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Fähren für Zugreisende: Skandinavien und Ostseeraum

Zugpost May 26, 2026
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Klar, wenn wir auf Zugreise gehen, wollen wir natürlich vor allem mit dem Zug fahren. Aber manchmal ist es auch eine gute Idee, eine Fähre in den Reiseplan einzubauen. Fähren schließen Lücken, Fähren können Zeit sparen. Und manchmal ist die Fährfahrt so schön, dass sie selbst zu einem Höhepunkt der Reise wird.

Aber welche Verbindungen nehmen überhaupt Fußpassagiere mit? Wie gut sind die Fährterminals an Bahn und Bus angebunden? Und welche Routen lohnen sich wirklich? Mit dieser Reihe möchte ich den wichtigsten Fährverbindungen Europas auf den Grund gehen – aus der Perspektive von Zugreisenden.

Im ersten Teil schauen wir nach Skandinavien und in den Ostseeraum: Fähren nach Schweden, Norwegen und Finnland sowie in die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland.

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Dies ist Version 1 dieses Guides. Ich werde ihn nach und nach um weitere Informationen, Fotos und Karten ergänzen.

Schweden

Seit der Eröffnung der Öresundbrücke im Jahr 2000 lässt sich Schweden bequem auf dem Landweg erreichen. Trotzdem bleibt die Fähre eine interessante Alternative – weil der Fahrplan besser passt, der Nachtzug zu teuer ist oder weil ihr die Öresundbrücke einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchtet.

Travemünde – Trelleborg

Fahrzeit: 8 Stunden

Trelleborg ist das klassische Tor nach Schweden. Die Kleinstadt etwa 30 Kilometer südlich von Malmö hat eine Reihe von Fährverbindungen von Deutschland und Polen. Die Fährlinie von Travemünde bei Lübeck ist so bedeutend, dass mit TT-Line eine ganze Reederei nach den Anfangsbuchstaben der Städte benannt ist.

In Trelleborg liegt das Fährterminal direkt neben dem Bahnhof. Es gibt einen Shuttleservice, mit dem es von Bord direkt zum Bahnsteig geht. Auch die Anreise zum Terminal in Travemünde ist inzwischen einfacher geworden: Seit Ende 2025 verbindet ein Direktbus den Lübecker Hauptbahnhof mit dem Skandinavienkai.

Anbieter:

  • TT-Line

⚠️

Achtung: Der Bahnhaltepunkt „Lübeck-Travemünde Skandinavienkai“ hat keine Busverbindung zum Terminal mehr. Zu Fuß lässt sich das Hafengelände von hier nicht erreichen.

Travemünde – Malmö

Fahrzeit: 9 Stunden

Eine Alternative ist die Fahrt direkt nach Malmö. Höhepunkt ist die Passage unter der Öresundbrücke kurz vor der Ankunft. Die Fähre verkehrt ganzjährig bis zu dreimal täglich, darunter mindestens eine Nachtfahrt und je nach Tag auch eine Tagesüberfahrt.

Fußpassagiere werden mit einem Shuttle an Bord gebracht, Fahrräder werden kostenlos befördert. Das Terminal in Malmö liegt im Hafengebiet nördlich der Innenstadt. Von der Haltestelle „Norra Hamnen Verkö“ geht es in etwa 25 Minuten mit dem Stadtbus zum Hauptbahnhof Malmö C.

Tipp: Da die Linie von einer finnischen Reederei betrieben wird, gibt es an Bord natürlich eine Sauna. Die Nutzung ist für alle Fahrgäste kostenlos.

Anbieter:

  • Finnlines

Rostock – Trelleborg

Fahrzeit: 6 Stunden

Ebenfalls nach Trelleborg geht es von Rostock aus, und das mit gleich zwei verschiedenen Fähranbietern. Vorteil Rostock: Die Überfahrt geht schneller und die Anreise aus dem Osten Deutschlands ist kürzer. Von Berlin nach Rostock sind es etwa nur zwei Stunden mit dem Intercity.

Der Fährhafen von Rostock liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums, ist aber gut mit dem ÖPNV zu erreichen. Vom Hauptbahnhof geht es mit der S-Bahn Richtung Warnemünde, dort steigt ihr in den Bus zur Haltestelle „Seehafen Fähre“ um.

