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  "$type": "site.standard.document",
  "description": "Dieser Artikel befasst sich kritisch mit der **geplanten Obsoleszenz**, die durch **Software-Zwänge** wie das Ende des Supports für **Windows 10** und restriktive **Hardware-Anforderungen** für **Windows 11** erneut aktuell wird. Der Autor beleuchtet die Problematik der fehlenden **Rückwärtskompatib",
  "path": "/2025/2025-11-22 mtc - geplante obsoleszenz/",
  "publishedAt": "2025-11-22T11:34:56",
  "site": "at://did:plc:w37bo37cpdbcvhbdgly3qsx6/site.standard.publication/main",
  "tags": [
    "Geplante Obsoleszenz",
    "Microsoft",
    "Windows 10",
    "Windows 11",
    "EU-Richtlinien",
    "Rückwärtskompatibilität"
  ],
  "textContent": "Hingesetzt und den Kopf aufgesperrt – jetzt gibt’s was auf die **Glupscher**! \n\nVor ein paar Jahren ging das Thema \"[Geplante Obsoleszenz](https://konsument.at/100-jahre-obsoleszenz)\" so richtig steil, erinnerst du dich? Mitte der 2010er-Jahre sah sich **Apple** erheblicher Kritik ausgesetzt, weil neue Updates alte iPhones angeblich **bewusst langsamer** machten. **Epson** hat seine Drucker so **manipuliert**, dass die Tintenpatronen nach einem bestimmten Zeitraum nicht mehr funktionierten, auch wenn sie noch nicht \"leer\" waren. Und so weiter und so fort. Dann haben wir uns von Bitcoin, AI und Katzenmemes ablenken lassen. In der Zwischenzeit hat sich auf der **Gesetzesebene** allerdings einiges getan. Die EU hat die sogenannte \"**Ökodesign-Verordnung**\" verabschiedet!\n\n\n\nWozu also ein neuer Rant, ist doch alles in Butter? Naja, nicht ganz! Ich hab hier einen ziemlich **performanten Windows-PC** zu stehen. Da drin werkelt eine **RTX 3070**, **32 GB RAM** und über **6 TByte SSD-Speicher**. Zusammen mit dem **Ryzen 7** ein immer noch ansehnliches **Arbeitstier**, das ich manchmal für aufwendige **KI-Projekte** nutze, auf dem aber auch moderne Spiele noch sehr gut laufen. Als ob ich Zeit dafür hätte.\n\nFür den Herbst dieses Jahres hatte Microsoft angekündigt, den Support für **Windows 10** einzustellen. Es wird keine **Sicherheitsupdates** mehr geben. \n\n## Lässig\n\nNun, normalerweise wäre das kein Problem. Ich hätte einfach das nächste Update mitgenommen. Aber ganz so leicht ist das diesmal leider nicht, denn mein Rechner wird von **Windows 11** nicht mehr unterstützt. Doch nicht, weil er zu langsam ist. [Die Hardware-Anforderungen sind ziemlich lässig:](https://www.microsoft.com/en-us/windows/windows-11-specifications)\n\n* **CPU** mit mindestens **1 GHz**\n* mindestens **4 GB RAM**\n* mindestens **64 GB** Platz auf der Festplatte.\n\nEs sind die strengen **Sicherheitsanforderungen**, wie:\n\n* **TPM 2.0** (Trusted Platform Module)\n* **Secure Boot**, zur Verhinderung von Bootkits und unsigniertem Kernel-Code\n* Support für **Virtualization-based Security (VBS)** oder **Hypervisor-protected Code Integrity (HVCI)**.