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Des Trolls Monsterhandbuch: Południca – Die Herrin der mittäglichen Felder

did:plc:7ev2dekbcbn443ccb5fqleks July 1, 2026
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Es ist Mitte Juni, als ich diese Zeilen tippe. Gestern wurde im Dorf die Sonnwende gefeiert, die Gerste beginnt, ihre Ähren zu neigen und gelb zu werden. Höchstens 2 Wochen, dann, so keine Regenperiode dazwischenkommt, ist Ahn (bayrisch für Ernte). Danach kann man sie wieder sehen, auf den Feldern, tanzend, drehend. Flüchtig, nur kurz, kaum länger als ein paar Sekunden. Staubteufel. Kleintromben ist die wissenschaftliche Bezeichnung. Ein kleiner Wirbelwind, der Stroh und Staub aufwirbelt und mehrere Meter hoch in die Luft trägt. Kein Tornado, die kommen ja bei Sturm und Unwetter. Staubteufel brauchen die Mittagszeit, stehende Hitze über abgeernteten Feldern und ein klein bisschen Luftzug.

In Polen, Tschechien, bei den Sorben und eigentlich in ganz Osteuropa sah man früher in den Staubteufeln was anderes, unheimliches. Da waren sie Manifestation der Południca, der Mittagsfrau.

Mittagsdämonen / Mittagsgöttinnen

Vorweg: Ich bin Bayer, Katholik. Mit Slawischer Mythologie hatte ich in meinem Leben, abgesehen von ein paar sowjetischen Märchenfilmen, die nach Ende der DDR auch bei uns im Fernsehen ausgestrahlt wurden und oft ewiglange gedauert haben, wenig Berührungspunkte. Das erste Mal, dass ich von Mittagsfrauen gehört habe, war in Witcher III bei der Quest rund um die Mittagserscheinung, bei der eine, vor der Hochzeit gestorbene, Braut eine Hauptrolle spielt.

Vor kurzem bin ich dann über dieses Video gestoßen:

Das Video hat mich auf mehreren Ebenen fasziniert. Nehmen wir mal diese auseinander.

1 Ebene: Das Aussehen

Da haben wir etwas, was uns schon mal bei dem Vogelweibern begegnet ist: die Południca verändert gerade ihre Erscheinung. Wird sie in alten Volkssagen als groß und hager, mit überlangen Armen, einer langen, aus dem Mund hängenden Zunge und Haaren aus Stroh dargestellt, wandelt sie sich gerade in moderneren Sageninterpretationen in eine wunderschöne Frau. Gebt mal Południca auf Google Bildersuche oder in youtube ein und vergleicht, wie viele in der alten Darstellungstradition sind und wie viele in der neuen. In der Neuen sieht sie mehr wie eine Göttin aus, eine Herrin über die Mittagszeit und den Sommer, weniger wie eine dämonische Gestalt.

Egal welche Gestalt, sie wird immer in einem langen, weißen Gewand und mit zwei Sicheln oder mit einer Sense dargestellt. Das, und die Jahreszeit (Juni bis September), in der sie Auftritt, weisen schon auf die nächste Ebene hin.

2 Ebene: Die Wächterin der Mittagsstunde

Diese Ebene zu entpacken wird etwas schwieriger, weil hier ganz viele mythologische Aspekte zusammenlaufen. Fangen wir mal mit der Zeit an, in der die Południca auftritt.

Der Mittag ist nämlich so eine Übergangszeit. Morgens und vormittags steigt die Sonne auf, nachmittags und abends sinkt sie gen Westen hin, aber mittags, da steht sie direkt über dem Horizont, die Schatten sind am kürzesten und auch die Tierwelt wird auffällig ruhig. Mittags sind die heißesten Stunden des Tages. In der Antike, bis ins 14. Jhdt hinein, galt die Mittagsstunde als die Geisterstunde. Dass nun Mitternacht als Geisterstunde angesehen wird, das hat mit dem Aufkommen von Kirchturmuhren zu tun, die den Beginn des neuen Tages vom Sonnenaufgang zu einer Stunde mitten in der Nacht hin verschoben. Nebenbei: Früher (und im englischen Sprachgebrauch auch heute noch) galt 3 Uhr nachts als die Stunde der Hexen und des Teufels. Das hat mit dem Tod Jesu am Kreuz zu tun, der in der 9. Stunde (nach Sonnenaufgang), also um 15.00 Uhr stattfand. Genau 12 Stunden später ist es 3.00 Uhr, also die Gegenzeit, die Zeit der Gegner Gottes.

