External Publication
Visit Post

iOS ist nur neu angemalt: 10 Dinge, die sich im Hintergrund ändern müssen

Macwelt – News, Tipps und Tests von Apple-Experten [Unofficial] June 7, 2026
Source

Alle Jahre wieder kommt die WWDC. Und wie in jedem Jahr hoffen iPhone-Nutzer darauf, dass Apple das iPhone-Betriebssystem iOS endlich einmal revolutioniert, statt im Rahmen einer ständigen Fortentwicklung hier und da neue Funktionen oder umstrittene Design-Änderungen wie Liquid Glass hinzuzufügen.

Wunsch 1: Code-Basis muss aufgeräumt werden

Doch was könnte iOS 27 konkret besser machen? Zunächst einmal wäre es wichtig, die Code-Basis aufzuräumen: Das letzte iOS-Update auf Version 26.5.1 räumte laut karger Release-Note einen lästigen Ladefehler aus – und hatte auf manchen Geräten mehr als 10 Gigabyte Download-Volumen!

Das ist lästig – und ein Indiz für ein Problem, das iOS schon länger mit sich herumträgt: Das iPhone-Betriebssystem ist ein regelrechter Speicherfresser – und belegt auf aktuellen iPhones über 22 Gigabyte Speicher – das sind fast 10 Prozent des Speichers aktueller iPhones! Ein derart fettes System führt zu unnötiger Systemlast, davon verursacht schnellerem Batterie-Sterben und letztlich zu einer allgemeinen Langsamkeit.

iOS sollte schlanker werden: Wozu braucht ein Mobilsystem so viel Speicherplatz?

Immerhin: Derzeit rufen die Leaker-Spatzen von kalifornischen Dächern, dass iOS 27 nach dem Liquid-Glass-Debakel ein „Aufräum-Update“ werden könnte, ähnlich wie Apple es von Zeit zu Zeit bei macOS durchführt, etwa mit Snow Leopard (Mac OS X 10.6), Mountain Lion (OS X 10.8), El Capitan (OS X 10.11), High Sierra (10.13) oder zuletzt macOS 12 „Monterey“. Auf dem iPhone sind solche Updates bisher aus.

Wunsch 2: Anpassungen an die Realität der Gegenwart

Aktuelle iPhones wirken gegenüber der Android-Konkurrenz in Sachen Bedienung ein wenig altbacken. Was auch daran liegt, dass iOS schlicht altbacken ist: Es bedient sich kaum anders als die allererste iPhoneOS-Version 2007. Da helfen keine kosmetischen Verbesserungen wie Liquid-Glass oder das ständige Hinzufügen von Funktionen, nein: Apple muss iOS komplett neu denken!

Einer der größten Kritikpunkte derzeit: iOS ist nicht mitgewachsen, obwohl Standard-iPhone-Displays ihre Größe inzwischen mehr als vervierfacht haben: Das iPhone 4 als einziges Retina-iPhone im originalen 3,5-Zoll-Format hatte 640 × 960 Pixel, das aktuelle iPhone 17 hat eine Auflösung von 1206 × 2622 Pixeln auf 6,3 Zoll. Und damit viel mehr Platz für modernere Bedienelemente.

iPhone 5 vs iPhone 17: Der Bildschirm hat sich vervierfacht, die Bedienung ist fast gleich geblieben.

Wünschenswert wäre zum Beispiel eine eher nach unten und zu den Rändern orientierte Bedienung: Viele Funktionen wie das Kontrollzentrum oder die Mitteilungszentrale sind nur durch Wisch von oben nach unten erreichbar. Das macht – anders als bei früheren, kleineren Modellen – ein Umgreifen notwendig. Einhandbedienung? Fehlanzeige auf den aktuellen Riesen-Displays.

Wunsch 3: Multitasking wie beim iPad (oder Android-Geräten)

So manches Android-Gerät und natürlich das iPad bieten inzwischen die Möglichkeit, mehrere Apps im Landscape-Modus nebeneinander darzustellen. Gerade die iPhone-Pro-Modelle – die sich ja an Pro-Nutzer richten – würden von einem solchen Feature profitieren. Es muss ja kein fensterbasiertes Multitasking sein, doch eine Funktion wie Slide Over oder Split-Screen wie es sie auch auf dem iPad Mini gibt, wäre zumindest auf den Max-Modellen durchaus sinnvoll.

Wunsch 4: Ein iPhone als Hauptrechner – man wird ja noch träumen dürfen

Es geht mit jedem iPad. Es geht mit jedem Mac. Und spätestens seit dem Macbook Neo – das technisch gesehen nichts anderes als ein iPhone 16 Pro mit einem Ausschuss-SoC mit weniger Kernen ist – dürfte klar sein: Auch das iPhone ist grundsätzlich für den Einsatz am Desktop geeignet. Warum also nicht, Apple? Wie praktisch wäre es, ein iPhone als Hauptrechner nutzen zu können? Indem man es einfach in ein USB-C-Dock steckt und mit Monitor, Maus und Tastatur verbindet, um es als Desktop zu nutzen?

Einige Android-Geräte – etwa das Google Pixel – können das. Selbst das technisch sehr ähnliche iPad ist dazu in der Lage. Aber wahrscheinlich geht eher ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass Cupertino diese Form der Selbstkannibalisierung anbieten würde. Obwohl sie sicherlich die iPhone-Verkäufe noch einmal explodieren lassen würde. Und so bleibt dieser Wunsch für iOS 27 höchstwahrscheinlich noch lange ein Traum.