\n\nMir nichts, dir nichts schickt **Microsoft** diese Kiste, wie auch Millionen anderer PCs, in den **unverdienten Ruhestand**. Die Ironie verbirgt sich im Detail:\n\nSchon Ende 2021 wurde festgestellt, dass **VBS** und **HVCI** die Leistung des Systems **drastisch reduzieren** ([angeblich bis zu 30%](https://www.pcgameshardware.de/Windows-Software-277633/News/VBS-verursacht-Leistungsverlust-in-Benchmarks-1380614/)) ([mehr](https://www.computerbase.de/artikel/betriebssysteme/windows-11-ul-benchmarks-weist-auf-leistungsverlust-durch-vbs-hin.78126/?utm_source=chatgpt.com), [noch mehr](https://www.pcgameshardware.de/Windows-Software-277633/News/VBS-verursacht-Leistungsverlust-in-Benchmarks-1380614/?utm_source=chatgpt.com)). Der Mehrwert von HVCI wird genauso angezweifelt. \n\nJa, okay, gibt da draußen ja immer Nörgler, die an jeder neuen Iteration von Windows etwas auszusetzen haben. \n\n*Wait a second.*\n\n\"Microsoft finally admits almost all major Windows 11 core features are broken\"\n\n[Sekundär-Quelle](https://www.neowin.net/news/microsoft-finally-admits-almost-all-major-windows-11-core-features-are-broken/), [Primär-Quelle](https://support.microsoft.com/en-us/topic/kb5072911-multiple-symptoms-occur-after-provisioning-a-pc-with-a-windows-11-version-24h2-update-d2d30684-4e2b-47f5-9899-a00a8e0acb09)\n\n\n\nAchso. Okay. Nichts, was ein Update nicht lösen könnte, oder? Und im Februar kommt **GTA 6** raus, dann ist das auch wieder verziehen und vergessen. \n\n\n\nOh. Well, anyway.\n\nDiese fehlende \"**Rückwärtskompatibilität**\" ist keine Ausnahmeerscheinung. Auf meinem Schreibtisch steht so eine kleine Holzkiste mit \"**Elektronik-Resten**\". Darin fängt seit fünf Jahren ein altes **Sony Xperia Tablet Z5** Staub. Zustand: 1A (bis auf den Akku, normal). \n\nDas \"handelsübliche\" Android Betriebssystem ist auf dem Teil nicht mehr lauffähig. Mit viel Aufwand gelang es mir, ein **alternatives Betriebssystem** zu installieren, um es halbwegs nutzbar zu machen. Aufwand heißt: Sony macht es einem nicht gerade leicht. \n\nNeben dem Tablet liegt ein altes **Xperia XZ5 Compact** mit einem erstaunlich stabilen Akku. Das Gerät ist unfassbar **langsam**, weil jedes Update neue Features implementiert, die ältere Hardware **überfordern**. \n\nUnd von meinem **C64** fang ich erst gar nicht an – was soll das, Commodore?!11!?\n\n\n\n## Fremdwort \"Rückwärtskompatibilität\"\n\nIch erwarte nicht, dass meine elektronischen Geräte 20 Jahre lang aktiv unterstützt werden, aber etwas mehr **Rücksicht auf alte Geräte** könnte den ewigen Zyklus unterbrechen, der uns alle **zwei bis fünf Jahre zum Neukauf** zwingt. \n\nWarum liegt der Fokus bei Software-Updates auf neuen Features und vielleicht auch Stabilität – aber selten \"**Performance**\"? Du hast es sicher auch schon erlebt: Nach dem letzten Update glänzt das Gerät mit einem halbtransparenten Glas-Effekt oder beeindruckenden Übergängen beim App-Wechsel. \n\n**Und es ruckelt.** \n\n\n\nWarum darf ich als Nutzer nicht entscheiden, welche **UI- oder Sicherheitsfeatures** ich überhaupt brauche? Es mag **anachronistisch** und **innovationsablehnend** klingen, aber ich würde heute noch mit dem UI von **Windows 2000** klarkommen, weil ich es für extrem **produktivitätsfördernd** halte. Ich brauche keine halbdurchlässigen Fenster oder Animationen beim Programmwechsel. \n\n\n\nDas Problem ist, dass Hersteller alle NutzerInnen über einen Kamm scheren. Es wird nicht zwischen **Power-Usern** und **Tante Emma** unterschieden (an alle Nerds, die Tanten sind und Emma heißen: No offense!). Tatsächlich scheint für Microsoft und Co. jede NutzerIn ein **DAU** zu sein. **Pauschale Vormundschaft**.