Anbieter:

  • TT-Line
  • Stena Line

Kiel – Göteborg

Fahrzeit: 15,5 Stunden

Die Option für alle, die besonders bequem nach Schweden reisen möchten. An Bord steht klar das Erlebnis im Vordergrund. Es gibt Shopping, Restaurants und komfortable Kabinen. Aber klar: Das hat seinen Preis. Die Fähre Kiel–Göteborg ist die teuerste Route nach Schweden.

Aufgrund der Länge der Fahrt verkehren die Schiffe zwischen Kiel und Göteborg über Nacht, eine Kabine ist Pflicht. Genug Zeit, das Angebot an Bord zu genießen und morgens in Ruhe zu frühstücken.

In Kiel liegt das Terminal direkt im Stadtzentrum, nur etwa 800 Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Es ist zu Fuß oder mit dem Bus erreichbar. In Göteborg legen die Fähren am Göta-Fluss nahe der Älvsborgsbron an. Von dort geht es mit der Straßenbahn (Haltestelle „Chapmans Torg“) in rund 15 Minuten ins Stadtzentrum.

Anbieter:

  • Stena Line

Helsingør – Helsingborg

Fahrzeit: 20 Minuten

Dieser kleine Hüpfer ist etwas für alle, die die Öresundbrücke schon kennen und mal etwas anderes ausprobieren möchten. Es ist ein kleiner Ausflug in die Geschichte, denn zwischen dem dänischen Helsingør und dem schwedischen Helsingborg verkehrten die Eisenbahnfähren, bevor die Brücke eröffnet wurde.

Und auch heute noch kann man die Fähre über den Öresund nehmen. Vorbildlich ist die Anbindung allemal: Sowohl in Helsingør als auch in Helsingborg liegt das Terminal direkt neben dem Bahnhof, über Gangways geht es direkt vom Zug aufs Schiff. Helsingør ist außerdem nur knapp eine Stunde mit dem Regionalzug von Kopenhagen entfernt.

Tipp: Wenn euch die Überfahrt zu kurz ist, könnt ihr einfach an Bord bleiben. Mit einem Ticket kann man beliebig oft hin und her fahren – und zum Beispiel ein Mittagessen an Bord genießen.

Anbieter:

  • Øresundslinjen

Frederikshavn – Göteborg

Fahrzeit: 3,5 Stunden

Die zweite verbliebene Fährverbindung zwischen Dänemark und Schweden verkehrt weiter nördlich: von Frederikshavn an der Nordspitze Jütlands nach Göteborg, Schwedens zweitgrößter Stadt. Die entspannte, dreieinhalbstündige Überfahrt lässt sich wunderbar in eine kleine Rundreise durch Dänemark und Südschweden integrieren.

Frederikshavn wird stündlich mit Regionalzügen aus Aalborg bedient. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten zu Fuß zum Fährterminal. In Göteborg legen die Fähren am Danmarksterminal an, von dort geht es mit der Straßenbahn weiter ins Stadtzentrum.

Anbieter:

  • Stena Line

⚠️

Achtung: Die Fährverbindung zwischen Grenå und Halmstad wurde im April 2026 eingestellt.

Gdynia – Karlskrona

Fahrzeit: 10 Stunden

Einen regen Fährverkehr nach Schweden gibt es auch von Polen. Herausstellen möchte ich hier die Fähre von Gdynia nach Karlskrona. Der Grund: Mit bis zu drei Abfahrten pro Tag gibt es einen recht dichten Takt, dazu sind die Preise oft vergleichsweise moderat.

Außerdem ist die Anreise unkompliziert. Nach Gdynia geht es direkt mit dem Zug aus Berlin. Und wer Lust auf einen schönen Bahntag in tschechischen und polnischen Eurocity-Zügen hat, könnte sogar die Anreise aus Wien über Gdynia in Erwägung ziehen.

Gdynia liegt etwa 40 Kilometer nördlich von Gdańsk (Danzig). Mit dem Bus sind es nur wenige Minuten vom Bahnhof zum Fährterminal. Karlskrona ist eine sehenswerte Marinestadt im Südosten Schwedens. Das Fährterminal liegt etwas außerhalb des Zentrums, mit dem Stadtbus geht es in etwa 30 Minuten zum Bahnhof.

Anbieter:

  • Stena Line

Fähren ab Świnoujście

Der wichtigste polnische Fährhub in Richtung Schweden ist Świnoujście (Swinemünde). Die Stadt liegt am östlichen Ende der Insel Usedom und ist über die Usedomer Bäderbahn direkt mit Stralsund verbunden. Aus Richtung Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin kann eine Fähre von Świnoujście daher eine sinnvolle Option für die Anreise nach Schweden sein.

