Herausforderungen des Nichtstuns

Denis. June 12, 2026
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Ich solle mich auskurieren, sagten sie mir. Es geht schon, sagte ich. Dann sagte mein Hausarzt, ich solle mich auskurieren und verbot mir zu arbeiten. Es geht schon, sagte ich. Es geht nicht, sagte der Hausarzt und schrieb mich krank. Tun Sie nichts, ruhen Sie sich aus. Schon auf dem Weg nach Hause überlegte ich, in welcher Weise ich dieses Nichtstun umsetzen könnte. Schlafen? Ich könnte versuchen, mich dazu zwingen, aber wäre das nicht tödlicher Stress und sowieso nicht erfolgversprechend? Diesen einen Artikel könnte ich schreiben, zu dem ich bisher keine Zeit gefunden hatte. Aber das wäre Textarbeit, wenn ich ehrlich zu mir sein wollte. Ich hätte die Fenster putzen können, aber ist Hausarbeit nicht Arbeit und damit verboten? Ich hatte die Konsole seit Langem nicht mehr angeworfen, aber daran spielen wäre vermutlich auch nicht das, was sich mein Hausarzt unter „Ruhe gönnen“ vorgestellt hatte, folglich fiel das aus, gleiches galt für Kochen. Lesen wäre eine Idee, aber was ich mag, erfordert einiges an Konzentration und sollte das nicht vermieden werden? Als ich zuhause auf dem Sofa angekommen war, kam ich nicht dazu, mich aufgrund meiner Untätigkeit zu langweilen, weil meine Überlegungen zum Nichtstun beschäftigten. Dabei muss ich eingeschlafen sein und ich träumte von anderen Themen, die ich selbst für ein Blog zu wirr fand. Am Abend erwachte ich wie befreit und machte aus Versehen meine Steuererklärung, dann begann ich einen Blogartikel.

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