\n\nWährend die EU uns davor schützt, aus Versehen [vegetarische Wurst-Imitate](https://nickyreinert.de/2025/2025-10-10-vegae-wurst/) zu kaufen, passiert auf diesem Gebiet erstaunlich wenig, um die Konsumenten zu schützen. \n\nHalt, Stopp! So ganz stimmt das nicht! \n\nTatsächlich schreibt die EU vor, dass Smartphones mindestens **fünf Jahre** lang mit Updates versorgt werden müssen – **Google** und **Samsung** glänzen sogar mit **sieben Jahren**. Aber in dieser Vorschrift heißt es nicht, dass ein fünf Jahre altes Gerät mit dem neuesten Update auch **sinnvoll genutzt** werden kann. Tja. \n\nUnd oft sind die Geräte auch so konzipiert, dass ich alternative Betriebssysteme gar nicht oder nur mit **hohem Aufwand und technischem Know-how** installieren kann. Schon mal versucht, auf dem Handy eine andere Firmware zu installieren? Kosten: Zeit, Kaffe, Nerven. Repeat.\n\nEgal. Also… mindestens fünf Jahre, ja?\n\nNein! Denn jetzt gibt es noch diese [EU-Richtlinie: 2014/53/EU](https://www.inside-digital.de/news/alle-5-jahre-eu-zwingt-dich-zum-smartphone-neukauf). Und was steht da drin? Dass das Smartphone davor geschützt werden muss, **unautorisierte Software** zu installieren. Auch der Gesetzgeber traut den **KonsumentInnen nichts zu**.\n\nSelbst wenn ich also kraft meiner Kenntnisse dazu in der Lage wäre, ein \"top-fittes\" fünf Jahre altes Smartphone mit einer alternativen Software am Leben zu erhalten, macht mir diese Vorschrift einen richtig dicken, roten, hämisch lachenden Strich durch die Rechnung. Was ist denn, wenn das alte Gerät nur noch offline genutzt werden soll, als **digitaler Bilderrahmen** oder zur **Haussteuerung**? Wozu muss es dann \"sicher\" sein?\n\nUnd das ist auf so vielen Ebenen **absurd**. Die Leistung der Hardware nimmt zwar stetig zu und fünf Jahre sind in der IT-Welt eine Ewigkeit. Das heißt aber lange nicht, dass fünf Jahre alte Hardware **nutzlos** ist. Sie wird durch \"**Feature-Overloaded**\"-Updates nur oberflächlich zur **Nutzlosigkeit degradiert**. Excel, Word und Internetbrowser sollten – in der Theorie – auf einem Computer laufen, der 20 Jahre alt ist. \n\nIch bin nicht jemand, der sich gegen neue Technologien stellt, ganz und gar nicht – ich freue mich über jede Spielerei und jedes neue Feature. Ich bin aber der Meinung, dass der **Konsument selbst entscheiden** können muss, ob er das neue Feature nutzen will oder nicht. Und das ist im Moment nicht der Fall. Die neue **EU-Richtlinie** zwingt den Herstellern das **Apple-Prinzip** auf, da Geräte nun zu **geschlossenen Ökosystemen** werden. \n\n\n\nSchützt es die Leute davor, sich irgendwelche Viren einzufangen, **Kreditkartenmissbrauch** oder **Betrug im Onlinehandel**?\n\nNatürlich nicht! In der IT-Welt gibt es den Begriff **brain.exe**. Schon mal gehört? Die beste Anti-Virensoftware ist nutzlos, wenn die NutzerIn durch **Dark Pattern**, **Social Engineering** oder andere **manipulative Maßnahmen** dazu verleitet wird, bösartige Software zu installieren oder sensible Daten weiterzugeben. Das ist kein Problem, das man technologisch behebt, sondern durch **Aufklärung**. \n\n\"**Think, before you click.**\"\n\n",
  "title": "Meine 2,718281828459045235 Cents: Die geplante Obsoleszenz ist zurück"
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