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Apple und der ESC haben etwas gemeinsam: Vielfalt statt Einfalt

Macwelt – News, Tipps und Tests von Apple-Experten [Unofficial] May 15, 2026
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Am Montag dieser Woche hatte der bayerische Wirtschaftsminister einen bemerkenswerten Auftritt in einer Talkshow, welche der Frage nachgehen wollte, ob der ESC politisch sei und wenn ja, wie sehr. Der bisher nicht als Musikkritiker aufgefallene Experte aus Niederbayern meinte, die Show am Samstag werde mal wieder mehr Klamauk als Musik bieten, und arbeitete sich insbesondere am österreichischen Travestiekünstler und Sänger Thomas Neuwirth als „Frau mit Bart“ ab.

Nun muss man den ESC nicht mögen, Musik ist Geschmackssache. Da der Kritiker aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium aber annähernd im gleichen Atemzug erklärte, mit Musik habe er generell nicht so viel am Hut, stellt sich die Frage, warum die Redaktion von Luis Klammroth den Herren als Experten zum Thema ESC eingeladen hat.

Ich gebe zu, viele Beiträge des ESC werden mir in das eine Ohr rein und sofort zum anderen Ohr wieder rausgehen – immer die gleichen Powerballaden aus Moldawien oder Litauen, dieselben Euro-Dance-Beats aus Rumänien oder Estland, und zusammen mit den Kurzopern aus Belgien oder Serbien haben alle den gleichen Halbtonschritt nach oben im letzten Refrain, die Windmaschine und die Pyrotechnik.

Andererseits findet man immer wieder Perlen: beinahe vergessene Instrumente und Skalen aus Südosteuropa, die im Nordwesten des Kontinents kaum einer je gehört hat. Gesangsdarbietungen von Sängerinnen aus Schweden oder Sängern aus der Ukraine, die einem das Herz aufgehen lassen. Gewagte Tanzeinlagen und Balanceakte auf wackelnden Bühnenaufbauten oder zwischen Folk und Heavy Metal. Der ESC ist bunt, schrill, manchmal laut und manchmal leise, aber insbesondere paneuropäisch. Während manche Experten sich im TV als einfältig gerieren, feiert der ESC die Vielfalt – genau so soll es sein.

Vielfalt schreibt sich auch weiterhin Apple auf die Fahnen, trotz der vielen Einfaltspinsel im Heimatland oder vielleicht sogar gerade deswegen. Beinahe zeitgleich mit der beeindruckenden Darbietung von musikalischer, wirtschaftlicher und sozialer Kompetenz des Ministers hat Apple die Updates für die 26.5er-Versionen seiner Betriebssysteme in finaler Version veröffentlicht. Wie üblich zu der Jahreszeit kommen auch wieder bunte „Pride“-Hintergrundbilder und Zifferblätter. Als ob Apple den Verächtern der Regenbogenfarben – und damit auch Apples buntem Logo von 1977 bis 1998 – entgegenkommen wollte, sind die Pride-Wallpaper für iPhone, iPad und Mac sowie das Zifferblatt für die Apple Watch recht frei konfigurierbar in den Farben. Warum nicht alles in Rot-Dunkelrot-Weiß basteln, damit es dem neuen Trikot des FC Bayern nahekommt? Oder in Schwarz-Gelb, den Farben der schon länger grün (mit)regierten Landeshauptstadt, oder gar in den Farben ihres Himmels, Weiß und Blau?

Vielfalt pflegt Apple auch bei seinem Personal. So arbeiten etwa in dem Europäischen Chip Design Center in der Karlstraße einige Tausend Menschen aus aller Herren Länder. Tim Cook wurde zumindest in der Amtszeit von POTUS 45 nicht müde, zu betonen, wie wichtig es für Apple ist, auch in Cupertino und an all seinen anderen US-Standorten die besten Köpfe aus aller Welt zu beschäftigen und nicht nur solche, die als Nachfahren von Nordeuropäern im Lande geboren sind.

Durch Vielfalt entsteht Erfolg. Das werden die Münchener am Tag nach dem ESC auf dem Marienplatz erleben, wenn der belgische Trainer und seine Mannschaft mit jungen Männern aus München, Stuttgart und anderen deutschen Städten sowie Österreich, England, Frankreich, Südkorea, Japan und dem Senegal sich von den Fans der Rot-Weißen und dem grünen Oberbürgermeister mal wieder ausgiebig feiern lassen.

Wer es eher ruhiger angehen möchte, hat am Wochenende in München noch die Gelegenheit, vor Apples Chip Design Center in der Karlstraße Kunst zu genießen: eine Ausstellung von Werken des Festivals für zeitgenössische Kunst „Various Others“ (sic!).

Vielleicht tue ich ihm Unrecht, aber mir ist nicht bekannt, dass der bayerische Wirtschaftsminister sich mit dem Hochtechnologiestandort in Münchens Innenstadt und den vielfältigen Personen, die dort Hardware entwickeln, ausreichend vertraut gemacht hat. Von einer Reise des Herrn in das Silicon Valley ist mir auch nichts bekannt, aber auch das habe ich womöglich übersehen. Wo ich mir aber ziemlich sicher bin: Im Hochtechnologieland Israel war der Minister in seiner mittlerweile fast acht Jahre währenden Amtszeit noch nie. Dabei könnte es zu seinen Aufgaben gehören, dort tätige Firmen zu Kooperationen mit bayerischen zu gewinnen oder ihnen gar einen neuen Standort fern von Krieg und Gewalt im Freistaat schmackhaft zu machen.

Nein, er muss am Samstagabend nicht dabei zusehen, wie Griechenland 12, Finnland 10 und Deutschland 0 Punkte bekommen, aber ein Besuch in der Karlstraße 77, mit oder ohne zeitgenössische Kunst, könnte seinen Horizont erweitern. Vielleicht trifft er dort auch den aus Israel stammenden Jony Srouji, der als Nachfolger des neuen CEO John Ternus die Hardwareentwicklung Apples leiten wird.

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