-Button mit Status-LED – praktisch für schnell wechselnde Peripherie wie USB-Sticks oder Headsets. Der vordere USB-C-Port arbeitet als USB4 mit 40 Gbit/s und unterstützt Datentransfer, DisplayPort-Ausgabe sowie die Anbindung externer Grafikkarten.
Christoph Hoffmann
Die Rückseite trägt die übrige Anschlussvielfalt. Hier befinden sich vier weitere USB-A-Ports, ein 2,5-Gbit/s-Ethernet-Anschluss auf Basis des Intel I226-V sowie einmal DisplayPort 1.4 und zweimal HDMI 2.1. Der zusätzliche USB-C-Port auf der Rückseite dient hingegen ausschließlich der Stromversorgung über das mitgelieferte 100-Watt-Netzteil. So lassen sich insgesamt bis zu drei Monitore gleichzeitig betreiben, der HDMI-Ausgang schafft auf Wunsch 8K bei 60 Hz.
Christoph Hoffmann
Die Netzwerkausstattung überzeugt auch drahtlos: Ein Intel-Wi-Fi-6E-Modul vom Typ AX211 funkt samt Bluetooth 5.4. Damit ist der Mini-PC für aktuelle Heimnetze gut gerüstet.
Die 16 GB LPDDR5X takten mit 8533 MT/s und liefern eine hohe Bandbreite, die der integrierten Grafik zugutekommt. Die verbaute ZHITAI-Ti600-SSD mit 1 TB hängt an PCIe 4.0.
Christoph Hoffmann
Windows 11 und Office Professional Plus 2024
Als Betriebssystem läuft Windows 11 Pro in der Version 24H2 (Build 26100). Im Auslieferungszustand fehlen unserem Testgerät allerdings noch einige Sicherheitsupdates. Windows Update bietet unter anderem das kumulative Update KB5065426 sowie ein Vorschauupdate auf Build 26100.8524 an, dazu mehrere Treiber- und Defender-Aktualisierungen.
Christoph Hoffmann
Unglücklich ist, dass auch Stunden nach der Einrichtung kein Update auf 25H2 angeboten wird. Eventuell kommt das noch. Einfacher wäre es hingegen, wenn der Hersteller gleich die aktuelle Windows-Version ausliefern würde.
Christoph Hoffmann
Vorinstalliert ist zudem Microsoft Office Professional Plus 2024, dessen Bedienoberfläche allerdings zunächst auf Englisch eingestellt ist und sich erst über die Spracheinstellungen auf Deutsch umstellen lässt. Käufer sollten prüfen, ob die Lizenz dauerhaft aktiviert ist und tatsächlich zum Lieferumfang gehört.
Rechenleistung
Mit 7.381 Punkten beim PCMark 10 landet der AuBox X klar im Bereich moderner Büro- und Multimedia-Rechner. Die Teilwertung Produktivität erreicht 10.836 Punkte, die Essentials kommen auf 10.019, und auch bei der Digital Content Creation stehen solide 10.051 Punkte zu Buche. Anwendungen starten zügig, Tabellen und Browser-Tabs laufen ohne Verzögerung. Für den typischen Arbeitsalltag samt Bildbearbeitung reicht die Leistung mühelos.
Christoph Hoffmann
Der CPU-Profil-Test von 3DMark untermauert den Eindruck. Bei maximaler Thread-Auslastung erzielt der Prozessor 5.887 Punkte, der Single-Thread-Wert liegt bei 1.164 Punkten. Damit eignet sich der Chip für anspruchsvolles Multitasking ebenso wie für gut parallelisierte Aufgaben. Gegenüber älteren Mini-PCs mit Core Ultra 7 155H, etwa dem MSI Cubi NUC AI, zeigt der 256V vor allem bei der Energieeffizienz und der KI-Beschleunigung Vorteile.