Mittags ist die Zeit, nach Hause zu kehren, die Tiere zu füttern, selbst zu essen und das Mittagsgebet zu halten (Mittagsschlaf galt als gefährlich, die Południca konnte einem in die Träume folgen). In dieser Übergangszeit durfte man nicht draußen auf dem Feld oder im Garten arbeiten. Die Południca wachte über die Heiligkeit dieser Stunde und tötete jeden Frevler, der es wagte, diese zu verletzen.

Zwei kleine Teilaspekte hierzu noch: Erstens ist die Überlieferung wahrscheinlich eines der ersten Arbeitsschutzgesetze, die wir so kennen. Auch in Europa kann es im Sommer zur Mittagsstunde unangenehm heiß werden und bei direkter Sonneneinstrahlung riskierten alle, die zur Mittagszeit im Feld draußen ernteten, einen Sonnenstich oder Hitzschlag (die auch als Personifizierung der Mittagsfrau galten). Warst du jetzt ein abergläubischer slawischer Bauer und fürchtetes du dich vor der Południca, dann bliebst du zu dieser Zeit zuhause und wurdest dadurch vor diesen Gefahren geschützt. Arbeitsschutz im Mantel des Aberglaubens, sozusagen.

Zweitens: Die Południca ist nicht allein, auch in der Antike kannte man Wächterinnen der Mittagszeit, die Frevel streng verfolgten. Bei den Griechen waren es Nymphen und Nereiden oder, etwa bei Homer, Sirenen (deren Name sich von Sirius, dem Hundsstern, ableitet, der in den Hundstagen, den heißesten Tagen des Sommers, hoch am Himmel steht), später, bei den christlich gewordenen Römern Diana, Hekate und Athene (letztere pflegte mittags zu Baden und war sehr empfindlich, wenn man sie dabei bespannte, dem Spanner ging es aber deutlich besser als dessen Schicksalsgenosse in einer ähn­lichen Geschichte mit Artemis ), Im Talmud taucht auch ein Mittagsdämon auf, der zu dieser Zeit Fieber und Krankheiten (Malaria) verbreitete.

3 Ebene: Geist, Dämon oder gar Göttin?

Eine weitere Ebene ist die Frage, was denn eine(?) Południca denn eigentlich ist. Ist Sie ein Feenwesen, dass den Winter über in einer geheimen Erdhöhle schläft und erst im Frühling wieder hervorkriecht? Ist sie Ein Dämon, der das halbe Jahr in der Hölle haust? Ist sie vielleicht eine alte, chthonische (unterwelt- und/oder erdgebunde) Göttin, etwa eine Variante des Persephone-Mythos (die ja den Winter bei Hades im Hades unter der Erde verbringt und als Göttin des Frühlings und der Ernte (zusammen mit ihrer Mutter Demeter) verehrt wurde). Jedenfalls ist sie eine ambivalente Figur, die einerseits Ernten reifen lässt und vor Felddieben schützt, andererseits auch den Bauern tötet, der Mittags noch auf dem Feld ist und auch für Schwangere und kleine Kinder gefährlich sein kann, wenn sie in der Gluthitze des Augusts mittags nach draußen gehen. Dieser Zwiespalt macht die Południca als Wesenheit so spannend.

