Leser:innenbriefe: vom 18.06.2026
Hoffnung für Kolumbien
«Kolumbien vor der Richtungswahl: Fortschritt oder Vaterland», «Rechtsruck in Lateinamerika: Fehlende Zukunftsvision», beide WOZ Nr. 22/26
Die beiden Artikel erwähnen die Schwierigkeiten linker Politik in Südamerika. Kolumbien wählt am kommenden 21. Juni einen neuen Präsidenten. Es ist schade, dass dem scheidenden Gustavo Petro, einem Ökonomen, eine mässige Leistung zugeschrieben wird: Gemäss Artikel hinterlässt er ein grosses Finanzloch, wobei dies bezweifelt werden darf (beispielsweise konnten Auslandsschulden stark reduziert werden). Das wirft die Frage auf, wie wir linke Politik und ihre Erfolge (und Fehler) wahrnehmen wollen.
Eine eher diffuse, unzureichende Information lässt mehr Wasser auf die Mühlen der Kritiker:innen fliessen und bestärkt eine weiter ablehnende Haltung linker Politiker:innen im Allgemeinen …
Die Hoffnung liegt darin, dass dieses in vielen Aspekten reiche Land eine weitere Chance erhält, linke, erfolgreiche Politik in die Zukunft zu begleiten.
Martin Prölss, Wittnau
Typisch
«Konzernverantwortung: Industrialisierung und Vertreibung», WOZ Nr. 24/26
Der «Witz» an der ganzen Sache ist, dass sich gemäss der «Thurgauer Zeitung» vom 12. Juni 2026 der Sitz des Konzerns Mitrelli (Maurerstrasse 8, 8500 Frauenfeld) im gleichen Geschäftsgebäude befindet wie die Generalstaatsanwaltschaft und deren Abteilung für Wirtschaftsstraffälle. Sie hat keine Kenntnisse von Mitrelli, was ja irgendwie bezeichnend, ja typisch ist.
Martin von Siebenthal, Frauenfeld
Wer ist die Hamas?
WOZ-Berichterstattung zu Israel und Palästina
Besten Dank für die WOZ-Sicht der Dinge. Ich finde es immer wieder bereichernd, beim Lesen der WOZ eine andere Sicht auf unsere Welt zu erhalten. Bei der aktuellen Palästinaberichterstattung bietet sie allerdings bloss eine weitere Sichtweise auf das, was Israel in diesem Konflikt alles falsch macht – das kann ich auch in anderen Medien nachlesen.
Für ein besseres Konfliktverständnis fehlen mir aber äusserst wichtige Perspektiven – darauf, wie die Hamas das Volk regiert. Wie sieht es zum Beispiel mit der Meinungsfreiheit der Bewohner:innen des Gazastreifens aus? Was denken die Menschen dort über die Hamas? Ich möchte dazu nicht Wikipedia bemühen, sondern wünsche mir WOZ-Reportagen von heute.
Zur Klarstellung: Ich bedaure äusserst, was im Gazastreifen mit der Bevölkerung geschieht, und missbillige die sinnlose Gewaltanwendung auf allen Seiten.
Robert Seifert, per E-Mail
Long Covid
«Long Covid und ME/CFS: Heilung in drei Tagen?», WOZ Nr. 21/26
Ich bin Abonnentin und überzeugte WOZ-Leserin, weil bei euch nicht nur wiedergekäut wird. Es wird gefragt, recherchiert, der Finger auf wunde Punkte gelegt und den Sachen auf den Grund gegangen. Normalerweise.
Bei eurem Artikel zur Thematik Long Covid musste ich aber die Stirn runzeln: Wie ist denn der entstanden? Es gibt viele interessante und kritische Fragen, welche man verfolgen könnte. Es gibt offensichtlich grosse «unsichtbare» Probleme bei dieser Thematik.
Was ich aber zu lesen bekomme, ist ein einfaches Pamphlet gegen einen Heilungsansatz, der nicht unbedingt neu ist, aber sehr umstritten aufgenommen wird. Es wird dabei nicht nachgefragt, sondern verurteilt.
Für meinen WOZ-Anspruch ist der Artikel definitiv ungenügend.
Christiane Gnägi, per E-Mail
Discussion in the ATmosphere