Christoph Hoffmann
Die SSD beschleunigt den Gesamteindruck zusätzlich. Im CrystalDiskMark erreicht das ZHITAI-Laufwerk 7.073 MB/s beim Lesen und 6.022 MB/s beim Schreiben. Diese Werte schöpfen das Potenzial von PCIe 4.0 nahezu aus und liegen über vielen ab Werk verbauten Laufwerken vergleichbarer Geräte. Wer eine PCIe-5.0-SSD nachrüstet, holt im zweiten Steckplatz noch mehr heraus.
Christoph Hoffmann
Spannend wird es bei der KI. Die NPU erfüllt mit 47 TOPS die Hardware-Anforderungen für Copilot+-PCs. Welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind, hängt jedoch von Windows-Version, Region und Microsofts Rollout ab. Lokale Sprachmodelle, Bildgenerierung und Spracherkennung laufen direkt auf dem Gerät, ohne Umweg über die Cloud.
Im Geekbench AI erreicht der AuBox X 2.873 Punkte bei Single Precision, 1.332 bei Half Precision und 5.992 im Quantized-Test. Zum Vergleich: Der MSI Cubi NUC AI mit älterem Core Ultra 7 155H kommt nur auf 2.909, 1.176 und 5.501 Punkte und unterschreitet die Copilot+-Schwelle. Der 256V setzt sich damit klar von der vorherigen Core-Ultra-Generation ab und erschließt die volle Bandbreite lokaler KI-Funktionen.
Christoph Hoffmann
Die starke NPU darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der AuBox X nur über 16 GB fest verlöteten LPDDR5X-Speicher verfügt. Für klassische Copilot+-Funktionen, Office-KI oder kleinere lokale Sprachmodelle reicht das problemlos aus. Anspruchsvollere lokale KI-Anwendungen mit größeren LLMs oder aufwendiger Bildgenerierung geraten durch den begrenzten und zwischen CPU, GPU und NPU geteilten Arbeitsspeicher jedoch schneller an Grenzen.
Bei Spielen sorgt die Intel Arc 140V mit acht Xe-Kernen für Bewegung. Im 3DMark Time Spy stehen 4.222 Punkte auf dem Zähler, davon 3.905 in der Grafikwertung und 7.838 im CPU-Test. Im moderneren Steel Nomad Light erreicht die GPU 2.589 Punkte, im Solar Bay sind es 15.156 Punkte.
Damit liegt die Arc 140V deutlich vor älteren iGPUs wie im MSI Cubi NUC AI, der im Time Spy nur 2.927 und im Steel Nomad Light 2.109 Punkte schafft. Aktuelle AMD-Lösungen wie die Radeon 890M im Geekom A9 Max bleiben in der reinen Grafikleistung dennoch vorn.
In der Praxis bedeutet das: Ältere oder weniger anspruchsvolle Titel laufen in Full HD flüssig, oft mit über 60 Bildern pro Sekunde. Aktuelle AAA-Spiele verlangen reduzierte Details oder Upsampling per XeSS. Für ernsthaftes Gaming bleibt der Griff zum klassischen Spiele-PC sinnvoll.
Wer mehr Grafikleistung braucht, kann über den USB4-Port eine externe GPU anschließen und so deutlich zulegen. Für 4K-Wiedergabe und gelegentliches Spielen ist die Arc 140V aber gut gerüstet.
Lautstärke und Stromverbrauch
Lunar Lake spielt seine Stärke beim Verbrauch aus. Die Basis-TDP liegt niedrig, im Turbo gönnt sich der Chip kurzzeitig mehr. Im Leerlauf bleibt der AuBox X mit gemessenen 13 bis 15 Watt angenehm sparsam, was sich positiv auf die Stromrechnung auswirkt. Unter Volllast steigt die Leistungsaufnahme auf 35 bis 45 Watt an, ohne in extreme Bereiche vorzustoßen.
Im Alltag arbeitet der AuBox X ausgesprochen leise. Im Office-Betrieb bleibt der Lüfter dezent im Hintergrund und ist praktisch nicht wahrnehmbar. Selbst während längerer Benchmarks drängt sich die Kühlung akustisch nicht in den Vordergrund. Erst unter voller Auslastung wird der Lüfter hörbar, dreht dabei aber nie unangenehm auf.