Spannend ist auch, wie und warum sie verschwand und nun, im Zeitalter des Internets, wieder als wunderschöne, grausame Göttin auftaucht. Oben habe ich schon angedeutet, dass das mit den Kirchturmuhren zu tun hat, die sich ab etwa dem 14. Jahrhundert in Europa etablierten. Zumindest was die Verschiebung der Grenzstunde nach Mitternacht betrifft, ja, da ist was dran. Zudem ist so ein Kirchenleuten am Mittag ein sicheres Zeichen, jetzt heimzugehen, das Angelus zu beten und zu Essen. Den Zeitpunkt Mittag übersieht man nicht mehr so leicht, wenn man daran von einer externen Stelle erinnert wird.

Auch die zunehmende Technisierung der Landwirtschaft mag dazu beigetragen haben. Für heutige Landwirte ist es kein Problem mehr, über Mittag hinweg zu dreschen, oft ist das sogar eine Notwendigkeit. In einer Kabine eines (modernen) Mähdreschers holt man sich dann auch nicht mehr so leicht einen Hitzschlag wie mit einer Sense im Feld.

Und warum kommt jetzt die Południca plötzlich wieder zurück? Gründe hierfür sind meiner Meinung nach ein Wiederentdecken alter Mythen und daraus eine slawische Identitätsbildung, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs begann, sowie ein Erstarken neo-paganer, esoterischer, teilweise nationalistischer Bewegungen (Überspitzt gesagt: Hexen. Die polnischen Hexen haben die Południca als schöne, grausame Göttin zurückgebracht). Letzteres ist ein sehr interessanter Teilaspekt, denn im Grunde leiden die Slawischen Heiden genau unter dem gleichen Problem wie die germanischen Heiden, die Thor und Wotan (oder noch schlimmer, Odin in der skandinavischen Edda-Tradition) anbeten: Es gibt keine authentischen Quellen der eigenen Kultur über diese Wesen, nur Fremdzuschreibungen (Tacitus, den man übrigens Takitus ausspricht, schrieb in seiner Germanica, dass die Germanen Hermes, Herkules, Mars und Isis anbeten würden). Die schöne Göttin ist also eine slawische, feministische Neuinterpretation der Południca und passt daher super in mein Monsterhandbuch.

Im Grunde ist es auch Wurst, was die Południca ist, wichtig ist, was wir daraus machen.

Und die Lath tanzt – Eine Wüstengöttin aus Rakshazar

Als wir damals 2007 mit dem Rakshazar-Projekt anfingen, kannte ich die mythische Figur Południca noch nicht. Alles, was wir hatten, waren ein paar Ideen, die an eine Wand geworfen wurden und bei der wir schauten, was wohl hängen bleiben würde.

Schaue ich heute darauf zurück und vergleiche die Göttin Lath mit der Południca, dann haben wir damals eine verrückte, durchgedrehte, wahnsinnige, entgrenzte Version der slawischen Wesenheit erschaffen.

Aber nun von Anfang an. Die erste Idee beim Bau des Fantasy-Kontinent Rakshazar war, dass wir da eine Sandwüste haben wollten, die sich langsam ausdehnt. Einen Namen hatten wir schon, die Wüste sollte Lat heißen und von einer menschlichen Kultur, die eine wilde Mischung aus afrikanischen Merkmalen und australischer, indigener Mythologie war, bevölkert werden. Wer auf die Idee kam, dieser Kultur die eine Göttin zu geben und die Göttin wie die Wüste zu nennen, das weiß ich nicht mehr. Jedenfalls war so die Lath geboren. Sandstürme und Tromben interpretierten wie dann als Tanz der Lath, ein Tanz, der die Wüste übernatürlich wachsen lässt und Tod und Verderben bringt.

Unsere verrückte Rakshazar- Południca teilt also mit der realweltlich-mythologischen Południca, die Aspekte der Sandteufel, der Hitze (wegen Wüste) und der tödlichen Gefahr.

