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Die Fehler der Anderen

Avatarinchen May 21, 2026
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Die Fehler der Anderen

Über Fehler zu reden ist einfach. Besonders beliebt ist es, über Fehler zu reden, die die Anderen machen. Man kann draufzeigen und von sich wegweisen. Der da war es. Diese Gruppe da drüben. Alle die Bösen, die Tölpel, die Schurken.Es ist beliebt und einfach, nicht nur weil es so schwerfallen würde, eigene Fehler einzugestehen, sondern weil man Fehler bei anderen viel besser sieht. Es gibt viele Menschen, denen traue ich zu, auch eigene Fehler durchaus eingestehen zu können, die kein Problem damit hätten. Ich glaube sogar, dass die allermeisten das zugeben könnten.

H2O

Zu sagen, ich habe einen Fehler gwmacht, ist eher weniger das Problem. Jeder macht Fehler. Das Problem ist vielmehr,sie

überhaupt zu erkennen. Logischerweise zweifelt man an der eigenen Meinung am wenigsten. Man handelt ja auch nicht bewusst gegen seine Überzeugungen. Aber meist sieht man sie nicht. Fehler fallen uns auf, weil sie sich häufig durch Abweichung davon kennzeichnen, in welchen Bahnen wir denken. Da ist jemand, der weicht davo ab. Der denkt anders. Das fällt uns auf. Eigene Fehler sehen wir kaum, weil wir von unseren eigenen Denkweisen naturgemäß nur selten abweichen. Es sind eben unsee Denkweisen. Aber wieso sollte man überhaupt Fehler bei sich suchen? Warum sollte man sie hervorheben? Um zu zeigen, wie edelmütig man doch wäre, sogar eigene Fehler eingestehen zu können? Das könnte man denken. Aber den eigentlichen Sinn sehe ich eher darin, dass man die Chancen erhöhen könnte, etwas zu verändern. Etwas zu bewirken, damit sich etwas bessert. Denn seinen wir ehrlich. Wie lange zeigen wir schon auf die Fehler der anderen? Und hat sich dadurch etwas verbessert? Eigentlich wohl nicht. Entweder trifft man auf Sturköpfe, die alles abstreiten und trotzdem weiter machen, oder es eskaliert, artet in Streit uas und gewonnen hat man wieder nichts. Ein eigener Fehler könnte zum Beispiel genau das sein - dass man nicht begreift, dass man einfach nichts erreicht und trotzdem genauso weiter macht mit dem zeigen auf andere und Vorwürfen und Beschuldigungen und nicht sieht, dass man überhaupt gar nichts dadurch bewirkt. Ein anderer Fehler, den man sicher oft macht: Anzunehmen, jeder müsse logische Argumente doch einsehen können. Müsse am Erhalt der Lebensgrundlagen zumindest ein Grundinteresse haben. Dass das Klima stabli bleibt, weil sich sonst so vieles ändert, was bequem und gewohnt ist, ohne die Notwendigkeit, seine eigene Lebensweise komplett umzustellen, umzuziehen, den Job zu wechseln, auf Waldläufe zu verzichten, weil es immer weniger Wälder gibt. Und dann stehen wir da, sehen dass es trotzdem Menschen gar nicht zu kümmern scheint, dass sie Veränderung offensichtlich in Kauf nehmen würden, und wundern uns, dass sie die Dinge nicht begreifen würden, dass sie unlogische Schlussfolgerungen ziehen, dass sie angeblich entgegen eigener Interessen handeln würden. Aber der Fehler dabei, der eigene Fehler, besteht genau darin, das anzunehmen. Es DENKT nicht jeder so logisch. Manche HABEN KEIN INTERESSE, dass die Welt erhlten bleibt, wie sie bequem ist. Sie könnten Zusammenhänge begreifen - aber unsere als elementar unterstellten Grundbedürfnisse sind für sie keine. Die Interessen liegen dort nicht, wo wie sie unterstellen. Faschisten haben kein Interesse daran, dass ihr Leben bequem bleibt. Sie wollen Macht, brauchen den Kick, andere beherrschen zu können. Die brauchen auch Feinde, die beschuldigt werden können. Sich einfach mit Gleichgesinnten zu umgeben und mit denen gemütliche Parties zu feiern, das ist lange nicht genug. Reichen ist der Erhalt ihres Lebensstandards nicht genug. Das Interesse liegt bei ihnen nicht darin, einfach dafür zu solgen, dass diese Situation so bleibt, dass sie ihr Haus behalten, ihre Autos, ihr Vermögen. Nein, ab einem bestimmten Punkt kippt das um. Dann geht es nicht mehr um die Sicherung, um den Erhalt, es muss wachsen, vermehrt werden, immer weiter. Es hat gar nichts mehr damit zu tun, ob sie das denn alles brauchen würden. Darum schlägt Interpretation fehl, darum stehen wir fassungslos da. Das ist ein eigener Fehler, und den sollte man zuerst sich eingestehen und dann auch beheben. Wenn es schwerfällt, Fehler öffentlich zuzugeben, könnte man jamit ja im Stimmen beginnen, bei sich selbst. Wir machen alle solche Interpretationsfehler. Sind überzeugt, Zusammenhänge erkannt zu haben, zu den richtigen Schlussfolgerungen zu gelangen. Dies schreiben wir dann ins Internet, völlig überzeugt davon, mit unserer Weisheit endlich auch andere aufwecken zu können. Und dann kommen diese anderen, erklären das alles für den größten Blödsinn, weil auch sie die genannten Fehler schon gemacht haben. Die sind ja auch überzeugt von IHRER Interpretation.

Tja, und was nun? Vielleicht mehr Denken. Etwas mehr Ruhe in das Ganze bringen. Auch wenn es keinen Anlass gibt durch Trigger oder Hinweise von außen, von anderen, einfach mal selbst anfangen, nach Fehlern in der eigenen Überlegung zu suchen. Denken ist ein Prozess. Den muss man aktiv betreiben. Muss ihn bewusst steuern. Denken ist nichts, was das Gehirn automatisch erledigt. Natürlich arbeitet es die ganze Zeit ununterbrochen, verarbeitet Eindrücke, interpretiert, kategorisiert, stellt Vergleiche mit bisher Erlebtem an, und zieht Schlüsse. Dies ist allerdings immer nur erster Output unseren eigenen, neuronalen Netzwerks in biologischer Form, dass KI heute recht gut nachbilden kann. Doch die wirkliche Intelligenz, der Vorteil des bewussten und in Ruhe durchgeführten, gründlichen Nachdenkens, die ist kein Automatismus. Das kommt nicht von alleine, dazu muss man sich hinsetzen, Notizen machen, überlegen, selbst Fehler suchen, bewusst das Ganze in allen Facetten durchdenken.

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