Wunsch 5: Systemweiter Zurück-Button (oder Geste)

Android-Smartphones haben noch einen weiteren Vorteil: die systemweite Zurück-Taste. Egal, wohin man sich verfranzt hat: Die Zurück-Taste bringt User wieder an den richtigen Ort in der richtigen App. Bei iOS geht regelmäßig nach dem App-Wechsel das Gesuche los: Multitasking-Ansicht öffnen, durch die Apps wischen – und beten, dass der App-Refresh noch nicht zugeschlagen hat. Apples aggressive App-Nap-Funktion sorgt nämlich regelmäßig dafür, dass die Apps sich beim erneuten Aufruf neu laden. Gerade Social-Media-Nutzer bringt das regelmäßig zur Verzweiflung.

Wunsch 6: Liquid Glass entschärfen

Die einen lieben es, die anderen hassen es. Doch Fakt ist, dass Liquid Glass die Systemlast in die Höhe treibt, die Benutzbarkeit stellenweise behindert, und selbst nach fast einem Jahr und vielen Updates immer noch stellenweise inkonsistent ist. Die Entschärfung, die iOS 26.2 mitbrachte, ist eher homöopathisch; Apple sollte Nutzern die Wahl lassen, ob sie die schicke Oberfläche verwenden möchten oder nicht.

Liquid Glass wurde zwar entschärft, sollte aber abschaltbar sein.

Wunsch 7: Kamerasteuerung frei belegbar machen

Die Aktionstaste am iPhone kann mit einer Vielzahl von Funktionen belegt werden. Anders die Kamerasteuerung: Die ist fest mit der Kamera-App verbunden. Das ist auf vielfältige Weise unnötig: Einerseits, weil die Kamerataste nicht jeden Nutzer glücklich macht.

So produziert sie bei Auslösungen in schlechtem Licht Verwackler oder wechselt je nach Einstellung versehentlich die Kamera, den Zoom oder den Bildstil. Andererseits dient sie auch als Auslöser für die KI-Kamera, die der normalen Kamera-App unnötig ähnlich sieht und sich gerne aus Versehen einschaltet und für Verwunderung sorgt. Kurzum: Wer den Knopf nicht braucht, sollte ihn anders nutzen können, etwa als Schnellzugrifftaste für eine App oder als Schalter für die Taschenlampe. Es wäre wünschenswert, wenn Apple dieses reine Software-Feature in iOS 27 nachrüsten würde.

Wunsch 8: Spotlight, Siri und Apple Intelligence müssen besser werden!

Apple hat es auf dem Mac mit macOS 26 vorgemacht: Spotlight kann ein extrem mächtiges Werkzeug sein. Einzig: iPhone- und iPad-Nutzer kamen bislang nicht in den Genuss der neuen Spotlight-Funktion. Das ist ärgerlich und unnötig.

Das gleiche gilt für Siri, das zwar möglicherweise künftig auf Google Gemini – also eine funktionierende LLM – für KI-Features zurückgreifen wird. Zudem sollte es möglich sein, das iPhone per Sprachbefehl tatsächlich zuverlässig zu steuern. Dazu wäre allerdings ein als KI-Agent ausgestattetes Siri auf dem Gerät notwendig. Denkbar wäre zum Beispiel eine komplette Steuerung per Sprachanweisung, ohne das Smartphone überhaupt in die Hand nehmen zu müssen.

Und wo wir gerade bei künstlicher Intelligenz sind: Apple Intelligence war nie gut und wird auch derzeit kaum besser. Apple hat bei den eigenen KI-Features nie den Anschluss gefunden und ist obendrein ins Hintertreffen geraten. Die KI-Integration muss deutlich treffsicherer und autonomer werden – auch hier wird hoffentlich das Joint-Venture mit Google und die Gemini-KI helfen.

Wunsch 9: Clipboard-History für die Zwischenablage

Wünschenswert wäre natürlich neben der KI auch eine Clipboard-History. Der Mac hat die seit macOS 26 serienmäßig an Bord, auch wenn Spotlight nur einige wenige Einträge vorhält. Das reicht aber zumeist völlig aus, um die Produktivität deutlich zu steigern. Das Feature sollte zudem Teil der gemeinsamen Zwischenablage in der iCloud sein, am besten mit einer Möglichkeit, alle Einträge anzuzeigen – das könnte die Bedienung des iPhones deutlich vereinfachen.

Wunsch 10: Viele kleine Verbesserungen

Das ist natürlich längst nicht alles, aber wenn man sich etwas wünschen darf – das weiß jedes Kind in der Vorweihnachtszeit – kann die Liste unendlich lang werden. Wir wollen an dieser Stelle aufhören, ins Detail zu gehen, wünschen uns aber von Apple trotzdem noch ein paar kleinere Verbesserungen, die die Bedienung des iPhones endlich wieder besser machen.

Eine davon wäre zum Beispiel die Fotos-App: Die wurde mit dem letzten Redesign verschlimmbessert, es wäre gut, wenn Apple hier wieder für mehr Übersichtlichkeit sorgen würde. Ebenfalls auf der Wunschliste: eine bessere Autokorrektur und ein Redesign der Bildschirmtastatur. Nach wie vor setzt die auf das Design der frühen iPhone-Modelle, obwohl die Bildschirme inzwischen deutlich mehr Platz bieten. Und: Die Autokorrektur wird von vielen Nutzern nach wie vor als bescheiden wahrgenommen.

Discussion in the ATmosphere

Loading comments...