In meinem 4. Abenteuer für Rakshazar, das man hier, im BuchAuf blutigen Pfaden als Abenteuer Die Augen der Lath spielen kann, findet sich folgender Text zum Hintergrund der Göttin Lath:

WANDTBILDER FALLEN UND GEHEIMNISSE

Der ganze Tempel ist über und über mit Wandmalereien verziert, an einigen Stellen finden sich noch Teile der ursprünglichen Wandreliefs. Die Wandbilder sind Geschichten aus der Traumzeit, religiöse Bildtexte und Zauberformeln zugleich. Sie wiederholen sich, die genauen Darstellungen weichen dabei aber oft im Detail voneinander ab, je nachdem welchen Aspekt der Geschichte der Zeichner jeweils betonen wollte. Die Bilder sind ohne erkennbare zeitliche Reihenfolge oder irgendwelche Ortsangaben. […]

Der fremde Krieger und die Lath:

Die am häufigsten vorkommende Malerei ist die Geschichte eines fremden Kriegers (im unteren Teil des Tempels meist ein Troll, weiter oben aber auch ein Mensch, bei (15) gar eine Naga). Ein fremder Krieger trifft auf die Göttin Lath, die auf einer baumreichen Ebene sitzt. Nachdem der Krieger die Göttin verführt, lässt sie es mit gebrochenem Herzen zurück und Lath beginnt mit ihrem Tanz. Die Ebene wird zur Wüste.

Der gefangene Gott:

Eine Frau beweint ihr totes Kind, im Hintergrund ist ein Löwe zu erkennen. Im nächsten Bild ziehen drei Krieger aus um den Löwen zu töten, sie scheitern jedoch und werden gefressen. Danach versucht ein weiterer Krieger, ihm gelingt es, den Löwen zu fesseln. Mit Sagen und Legenden +7 (+2 für Xhul oder Helden mit Kultkunde Xhul) oder Götter und Kulte +5 lässt sich das Bild wie folgt interpretieren: Hier wird die Verbannung von Janga-Rhun thematisiert. Die trauernde Frau ist Lath, der letzte Krieger wird identisch mit dem, aus dem oft im nahe befindlichen Bild von der Verführung. Einer der ersten drei Krieger ist ein Troll, der eine Art Gewehr trägt. Tierkenner (Tierkunde +3) mag auffallen, dass es in der gesamten Lath keine Löwen gibt. […]

Kenner der DSA-Dämonologie werden vielleicht beim letzten Satz hochschrecken. Als Troll mit einem Geweih wird Umdoreel beschrieben, ein Dämon aus dem Gefolge der Erdämonin Nagrach (Hetzjagd und unbarmherziger Winter)

Die Lath wurde so, weil irgendein Gott (die Bilder legen den Jagd- und Umweltgott Janga-Rhun nahe) die Kinder der Göttin tötete. Der Namenlose Krieger half ihr bei der Rache (die Verbannung des Mörders) und brach ihr dann das Herz.

Ich finde diesen Hintergrund spannend. Das macht die Naturgewalt Wüste… erklärbarer, sympathischer, aber nicht weniger tödlich.

Wir haben in Rakshazar, an den offiziellen DSA4 Publikationen angelehnt, ein Profil für Götter ausgearbeitet. Laths Profil sieht folgendermaßen aus:

Lath

Beinamen: Die tanzende Göttin

Verbreitung: Wüste Lath, Schwerpunkt in Xhoulajambo und dem Gyoi-Gebirge

Aspekte: Wüste, Tod, Sturm, Gnadenlosigkeit, Impulsivität, Hitze, Eigennutz, Eigensinn, Schönheit, Eroberung, Zerstörung, Ausgelassenheit, Sinnestäuschung

Heilige Orte, Tiere oder Artefakte: Höhlenoase Nanbalo

Opfergabe: Menschen (vornehmlich Xhul), Gold, Edelsteine

Weltbilder: Die Wüste wächst. Jedes Jahr einen Schritt.

Im Abenteuer Friedhof der Verdammten gibt es im Mausoleum des Sultans einen Raum, der mit der Lat zu tun hat:

B4 Kartenraum

Ausmaße: ungefähr ¼ Kreis, 4 Schritt auf 6 Schritt.