  • Świnoujście – Trelleborg Fahrzeit: 7 Stunden TT-Line, Polsca Baltic Ferries
  • Świnoujście – Ystad Fahrzeit: 7,5 Stunden Polsca Baltic Ferries
  • Świnoujście – Malmö Fahrzeit: 9 Stunden Finnlines

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Norwegen

Eine Zugfahrt nach Norwegen ist spannend – aber auch lang. Da kann es eine gute Idee sein, einen Teil der Reise aufs Meer zu verlegen. Mit der Verbindung von Kiel nach Oslo gibt es eine direkte Route von Deutschland. Dazu kommen mehrere Fähren ab Dänemark, die je nach Reiseziel und Reiseplan ebenfalls interessant sein können.

Kiel – Oslo

Fahrzeit: 20 Stunden

Die Fahrt mit der einzigen Direktfähre von Deutschland nach Norwegen dauert fast einen ganzen Tag und, sagen wir es frei heraus, ist extrem teuer. Dafür warten auf den „Kreuzfahrtschiffen mit Autodeck“, wie sie die Reederei nennt, ein Dutzend Restaurants und Bars, eine Einkaufspromenade, ein Schwimmbad und vieles mehr.

Der Norwegen-Terminal in Kiel liegt auf der anderen Seite der Förde, ist aber nur einen rund zehnminütigen Spaziergang über die Hörnbrücke vom Hauptbahnhof entfernt.

Tipp: Das Ganze lässt sich auch als dreitägige Mini-Kreuzfahrt machen. Ob zwei Tage auf See für einen Landgang von gerade einmal vier Stunden in Oslo wirklich lohnen, muss jeder selbst entscheiden. Immerhin sind die Preise oft günstiger als bei einer einfachen Überfahrt.

Anbieter:

  • Color Line

Kopenhagen – Oslo

Fahrzeit: 17 Stunden

Eine pfiffige Alternative kann es sein, stattdessen von Kopenhagen nach Oslo zu fahren. Die Route ist deutlich günstiger als die Fähre von Kiel. Natürlich ist die Anfahrt nach Kopenhagen länger, aber von Hamburg aus kommt ihr in einigen Stunden bequem im Eurocity hin. Seit 2026 gibt es auch wieder einen Direktzug von Prag über Dresden und Berlin.

In Kopenhagen gibt es einen Shuttlebus vom Hauptbahnhof sowie vom Bahnhof Nørreport zum Terminal. Die Tickets müssen extra gebucht werden.

Der Terminal in Oslo liegt zentral am Fuße der Festung Akershus. Zum Hauptbahnhof ist es nur ein kurzer Hüpfer mit dem Bus – oder ein schöner Spaziergang direkt am Wasser. Zum Opernhaus und ins Stadtzentrum sind es zu Fuß nur etwa 15 Minuten.

Anbieter:

  • Go Nordic Cruiseline

Fähren ab Hirtshals

Weitere Fähren von Dänemark nach Norwegen verkehren ab Hirtshals an der Spitze Jütlands. Der Ort ist gut mit dem Zug zu erreichen und der Bahnhof liegt direkt neben den Fährterminals. Die Anreise über Aarhus und Aalborg ist allerdings recht lang. Aber warum nicht die Reise nach Norwegen gleich mit einer kleinen Stippvisite in Dänemark verbinden?

  • Hirtshals – Kristiansand Schnellfähre mit nur 2,5 Stunden Fahrzeit. Das Terminal liegt direkt neben dem Bahnhof an der Bahnstrecke Oslo–Stavanger. Anbieter: Color Line, Fjord Line
  • Hirtshals – Larvik Ebenfalls eine Schnellfähre, Fahrzeit 3:45 Stunden. Das Terminal liegt etwa 2,5 Kilometer vom Bahnhof Larvik entfernt. Von dort bestehen direkte Zugverbindungen nach Drammen und Oslo. Anbieter: Color Line
  • Hirtshals – Stavanger – Bergen Die Route führt zunächst nach Stavanger (11 Stunden) und weiter bis Bergen (17,5 Stunden). Das Terminal in Stavanger liegt etwas außerhalb im Hafen Risavika und ist per Bus angebunden. In Bergen ist die Ankunft am zentralen Jektevik-Terminal. Anbieter: Fjord Line

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Finnland

Für uns Zugreisende ist Finnland praktisch eine Insel. Mit der Haparandabahn gibt es zwar auch eine Bahnstrecke, die von Schweden an die finnische Grenze führt. Die ist aber so weit im Norden, dass sie für die Anreise nur untergeordnete Bedeutung hat. Fähren haben für die Anreise nach Finnland schon immer die Hauptrolle gespielt, und das wird sich auch so schnell nicht ändern.

