Quicktime Player: 10 Tipps, die kaum jemand kennt
Für das Abspielen von Videos am Mac ist unter macOS der Quicktime Player zuständig, eine einfache und komfortable App. Diese Software bietet aber weit mehr Funktionen, als mancher vermutet.
Objekte im Video nachschlagen
Auf dem iPhone ist diese auf Bilderkennung basierende Funktion längst ein alter Hut, sie steht aber auch im Quicktime Player für den Mac zur Verfügung: Tippen Sie in einem Videofenster auf eine abgefilmte URL, ein Denkmal, ein Nahrungsmittel oder andere Objekte, können Sie anhand der identifizierten Objekte eine Websuche starten.
Zuerst müssen Sie allerdings das Video anhalten, bei einem laufenden Video funktioniert die Option nicht. Klicken Sie nun bei gedrückter Steuerungstaste oder mit der rechten Maustaste auf ein Objekt im Standbild, etwa eine Statue. Es blendet sich ein Kontextmenü ein und Sie erhalten eine Recherche-Option. Bei einer Statue etwa „Denkmal nachschlagen“, bei einem Nahrungsmittel „Essen nachschlagen“ und bei einer URL „Link öffnen“. Die Suche ist zwar nicht immer erfolgreich, kann aber gerade bei Urlaubsfotos eine große Hilfe sein.
Per Kontextmenü auf ein Objekt oder eine URL können Sie eine Suche starten.
Stephan Wiesend
Objekte auswählen und kopieren
Sie können nach den Objekten in einem Video aber nicht nur nach Denkmälern oder Blumenarten suchen. Sie können eine Frucht oder ein Standbild als freigestelltes Bildelement in die Zwischenablage kopieren – etwa ein Objekt auswählen und in ein Profilbild einsetzen. Wählen Sie dazu im Kontextmenü die Option „Motiv kopieren“ aus.
Die Freistellung ist jedoch nicht sehr hochwertig, oft bleibt noch ein Stück des Hintergrundes im extrahierten Bild erhalten. Sie können übrigens über das Kontextmenü auch das komplette Standbild kopieren oder als Datei speichern.
iPhone mit Quicktime Player verbinden
Ist Ihr iPhone mit dem Mac verbunden, können Sie die Kamera des iPhones als Videoquelle auswählen. Sie können dann etwa mit dem Quicktime Player ein Lehrvideo für Youtube oder Tiktok aufnehmen.
Diese Funktion basiert auf der relativ neuen Option Integrationskamera, mit der Sie Ihr iPhone als Webcam nutzen können, etwa für einen Videochat über Teams oder Zoom.
Öffnen Sie dazu die App Quicktime Player und wählen Sie „Neue Filmaufnahme“. Sie sollten dann sofort das Kamerabild des iPhones im Videofenster sehen. Auf dem Bildschirm des iPhones ist in diesem Modus ein eigenes Menü zu sehen.
(Die Funktion Integrationskamera funktioniert auch per WLAN, ich empfehle aber, das iPhone per USB mit dem Mac zu verbinden. Das garantierte eine stabilere Verbindung.)
Sie können sowohl auf die Kamera eines iPhones als auch den iPhone-Bildschirm zugreifen.
Stephan Wiesend
Über ein grünes Kamerasymbol in der Menüleiste können Sie zusätzlich noch einige Einstellungen ändern, etwa einige optische Effekte aktivieren. Auch eine sogenannte Schreibtischansicht ist hier einschaltbar, bei der nur ein Teil des Bildes genutzt wird. Das kann etwa für das Erstellen von kleinen Lehrfilmen sehr nützlich sein.
Als Standard ist das Mikrofon des iPhones als Audioquelle ausgewählt, Sie können aber auch ein anderes Mikro auswählen, etwa Ihr Headset.
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Apple TV und iPhone-Bildschirm abfilmen
Neben dem Kamerabild des iPhones können Sie aber auch den iPhone-Bildschirm als Videoquelle auswählen. Dazu tippen Sie im App-Fenster auf das Häkchen rechts neben dem Aufnahmebutton.
Ist das iPhone mit dem Mac verbunden, sehen Sie Ihr Smartphone unter Bildschirm > iPhone aufgeführt. Nach der Auswahl erscheint das iPhone in einem Fenster des Quicktime Players und kann aufgenommen werden.
Was auf dem iPhone-Bildschirm passiert, können Sie per Quicktime Player abfilmen.
Stephan Wiesend
Auch ein Apple TV können Sie so abfilmen. Ein nahes Apple TV in Ihrem Netzwerk wird im Quicktime Player aufgelistet und kann abgefilmt werden. Hinweis: Kopiergeschütztes Material wie einen Film von Apple TV+ können Sie so allerdings nicht abfilmen.
Video per Schnellaktion bearbeiten
Vermutlich kennen Sie bereits die Funktion „Kürzen“ des Quicktime Players: Haben Sie ein Video im Player geöffnet, können Sie ihn über Bearbeiten > Kürzen bequem anpassen und etwa Anfang und Ende beschneiden.
Für die Nutzung der Funktion „Kürzen“ müssen Sie aber das Video oder die Audiodatei eigentlich nicht erst im Quicktime Player öffnen. Sie können die Datei im Finder auswählen und eine sogenannte Schnellaktion verwenden:
Klicken Sie dazu im Finder mit gedrückter Steuerungstaste auf die Datei. Im Kontextmenü wählen Sie nun unter „Schnellaktionen“ die Funktion „Kürzen“. Diese Schnellaktionen werden unter Allgemein > Anmeldeobjekte & Erweiterungen > Systemdienste konfiguriert.