Trotz des nur 0,67 Liter großen Gehäuses zeigte der AuBox X im Test keine auffälligen Leistungseinbrüche bei längerer Belastung. Deutliches Thermal Throttling war im Alltag und während der Benchmarks nicht erkennbar. Konkrete Temperaturmessungen lagen allerdings nicht vor.
Im Vergleich zu leistungsstärkeren AMD-Mini-PCs wie dem Geekom A9 Max oder anderen Geräten im Büro, etwa dem Ugreen NASync iDX6011 Pro, bleibt der Chuwi deutlich leiser. Das niedrige Geräuschniveau passt hervorragend zum Einsatz im Wohnzimmer oder am ruhigen Arbeitsplatz.
Fazit
Der Chuwi AuBox X ist ein durchdachter Mini-PC, der die Vorzüge von Intels Lunar-Lake-Plattform geschickt nutzt. Der Core Ultra 7 256V liefert genug Tempo für Office, Multitasking und Content-Erstellung, bleibt dabei aber sparsam und leise. Besonders die NPU mit 47 TOPS hebt das Gerät von älteren Modellen ab und macht es zu einem vollwertigen Copilot+-PC für lokale KI-Anwendungen.
Bei der Grafik zeigt die Arc 140V im Mini-Segment eine ordentliche Vorstellung, kann mit aktuellen AMD-iGPUs aber nicht ganz mithalten. Für 4K-Wiedergabe und ältere Spiele genügt sie, ambitionierte Gamer greifen zur externen GPU oder einem klassischen PC.
Schwächen bleiben der verlötete Speicher und der vergleichsweise hohe Preis gegenüber Konkurrenten mit gleichem Chip. Wer einen kompakten, leisen und zukunftssicheren Allrounder für Büro, Heimkino und KI sucht, bekommt mit dem AuBox X ein rundes Paket.
Technische Daten
- Modell: Chuwi AuBox X (Intel Core Ultra 7 256V)
- Prozessor: Intel Core Ultra 7 256V (Lunar Lake), 8 Kerne / 8 Threads, bis 4,8 GHz, 12 MB Cache, bis 37 W TDP, 3-nm-Fertigung (TSMC N3B)
- Grafik: Intel Arc 140V, 8 Xe-Kerne, bis 1,95 GHz
- NPU: Intel AI Boost, bis 47 TOPS (System gesamt bis 115 TOPS)
- Arbeitsspeicher: 16 GB LPDDR5X-8533 (nicht erweiterbar)
- Massenspeicher: 1 TB PCIe 4.0 SSD (ZHITAI Ti600), 2x M.2 2280, einer mit PCIe 5.0
- Betriebssystem: Windows 11 Pro
- Anschlüsse: 1 × USB4 (40 Gbit/s, PD, DP, eGPU), 1 × USB 3.2 Gen 2 Typ-A (10 Gbit/s), 4 × USB 3.2 Gen 1 Typ-A (5 Gbit/s), 1 × USB 2.0 Typ-A, 2 × HDMI 2.1, 1 × DisplayPort 1.4, 1 × USB-C-Ladeanschluss (100 Watt PD), 1 × 3,5-mm-Audio
- Display-Ausgabe: bis zu 3 Monitore gleichzeitig, maximal 8K bei 60 Hz (HDMI 2.1 FRL) bzw. 4K bei 144 Hz (USB4)
- Konnektivität: 2,5-Gbit/s-Ethernet (Intel I226-V), Wi-Fi 6E (Intel AX211), Bluetooth 5.4
- Netzteil: 100-Watt-USB-C-PD
- Abmessungen: 128,4 × 128,4 × 40,5 mm (0,67 Liter)
- Gewicht: ca. 580 g
- Sonstiges: VESA-Halterung im Lieferumfang
Discussion in the ATmosphere