Die klar beste Route führt über Stockholm. Von dort gibt es zwei Fährverbindungen, eine nach Turku und eine nach Helsinki. Die Route nach Turku ist kürzer und schöner. Alternativ könnt ihr euch auch auf eine sehr lange Fahrt direkt von Travemünde nach Helsinki begeben.

Stockholm – Turku

Fahrzeit: 10,5 Stunden

Die Fährfahrt von Stockholm nach Turku ist eine der schönsten überhaupt. Erst geht es durch die Stockholmer Schären, dann durch das Åland-Archipel und schließlich durch den riesigen Schärengarten vor Turku. Die Route ist Finnlands Lebensader und spielt eine zentrale Rolle für den Auto- und Güterverkehr. Gleichzeitig ist sie in Finnland wie Schweden für „Mini-Kreuzfahrten“ beliebt – in 24 Stunden hin und zurück.

Zwischen Stockholm und Turku verkehren zwei Anbieter, die sowohl Tages- als auch Nachtfahrten anbieten. Der Terminal von Viking Line ist mit U-Bahn und Bus erreichbar, Umstieg am Verkehrsknoten „Slussen“. Zusätzlich gibt es einen Shuttlebus der Reederei. Silja Line fährt vom Terminal Värtahamnen nördlich des Stadtzentrums. Dorthin gelangt ihr mit der U-Bahn bis „Gärdet“.

In Turku kommen beide Fähren direkt nebeneinander an der Mündung des Flusses Aurajoki an. Es gibt einen eigenen Hafenbahnhof „Turku satama“, von dem abgestimmt auf die Fährzeiten Züge nach Helsinki und Tampere fahren. Das Stadtzentrum von Turku ist mit dem Bus erreichbar.

Da diese Fähren für mich so etwas wie ein zweites Wohnzimmer sind, hier meine wichtigsten Tipps:

  • Es ist schneller und meist günstiger, mit der Fähre nach Turku zu fahren und das letzte Stück nach Helsinki mit dem Zug zurückzulegen.
  • Die Strecke ist eigentlich zu schön, um sie zu verschlafen. Wenn ihr zum ersten Mal nach Finnland fahrt, legt zumindest eine Richtung am Tag zurück.
  • Auch tagsüber lohnt sich eine Kabine. Sie ist oft erstaunlich günstig und bietet einen guten Rückzugsort und Platz für Gepäck.
  • Viking Line hat die moderneren Schiffe und einen Tick angenehmere Fahrzeiten und ist daher meine Wahl auf dieser Route.

Anbieter:

  • Viking Line
  • Silja Line

Stockholm – Helsinki

Fahrzeit: 18 Stunden

Die Fahrt nach Helsinki ist die Komfortvariante. Man ist länger unterwegs, muss sich aber um nichts kümmern und kann die Zeit entspannt an Bord verbringen. Das Seegebiet vor Helsinki ist etwas weniger reizvoll, so kann man sich voll auf das Unterhaltungsangebot an Bord konzentrieren.

Auch zwischen Stockholm und Helsinki verkehren Viking Line und Silja Line parallel. Aufgrund der Länge der Strecke finden die Fahrten allerdings ausschließlich über Nacht statt, Tagesfahrten gibt es nicht. In Helsinki kommen beide Fähren recht zentral an: Silja Line am „Olympiaterminaali“, Viking Line am Katajanokka-Terminal. Beide sind gut an das Straßenbahnnetz angebunden. Zum Marktplatz direkt am Wasser ist es jeweils nur ein kurzer Spaziergang.

Tipp: Während auf der Turku-Strecke Viking Line die Nase vorn hat, ist auf der Linie nach Helsinki Silja Line der Platzhirsch – mit den besseren Schiffen und dem insgesamt runderen Erlebnis.

