So kommt Apple Intelligence doch noch auf die Apple Watch
Apple Intelligence wird ab iOS 27 und macOS 27 für eine Reihe sehr smarter Funktionen verantwortlich sein, auch abseits von Siri AI. Von der automatischen Umbenennung der Dokumente anhand der Inhalte über Gruppierung der Safari-Tabs zu einem ähnlichen Thema bis zur besseren Bildbearbeitung und einem Korrekturlesen: Das alles wird mit Apple Intelligence möglich.
Auf der WWDC-Keynote gab es nur einen Nebensatz zur Apple Watch, doch tatsächlich will der Hersteller seine letzten Modelle auch auf die Watch bringen.
Mit Private Cloud Computing
Auf den ersten Blick ist die Apple Watch bei Apple-Intelligence-Funktionen raus, doch im Hintergrund plant Apple wahrlich, einige der neuen Möglichkeiten für die Uhr bereitzustellen.
Dies wird mit den großen Sprachmodellen auf Apples Servern über Private Cloud Computing möglich sein. Dies spricht Apple direkt in mehreren seiner WWDC-Videos an. Dabei betonen Apples Ingenieure ausdrücklich, dass das iPhone in die KI-Funktionen der Apple Watch nicht involviert wird.
Mit den Server-Modellen der Private Cloud Computing umgeht der Hersteller die Hardware-Einschränkungen seiner Apple Watches: Die neuesten Versionen haben lediglich 2 GB an universellem Arbeitsspeicher, der Datenspeicher ist mit 64 GB ebenfalls nicht üppig bemessen. Trotz dieser Einschränkungen wird die Apple Watch vom gekoppelten iPhone unabhängiger, einige der AI-Funktionen sind so ohne die Brücke über das iPhone möglich.
Gibt es Nachteile?
Neben der überraschenden Tatsache, dass Apple Intelligence und wohl teilweise Siri AI doch noch auf die Apple Watch kommen, gibt es sicherlich auch die Nachteile, die sich aus der Implementierung ergeben.
Zum einen werden neue Features nur noch online funktionieren, nicht wie die aktuelle Siri-Version teilweise auf dem Gerät. Darüber spricht Apple, wenn es die Implementierung seiner Sprachmodelle auf dem Gerät und über Private Cloud Computing spricht.
Unterschied bei der Implementierung der Sprachmodelle
Apple Developer Documentation
Es ist gut möglich, dass die Apple Intelligence auf der Watch zu dem allgemeinen Token-Limit pro Nutzer beitragen wird, denn auch die Apple Watch ist an einen Apple Account gebunden. Wer also die neue KI von Apple auf der Watch länger nutzt, wird zwangsläufig ein iCloud+-Abo abschließen müssen.
Eine weitere Folge bei der Implementierung von Apple Intelligence über Private Cloud Computing ist wohl, dass die Watch-Modelle mit 5G- oder LTE-Modul hier eindeutig im Vorteil sein werden. Denn wenn die nützlichsten Funktionen nur noch online verfügbar sind, benötigt man ständig eine Datenverbindung. Und diese lässt sich nur mit eSIM und Datenvertrag gewährleisten.
Dazu ist die Verarbeitung der Anfragen über Cloud nicht instantan: Eine direkte Kommunikation oder Interaktion kann etwas langsamer ablaufen als mit den Modellen, die sich direkt auf dem Gerät befinden.
Noch keine konkreten Funktionen sichtbar
Bislang hat Apple die Apple-Intelligence-Funktionen nur für die Entwickler angepriesen. Auch nach drei Wochen von watchOS 27 Beta habe ich keine signifikante Neuerung in diese Richtung bemerkt. Doch schon jetzt kann gesagt werden, dass die Apple Watch auch die sogenannte Visual Intelligence bekommt.
Das heißt, die Smartwatch erhält die gleichen Tools zur Analyse von Bildern und des Bildschirminhalts wie iOS und macOS. Sicherlich, eine Fotobearbeitung auf der Apple Watch klingt etwas übertrieben, doch das Feature eröffnet weitere Möglichkeiten für die Watch.
Zum einen sind jetzt Foto-Zifferblätter möglich, wie sie seit iOS 18 auf dem iPhone verfügbar sind: Digitale Elemente wie die Uhrzeit oder das Datum fügen sich nahtlos in die Landschaft oder um die Person herum ein. Zum anderen sind solche Apple-Intelligence-Funktionen denkbar wie die intelligenten Zusammenfassungen von Nachrichten, die Verwandlung von Voicememos in Textnotizen, bessere Spracherkennung und Diktier-Möglichkeit bei Messaging-Apps und Notizen.
Aktuell ist die Health-App auf dem iPhone noch nicht in die Apple-Intelligence-Updates eingebunden. Dabei dürfte gerade dieser Bereich zu den wichtigsten gehören, wenn es um künftige Funktionen geht. „Workout Buddy“ markiert zwar nur den Anfang, doch die Apple Watch sammelt deutlich mehr Daten, die – richtig ausgewertet – das Leben der Nutzer spürbar verbessern könnten.
Auch in der EU verfügbar
Da die Apple Watch in der EU nicht als Gatekeeper-Plattform eingestuft wird und watchOS als eigenständiges, vom iOS weitgehend entkoppeltes System gilt, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Apple-Intelligence-Funktionen für Nutzer in der EU zunächst über die Apple Watch ausgerollt werden.
Fazit
Etwas versteckt und abseits der öffentlichen Ankündigungen bringt Apple doch noch seine neue KI auf die Apple Watch. Durch die Einschränkungen der Hardware und die daraus resultierende Implementierung ergeben sich ein paar Nachteile wie ein ständiger Online-Zwang. Doch anders als auf dem iPhone werden Apple Intelligence und Siri Ai direkt nach dem Start in der EU verfügbar sein.
Discussion in the ATmosphere