Auch das Drehen der Datei um 90 Grad nach links ist über eine solche Schnellaktion möglich. Das kann gerade bei Handyaufnahmen sehr nützlich sein, hält man das Handy doch schnell falschherum. Sogar mehrere Videos gleichzeitig können Sie damit drehen.
Videos per Drag-and-Drop kombinieren
Sie können mehrere Videos problemlos zu einem Video kombinieren, der Player unterstützt Drag-and-Drop. Öffnen Sie dazu das erste Video, mit dem das Video starten soll. Sie können jetzt ein zweites Video (und weitere Videos) einfach in das Videofenster ziehen. Automatisch blendet sich dabei eine Clip-Übersicht im Fenster ein. Hier können Sie die Videos jetzt frei arrangieren und die Reihenfolge ändern – zumindest bis zum Export als neue Datei.
Diese Clip-Übersicht bietet übrigens noch eine Vielzahl an Bearbeitungsmöglichkeiten. Was Sie vielleicht nicht wissen: Sie können auch eine Audiodatei ergänzen. Diese wird dann automatisch an den Anfang des Videos gesetzt, das Video gilt dabei als Grundlage. Ist sie länger als das Video, wird sie einfach am Ende des Videos gekappt.
Nach Einblenden der Clips stehen zahlreiche Funktionen zur Verfügung.
Stephan Wiesend
Videos in der Clip-Übersicht anpassen
Haben Sie in der Übersicht gerade mehrere Clips kombiniert, können Sie noch weitere Korrekturen vornehmen. Es gibt nämlich zwei Möglichkeiten, die Clips in der Übersicht zu bearbeiten: Mit einem Doppelklick auf einen der importierten Clips öffnet sich dieser im bekannten Kürzen-Modus. Sie können nun die Länge von jedem der Clips gezielt anpassen.
Es gibt hier aber noch eine Option: Wenn Sie einen dieser Clips einmal anklicken, können Sie über die Menüfunktion „Bearbeiten“ diesen Clip drehen und horizontal oder vertikal spiegeln.
Eine weitere Option haben Sie, wenn Sie einen Hochkant-Clip in ein Video im Querformat eingefügt haben. Als Standard wird das Video nämlich automatisch zentriert. Um schwarze Balken zu vermeiden, wird der Rand oben und unten einfach abgeschnitten. Über Bearbeiten > Clip-Ausrichtung können Sie aber stattdessen den Clip nach oben oder unten „verschieben“.
Audiospur bearbeiten
Sie können bei einem Video nicht nur die Videospur, sondern auch die Audiospur einblenden. Dazu wählen Sie in der Menüleistung _Darstellung > Audiospur _einblenden aus. Sie sehen jetzt in der Clip-Übersicht eine kleine Verlaufsgrafik mit Wellenform und können das Video bequem kürzen. Das ist manchmal anhand der Wellenform einfacher, etwa wenn Sie ein Störgeräusch herausschneiden wollen.
Einzelne Audiodateien bearbeiten
Auch eine Audiodatei können Sie übrigens mit dem Quicktime Player öffnen und bearbeiten. Wahlweise können Sie die Datei kürzen, aufteilen und per Drag-and-Drop weitere Audiodateien ergänzen.
Sie wollen nur Ende oder Anfang kürzen? Wählen Sie über die Menüleisten den Befehl Bearbeiten > Kürzen. Dann öffnet sich auch bei einer Audiodatei eine Bearbeiten-Funktion. Wollen Sie die Datei aber aufteilen, müssen Sie Darstellung > Clips auswählen und die Clip-Übersicht aktivieren. Über Bearbeiten > Clip teilen können Sie nun die Audiodatei in mehrere Clips aufteilen und auch diese Clips aufteilen.
Auch die Audiospur können Sie einblenden.
Stephan Wiesend
Export in zusätzliche Formate
Der Quicktime Player bietet eine einfache Export-Option, die den Export in einige wenige Standardgrößen bietet. In einem zweiten Schritt können Sie zudem zwischen den beiden Videoformaten H.264 (bessere Kompatibilität) und HEVC (kleinere Dateien) wählen.
Tipp: Der Export in ein Format wie 4K oder 1080p kann auch hilfreich sein, wenn ein Video auf einem iPad oder iPhone nicht abgespielt werden kann. Durch die erneute Konvertierung kann das Video dann meist problemlos abgespielt werden. Der Export ist aber recht umständlich und bietet wenig Einstellungsmöglichkeiten.
Es gibt aber noch weitere Optionen, die Sie über den Finder als sogenannten Dienst aufrufen können. Dazu klicken Sie mit gedrückter Strg-Taste auf die Videodatei. Im Kontextmenü wählen Sie nun unter Dienste die Option „Ausgewählte Videodateien codieren“. Hier steht unter „Einstellungen“ eine ganze Serie an Formaten zur Wahl, auch ein Export in ProRes oder weitere Größen.
Per Schnellaktion können Sie unter mehreren Formaten und Auflösungen wählen.
Stephan Wiesend
Die Funktion ist vorwiegend dann nützlich, wenn Sie gleich mehrere Videos in ein anderes Format umwandeln wollen. Auch Audio wird über eine ähnliche Aktion unterstützt: Haben Sie Audiodateien ausgewählt, sehen Sie hier die Option „Ausgewählte Audiodateien codieren“. Vier Audioqualitäten sind auswählbar, von Apple Lossless für beste Qualität bis zu einem platzsparenden Format für gesprochene Podcasts.
Diese Formate und einige Presets lassen sich auch über das Terminal aufrufen. Wollen Sie etwa ein Video im Download-Ordner mit dem Dateinamen 2.mov in das Format ProRes konvertieren, können Sie dies mit dem folgenden Befehl erreichen:
avconvert --source /Users/stephan/Downloads/2.mov --preset PresetAppleProRes422LPCM --output /Users/stephan/Downloads/output.mov --replace
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