Anbieter:

  • Silja Line
  • Viking Line

Travemünde – Helsinki

Fahrzeit: 30 Stunden

Es ist auch möglich, direkt mit der Fähre von Deutschland nach Finnland zu fahren. Die Fahrt ab Travemünde ist besonders bei allen beliebt, die mit dem Auto nach Finnland reisen und sich die lange Strecke durch Dänemark und Schweden sparen wollen. Die Fähre nimmt aber auch Fußpassagiere mit.

Mit zwei Nächten und einem Tag an Bord ist diese Verbindung sehr lang. Besonders der Seetag auf der offenen Ostsee – ohne Handyempfang und deutsche Fernsehsender – ist je nach Sichtweise entweder eine willkommene Entschleunigung oder schrecklich langweilig.

Meine Einschätzung: Ich habe die Fähre zweimal genommen, als es mitten in der Pandemie keine andere Möglichkeit gab. Als Reisender ohne Auto habe ich mich an Bord etwas fehl am Platz gefühlt, und auf der langen Fahrt durch die im Winter oft raue See bin ich seekrank geworden. Für mich bleibt die Route über Stockholm der unangefochtene Favorit.

Anbieter:

  • Finnlines

Umeå – Vaasa

Fahrzeit: 3,5 Stunden

Eine weitere Reisemöglichkeit zwischen Schweden und Finnland ist diese Fähre. Sie ist sicher nicht die Verbindung für alle, die einfach nur schnell nach Finnland wollen. Aber für eine Rundreise durch Nordeuropa kann sie durchaus eine interessante Option sein.

Auf der Route verkehrt die Aurora Botnia , die je nach Wochentag ein- oder zweimal täglich zwischen Umeå und Vaasa pendelt. Die Strecke führt durch das Kvarken-Archipel, das zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Es ist außerdem die nördlichste ganzjährig betriebene Fährverbindung der Welt.

Umeå ist tagsüber oder mit dem Nachtzug direkt aus Stockholm zu erreichen. Das Fährterminal liegt etwa 20 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums, es gibt einen Shuttlebus. Auch in Vaasa fährt ein Bus vom Hafen. Der Bahnhof ist von dort aus aber auch zu Fuß erreichbar – der Weg führt landschaftlich reizvoll von der Insel Vaskiluoto ins Stadtzentrum.

Meine Einschätzung: Ich bin einmal mit der Aurora Botnia hinüber nach Schweden gefahren und war begeistert – modernes Schiff ohne Schnickschnack, ein ehrliches und preiswertes Buffet an Bord und dazu eine tolle Landschaft. Geheimtipp!

Anbieter:

  • Wasaline

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Baltikum

Auch wenn sich die Erreichbarkeit des Baltikums mit dem Zug in den letzten Jahren deutlich verbessert hat: Eine Reise nach Litauen, Lettland und Estland auf dem Landweg bleibt ein langwieriges Unterfangen. Warum also nicht entspannt mit der Fähre anreisen?

Von Deutschland aus gibt es zwei direkte Fährverbindungen ins Baltikum. Ebenfalls interessant für Zugreisende ist die kurze Überfahrt zwischen Helsinki und Tallinn, etwa für eine Rundreise um die Ostsee.

Kiel – Klaipėda

Fahrzeit: 21,5 Stunden

Klaipėda, Litauens wichtigste Hafenstadt, liegt am nördlichen Ende der Kurischen Nehrung. Die Stadt lohnt sich nicht nur für einen Städtetrip, sondern ist auch ein guter Ausgangspunkt für eine Reise durchs Baltikum. Die Fährverbindung von Kiel wird sechsmal pro Woche angeboten und verkehrt ausschließlich über Nacht.

In Kiel starten die Fähren vom Ostuferhafen. Dieser liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums und ist mit dem Bus erreichbar (Haltestelle „Grenzstraße“). In Klaipėda kommen die Schiffe am zentralen Fährterminal an. Die Altstadt liegt etwa vier Kilometer entfernt, zum Bahnhof am anderen Ende der Stadt geht es in rund 30 Minuten mit dem Bus.

Tipp: Die Fähre Kiel–Klaipėda gehört zu den letzten Verbindungen, auf denen noch Gemeinschaftskabinen angeboten werden. Wer kein Problem damit hat, mit Fremden unterwegs zu sein, kommt auf diese Weise sehr günstig ins Baltikum.

