Apple und Olympia: Ach, wie goldig
Ich muss gestehen, Olympische Spiele gehen mir meist am Kernhaus des Interesses vorbei, sommers wie winters. Was soll man auch von einer Veranstaltung halten, die – besonders im Winter – mehr Zerstörung der Umwelt und kostspielige Bauruinen hinterlässt als goldene Erinnerungen?
Oder was hält man von Nationenwertungen, die teilweise Jahre später wegen ertappter Doper berichtigt werden müssen – 2002 hatten einige hämische Bewohner der Nordalpen nur kurz Freude daran, dass Spanien mit seinen aus dem Allgäu gestifteten drei Goldmedaillen vor Österreich lag.
Und dann stößt mich auch noch die fürchterliche nationalistische Propaganda autoritär regierter Staaten bei Eröffnungs- und Schlussfeiern ab, von den Live-Übertragungen mitten in der Nacht ganz zu schweigen, wenn mal wieder in asiatischen Ländern die künstlich beschneiten Hänge dem Rutschen und Sausen dienen.
Insofern sind die Spiele in Norditalien geradezu eine Freude, wobei ich nicht unerwähnt lassen darf, dass der in die Landschaft gestellte Eiskanal von Cortina oder das überdimensioniert ausgebaute Biathlonstadion von Antholz nicht wirklich Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.
Aber dann schaue ich beim schottischen Traditionssport Curling zu, was mich zusammen mit einem schottischen Getränk wieder runterkommen lässt. Oder erfreue mich der Bilder von den auch weit nach den Spielen noch nutzbaren Pisten Stelvio und Tofana – selbst wenn das Zusehen mal richtig schmerzt. Wenn ein Körper regungslos im Schnee liegt, schmeckt mir der Kaffee überhaupt nicht mehr, da kann der Fendrich singen, was er will.
Apple hat es ja nicht so mit Sport. Während der Konkurrent und Lieferant Samsung schon seit jeher seinen Schriftzug auf die Sportkleidung von Fußballern flocken lässt und wesentlich daran beteiligt war, dass die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang stattfanden (und nicht in München und Umgebung), warb Apple die meiste Zeit seiner bald 50-jährigen Geschichte nicht mit Sportlern.
Das ändert sich allmählich. In den USA wird Apple TV die Rennen der Formel 1 ab diesem Jahr exklusiv übertragen, der Rest der Welt muss weiter in die Röhre schauen und hierzulande Sky abonnieren, um alle Rennen zu sehen. Für Apple dürfte das Engagement im Motorsport – auch mit Kinofilmen – lukrativer sein als die bisherigen sportlichen Betätigungen: Baseball schaut am Freitagabend nur das US-Publikum, der Season Pass Major League Soccer blieb offenbar trotz Messi und Müller so wenig nachgefragt, dass Apple TV die Spiele der US-Fußballliga ab dieser Saison ohne Zusatzkosten übertragen wird. Aus dem Bieterwettstreit um die weit interessantere Champions League mit den Messis und Müllers von heute und morgen ist Apple längst ausgestiegen, so es jeweils ernsthaft dabei war.
Kein Wunder also, dass nirgends in Cortina, Predazzo, Livigno, Antholz oder Mailand ein angebissener Apfel zu sehen ist – dabei bietet sich Apples Logo gerade dazu an, die olympischen Ringe ein wenig zu adaptieren (ähem …). Vielleicht bewahrt sich Apple einen Teil seiner Würde und will keine Geschäfte mit zwielichtigen Organisationen wie dem IOC oder der FIFA machen, auch beim World Cup im Sommer wird es keine Äpfel auf die Kunstrasenplätze regnen.
Apple hat in diesem Jahr auch ganz andere sportliche Ziele, wie man sie in der Midlife-Crisis so kurz vor dem 50sten eben hat. Die Sache mit der Apple Intelligence ist doch eher ein Ski-Marathon, auf dem Apple rund um seinen Ehrentag am 1. April mit OS 26.4 endlich den ersten Meilenstein erreicht, kurz nach Googles Energiespritze an der Verpflegungsstelle.
Wie gut der Pflichtteil dieses Paarlaufs wird, dürfte schnell zu sehen sein, über die Kür lässt sich erst später urteilen. Und wer hebt hier eigentlich wen, wer dreht die engeren und schnelleren Pirouetten? Die Sache mit der A- und der B-Note hat der Eiskunstlauf leider längst abgeschafft, aber mit zwölfmal 6,0 wie Torvill/Dean einst in Sarajevo rechne ich beim Paar Apple/Google ohnehin nicht.
Zuletzt den Ski des Mac gewechselt hat Apple vor etwas mehr als fünf Jahren, nachdem sich die von Intel zur Verfügung gestellten Skier auch mit den raffiniertesten Wachsen nicht mehr so schnell haben bekommen lassen. Jetzt ist da mehr Zug drauf, auch auf der Schussfahrt mit Pro und Max. Bald schon setzt der Mac einen Schwung, der M5 Pro wird gewissermaßen ein abgespeckter M5 Max, Super-G statt Abfahrt, beides verdammt flott. Der M5 Ultra hingegen kommt einem Zielsprung zur Bestzeit gleich. Der Lift den Berg hinauf für noch rasantere Abfahrten steht schon bereit.
Indes versucht sich Apple, respektive Tim Cook, an einem unmöglichen Spagat in Hochgeschwindigkeit den Aufsprunghügel hinab. Auf dem linken Ski steht so etwas wie „Vielfalt, Menschenrechte, Umweltschutz, Verantwortung, Empathie“, der rechte will goldenes Appeasement der US-Regierung gegenüber. Sicher, mit weit gespreizten Sprungskiern kommt man weit, nur sollte man vor der Landung wieder die Latten zusammenführen, sonst fällt man böse auf die Fresse. Und auf einem Ski aufschlagen geht ebensowenig. Selbst wenn man diese irre Landung steht, gibt es Punktabzug.
Ich schaue mir jetzt lieber Eishockey an, endlich mal wieder mit den besten Spielern aus aller Welt, denn die National Hockey League macht zu Olympia 2026 zwei Wochen Pause. Das ist die Liga, die so national ist wie die USA insgesamt, mit in den Staaten und in Kanada angesiedelten Franchises, in denen Einwanderer aus aller Welt um den begehrten Stanley-Cup kämpfen, der selbst für deutsche, schwedische, finnische, tschechische, ukrainische, lettische, italienische, französische, dänische und norwegische Kufensportler weit mehr glänzt als die Goldmedaille von Cortina und Mailand. Die gewinnen ohnehin die Kanadier, wenn nicht wieder ein Wunder auf dem Eis geschieht.
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