Sinneseindrücke: Trockene, staubige Luft, Geheimnisse harren auf Entdeckung

Auf den ersten Blick: Türen nach (B2) und (B5), reichlich bemalte Wände und Decke, gefliester Boden mit einer kleinen Modellstadt, Sand

Es kann gefunden werden: Der Boden des Raumes ist eine Karte Teruldans und der Wüste Lath mit deren Verlauf vor etwa 100 Jahren zwischenzeitlich hat sich die Wüste de Stadt und deren Umland geholt. Das Modell der Stadt ist aus Mamton und etwa 9800 TE wert. In den Boden sind Edelsteine eingelassen. Rubine kennzeichnen Zissmen (die Dungeons in Rakshazar), Siedlungen, Tempel oder Festungen, Aquamarine kennzeichnen Brunnen und Oasen. Sichtbar sind 1W3 Rubine (Wert je 22 TE) und 1W6 Aquamarine (Wert je 1 TE). Unter dem Sand verborgen liegen weitere 1W20 Rubine und 3W6+4 Aquamarine.

In den Sand sind auch Goldflitter gemischt. Je Einheit Sand (10 Stein) lässt sich mit geeigneten Mitteln (Säure, Sieb oder Pfanne) 10 TE Gold herausholen. Das Goldwaschen dauert 1 Stunde. Im Raum liegen 10 Einheiten an Sand. Goldflitter glitzert im Schein von mindestens 2 Lichtquellen.

Wird aller Sand aus der Kammer entfernt, ist ein wütender Schrei zu hören, die Gesichtszüge der Wandmalerei der tanzenden Göttin Lath verzerren sich. Die Personagen müssen eine MU-Probe erschwert um 1W6 ablegen, Misslingt die Probe, haben sie den Zorn der Göttin auf sich gezogen und erleiden die Auswirkung des Zaubers Verdorren.

Die Wände sind mit folgenden Szenen bemalt:

  1. Wand mit der Tür nach (B2): Strafgericht Uzzat s bei der die Seele des Sultans gegen eine Feder gewogen wird, im 35 Hintergrund das Tor ins Reich der Toten.

  2. Wand mit der Tür nach (B5): Die Tür nach (B5) besteht aus zwei Mammutstoßzähnen (Wert je 680 TE) die sich kreuzen. Auf der Tür ist eine Abbildung des Gottes Uzzat vor einem verschlossenen Tor gemalt.

Links neben der Tür ist eine Szene aus dem Heldenepos um den Gott Kuros gemalt (Kuros erschlägt den Roten Basilisken) rechts sind Berge und Orks zu sehen. Dort wo Kuros steht wäre auf einer größeren Karte tatsächlich die Stadt Kurotan.

  1. Dort, wo sich 2 und 4 treffen: In die Wand ist ein Relief der Göttin Lath gearbeitet, das mit einem Bild der Göttin Lath in einer anderen Tanzposition übermalt wurde. Bei flackerndem Licht (Fackeln, Öllampen) entsteht so die Illusion einer Tanzenden Göttin.

  2. An der Wand ist der Mythos einer wütenden, tanzenden Göttin Lath dargestellt, deren Fuß, so er den Boden berührt, das Land in eine Wüste verwandelt. Das Land wird als Savanne dargestellt, es finden sich viele Tierdarstellungen. Die Decke zeigt das Sternbild Uzzat mit geschlossenem Tor. Sollte eine Personage in diesem Raum Sterben, erscheint sie sofort als Geist, deren Seele an den Sand gebunden ist. Nimmt man eine Handvoll Sand mit, kann sich auch der Geist mitbewegen.

Ich finde, wenn man alle Informationen zur Göttin Lath zusammenträgt und in Verbindung setzt, kann man viele Aspekte der Południca wiederentdecken, allerdings hier pervertiert und ins Extrem verzerrt.

