Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke bei Apple
Diese Woche hat der Kollege Roman Loyola von Apple einen iMac Ultra gefordert und obwohl für meine privaten sowie beruflichen Zwecke eine solche Maschine ein wenig zu groß und unpraktisch wäre, schließe ich mich dem Wunsch an. Nur: Hat Apple hier wirklich eine Lücke im Angebot gelassen oder bilden wir Technerds uns das bloß ein?
Zwei Wochen zuvor klagte Macworld-Autor Alex Blake, dass es Apples Zubehör an Magie fehle und die Maus, Tastatur und auch das Trackpad das „Magic“ nur im Namen tragen. Stimmt, insbesondere über die Maus, mit der man nicht arbeiten kann, wenn sie auflädt, haben wir schon immer unsere Witze gerissen. Und dass es die bunten iMac-Tastaturen mit Touch-ID nicht ohne iMac gibt, sondern nur in Schwarz oder Weiß, ist auch nicht wirklich eine Lücke, die Apple gelassen hat, damit sie Dritthersteller bespielen. Man kann wunderbar mit Magic Trackpad, Keyboard und Mouse arbeiten. Wer etwas Besseres haben will oder gar etwas anderes wie eine Gaming-Maus oder eine mechanische Tastatur, findet ein großes Angebot.
In dieser Woche hat mal wieder eine Kollegin geseufzt, dass es von Apple keine Mini-iPhones mehr gäbe. Sie würde ein hypothetisches iPhone 17 Mini sofort kaufen. Auch das kann ich nachvollziehen, wenngleich ich froh über den größeren Bildschirm meines iPhone 15 und bald iPhone 18 Pro bin, der Formfaktor ist schon genial.
Ich konnte die Kollegin aber trösten, denn im Herbst kommt aller Voraussicht nach die Mini-Form des iPhone zurück. Also, wenn es zusammengeklappt ist. Ausgeklappt ähnelt das iPhone Ultra dann mehr einem iPad Mini und der Preis wird alles andere als mini sein. Die Mini-Lücke ist für Apple aber sehr wahrscheinlich gar keine. Dass Cupertino den Formfaktor nach nur zwei Ausgaben wieder gestrichen hat, liegt ziemlich sicher an schlechten Verkaufszahlen von iPhone 12 Mini und iPhone 13 Mini.
Hat Apple aber nun mutwillig eine Lücke gerissen, als es zum 1. Mai den bisher günstigsten Mac Mini mit 256 GB SSD aus seinem Angebot nahm? Vermutlich blieb dem Unternehmen keine andere Wahl, denn die Speicherkrise ist längst auch in Cupertino angekommen. Die neue Einstiegsvariante mit 512 GB SSD ist um 250 Euro teurer, so lassen sich höhere Kosten für die Komponenten besser abfedern.
Und unter uns: Die 256 GB waren für einen Desktop nur bedingt empfehlenswert, etwa für Schulen und Behörden, die streng auf Kosten achten müssen, oder für Leute, die ihre Daten bedenkenlos in die iCloud stellen oder daheim einen NAS betreiben. Sonst sind 512 GB gerade mal ausreichend – der Mac Mini kostet damit 949 Euro wie bisher auch schon. Positiver Nebeneffekt ist der jetzt nennenswerte Abstand zum günstigsten Macbook Neo, das 699 Euro kostet, was dem Preis des Mac Mini 256 GB entsprach.
Das Macbook Neo hingegen ist ein Gerät, das eine Lücke in Apples Angebot füllte. Günstig, aber leistungsstark wie ein vollwertiger Mac. Mit Abstrichen bei Features, an die sich langjährige Nutzer gewöhnt haben, die Neukunden aus der Windows-Welt aber kaum vermissen dürften. Und das zu einem Preis, der selbst alte Hasen wie mich dazu verlocken könnte, ein Neo als Zweitgerät zu kaufen. Aber das mit 512 GB und Touch-ID, das nur 100 Euro mehr kostet als die Basisversion. Für Apple ist das geradezu sensationell, aber das hatten wir schon mehr als einmal erwähnt.
Wo ist denn aber nur diese entsetzliche Lücke, die ich in Überschrift und Vorspann erwähne? Nun, ich habe Sie lange auf die Folter gespannt, jetzt löse ich diese Dissonanz aber mit einem wohlklingenden Crescendo auf: Ich habe sie bei Apple Music Classical gefunden.
Ich weiß, ich bin gemein. Denn an sich ist das aus Primephonic hervorgegangene Angebot mit klassischer Musik alles andere als lückenhaft. Zwar findet man bei Apple Music und im iTunes Store ein reichhaltiges Angebot an klassischer Musik, aber von den meisten Werken nur eine einzige Aufnahme. Von manchen Komponisten überhaupt nichts und ganze Genres behandelt das Angebot nur stiefmütterlich. Ganz anders ist das bei Apple Music Classic, wo man von manchen Werken bekannterer Komponisten Dutzende Varianten findet. Die unterschiedlichsten Dirigenten, Orchester und Säle sind zu finden.
Selbst zeitgenössische Komponisten wie der Kanadier Samy Moussa sind vertreten. Aber nicht sein Werk „Elysium“, das 2021 in der Sagrada Familia seine Welturaufführung hatte und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) Ende April erstmals in München aufführte.
Ich war von den Klängen, die ein wenig an Philip Glass erinnerten, aber weit harmonischer und melodischer waren, so angetan, dass ich nach dem Konzert in der Isarphilharmonie das daheim gleich noch mal anhören wollte. Aber da tat sich diese Lücke auf, diese entsetzliche Lücke: „Elysium“ ist bei Apple Music Classic nicht zu finden. Noch nicht. Wenn Apple dann noch diese Lücke schließt, wäre mir das eine Freude wie ein schöner Götterfunken, eine Tochter aus Elysium.
Heute Abend bin ich wieder in der Isarphilharmonie, das BRSO spielt unter der Leitung seines Chefdirigenten Sir Simon Rattle Haydn, Adamek und Brahms. In Apple Music Classic gibt es von diesen Werken Dutzende, gar Hunderte Aufnahmen und nicht eine einzige entsetzliche Lücke.
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