Anbieter:

  • DFDS Seaways

Travemünde – Liepāja

Fahrzeit: 23 Stunden

Liepāja ist Lettlands Badestadt Nummer eins. Vor den Toren der Stadt liegt ein kilometerlanger Sandstrand, der zu den schönsten der gesamten Ostsee zählt. Die Stadt selbst gilt als eher graue Hafenstadt, hat aber einige interessante Ecken. Im Jahr 2027 ist sie Kulturhauptstadt Europas.

Mit der Fähre ist Liepāja einmal täglich von Travemünde aus erreichbar. Es ist eine lange Fahrt, die in fast 24 Stunden den südlichen Teil der Ostsee einmal von West nach Ost durchquert.

Erst seit 2023 ist Liepāja wieder an das Bahnnetz angeschlossen. Es gibt eine tägliche Zugverbindung nach Riga, die Fahrzeiten sind allerdings nicht auf die Fähre abgestimmt. Deutlich entspannter – und genauso schnell – ist die Weiterfahrt mit den stündlichen Bussen von Lux Express.

Das Fährterminal liegt etwas mehr als zwei Kilometer von Bahnhof und Busbahnhof entfernt und lässt sich zu Fuß erreichen. Direkt an den ÖPNV angeschlossen ist es nicht, die nächste Bushaltestelle liegt rund einen Kilometer entfernt.

Anbieter:

  • Stena Line

Helsinki – Tallinn

Fahrzeit: 2–2,5 Stunden (Nachtfähren länger)

Der Fährverkehr zwischen Helsinki und Tallinn ist traditionell dicht und wird mit Silja Line, Viking Line und Eckerö Line gleich von drei Anbietern betrieben. Während viele Menschen in Finnland die gut zweistündige Fahrt nutzen, um in Estland günstig einzukaufen, ist die Route auch für Zugreisende bedeutend – erst recht, seit der Landweg über Russland keine Option mehr ist.

Je nach Saison und Wochentag gibt es zwischen Helsinki und Tallinn bis zu ein Dutzend Überfahrten. Obwohl die Fahrt nur kurz ist, werden auch Nachtfahrten mit Kabine angeboten. Um ausreichend Schlaf zu ermöglichen, bleiben diese Fähren mehrere Stunden im Hafen liegen.

In Helsinki nutzen die drei Anbieter jeweils eigene Terminals, die aber alle gut mit der Straßenbahn erreichbar sind. In Tallinn gibt es ein zentrales Fährterminal, das direkt an die malerische Altstadt anschließt. Zum Hauptbahnhof Balti jaam sind es nur etwa zehn Minuten mit der Straßenbahn.

Tipp: Wer nicht viel Gepäck dabeihat und etwas Zeit mitbringt, sollte sich den Spaziergang durch die mittelalterliche Altstadt nicht entgehen lassen. Der Weg zum Bahnhof ist nur rund drei Kilometer lang und führt an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei.

Anbieter:

  • Silja Line
  • Viking Line
  • Eckerö Line

Stockholm – Tallinn

Fahrzeit: 16 Stunden

Auch Stockholm hat seine direkte Fährverbindung nach Tallinn. Silja Line fährt alle zwei Tage mit ihrem Flaggschiff, der Baltic Queen , direkt von der schwedischen in die estnische Hauptstadt. An den übrigen Tagen wird stattdessen eine Umsteigeverbindung über Helsinki angeboten.

Die Direktfähre verlässt Stockholm am Nachmittag vom Värtahamnen-Terminal und erreicht Tallinn am nächsten Morgen. Beide Terminals sind gut mit U-Bahn beziehungsweise Straßenbahn an Stadtzentrum und Bahnhof angebunden.

Im Sommer bietet auch Viking Line Fahrten zwischen Stockholm und Tallinn an. Dabei handelt es sich um eine Verlängerung der Verbindung nach Helsinki (siehe Finnland-Teil).

Anbieter:

  • Silja Line
  • Viking Line (saisonal)

Weitere Fähren ab Schweden

Von Schweden gibt es noch weitere Fährverbindungen ins Baltikum. Für eine Reise aus dem deutschsprachigen Raum spielen sie allerdings meist nur eine Nebenrolle und seien hier deshalb nur kurz erwähnt:

  • Karlshamn – Klaipėda Fahrzeit: 14,5 Stunden DFDS
  • Trelleborg – Klaipėda Fahrzeit: 17 Stunden DFDS, TT-Line
  • Nynäshamn – Ventspils Fahrzeit: 10,5 Stunden Stena Line

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