Die Herrin der Mittagszeit – Południca für Beutelschneider

Für die Beutelschneider-Umsetzung der Południca will ich etwas machen, was die Macht und Gefährlichkeit dieses Wesens unterstreicht. Ich gebe ihr 3 Spielregeln mit auf den Weg, wovon 2 für Charaktere tödlich sein können und 1 richtig nervig ist. Zudem wird man sie nicht beim ersten Anlauf töten können, sie ist ja fast eine Göttin. Ich gebe ihr 5-mal die Möglichkeit, am nächsten Tag zur Mittagszeit erneut zu erscheinen. Das Beste wird sein, dann nicht auf freiem Feld unterwegs zu sein.

Południca

Die Południca erscheint als großes, weiblich gelesenes Wesen in einem langen, weißen Kleid, dessen Saum mit Sonnen und Sonnenblumenmotiven bestickt ist. Ihr strohiges Haar ist zu einer Flechtfrisur gesteckt, auf dem Haupt trägt sie einen Kranz aus Kornblumen, Klatschmohn, Beinwell, Acker-Gänsedistel, und Rosenmalven. Aus ihrem Mund hängt eine lange Zunge, die sich wie eine Schlange hin und herwindet.

Wenn die Charaktere auf die Południca treffen, ist es Mittag.

rot: 4 grün: 4 blau: 8 weiß: 5 schwarz: 3

Sichelattacke: Zieht die Południca im Kampf 3 rote Murmeln, gerät die angegriffene Person in eine moderate Lebensgefahr. Sie muss nun 2 Murmeln aus ihrem Beutel ziehen. Ist eine davon schwarz, stirbt die Person.

Staubteufel : Setze die Fertigkeit statt eines Angriffs ein. Ziehe 3 Murmeln. Für jede blaue Murmel dürfen die Feinde der Południca bei den nächsten Aktionen eine Murmel weniger ziehen. Fällt die Zahl dadurch auf 0, ziehen die Feinde bei jeder Aktion eine Murmel und ersetzen diese durch eine schwarze Murmel. Die Anzahl der gezogenen blauen Murmeln der Południca gibt an, wie viele Runden der Effekt anhält.

Hitzschlag: Zieht die Południca nur schwarze Murmeln, geraten alle ihre Gegner in leichte Lebensgefahr. Sie ziehen jeweils 1 Murmel aus dem Beutel. Ist diese schwarz, so stirbt die entsprechende Person. Ersetze 1 weiße Murmel aus dem Beutel der Południca durch 1 schwarze Murmel. Die Mittagsstunde ist um. Die Południca wird aber am nächsten Tag wieder erscheinen, solange sie noch weiße Murmeln hat.

Ein Leben mit der Mittagsfrau

Statt mit einem klassischen Fazit möchte ich diesen Monsterbuch-Eintrag mit einer neuen Sichtweise abschließen, die Sicht eines Landmenschen auf die Południca.

Ich hatte ja schon ein paar Monster in meinem Blog, die auf mythischen Wesen fußten, etwa den Vampir. Bei vielen dieser Wesen gibt es auch detailliert, zugegeben oft widersprüchliche, Handlungsempfehlungen, um so ein Wesen loszuwerden. Bei Vampiren etwa das Ausgraben, Köpfen, Herz herausreißen und verbrennen oder, wenn man grade auf der Flucht ist, das Verstreuen von Sonnenblumensamen.

Bei der Południca gibt es das nicht. Hier sind nur Methoden überliefert, wie man ihr nicht begegnet. Geh Mittag heim, iss und bete und lass dich bis nachmittags bloß nicht in Feld und Garten sehen. Halte die Kleinen während der heißesten Stunden im Haus und wenn du Schwanger bist, bleib auch im Kühlen. Geht man davon aus, dass es die Południca wirklich gibt (was für (aber)gläubige Landbewohner der Fall ist), dann haben die Menschen gelernt, mit der unheimlichen Mittagsfrau zu leben statt gegen sie. Ein Gedanke, der es Wert ist, auch auf andere Monster übertragen zu werden.

Update 27.06.2027: Das erste Gestenfeld ist abgeerntet.

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