Wenn nämlich die Menschen von den Toten auferstehen, heiraten sie nicht, noch lassen sie sich heiraten, sondern sind wie Engel im Himmel. (Mk 12,25)
09 Woche im Jahreskreis Mittwoch
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus Mk 12, 18–27
In jener Zeit kamen einige von den Sadduzäern, die behaupten, es gebe keine Auferstehung, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, aber kein Kind, dann soll sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Es lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, und als er starb, hinterließ er keine Nachkommen. Da nahm sie der zweite; auch er starb, ohne Nachkommen zu hinterlassen, und ebenso der dritte. Keiner der sieben hatte Nachkommen. Als letzte von allen starb die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Jesus sagte zu ihnen: Ihr irrt euch, ihr kennt weder die Schrift noch die Macht Gottes. Wenn nämlich die Menschen von den Toten auferstehen, heiraten sie nicht, noch lassen sie sich heiraten, sondern sind wie Engel im Himmel. Dass aber die Toten auferstehen, habt ihr das nicht im Buch des Mose gelesen, in der Geschichte vom Dornbusch, in der Gott zu Mose spricht: Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Er ist kein Gott von Toten, sondern von Lebenden. Ihr irrt euch sehr.
Tagesimpuls
Wenn nämlich die Menschen von den Toten auferstehen, heiraten sie nicht, noch lassen sie sich heiraten, sondern sind wie Engel im Himmel.(Mk 12,25)
Ist das eine schlechte Nachricht für alle Verheirateten, die sich lieben? Nein! Im Himmel wird eine universale Liebe möglich sein, die die Liebe zwischen Ehepartnern nicht mindert. Im Himmel gibt es kein Weniger, sondern ein Mehr an Liebe. Hier auf der Erde unterscheiden wir die intensive Liebe in der Ehe und die universale Liebe, die der Zölibatäre lebt. Diese Unterscheidung ist hier auf der Erde nötig wegen unserer Begrenztheit. Wir können nicht beides. Aber im Himmel ist die Liebe zu allen vollkommen intensiv, da gibt es dieses Entweder-Oder nicht mehr.
Wenn nämlich die Menschen von den Toten auferstehen, heiraten sie nicht, noch lassen sie sich heiraten, sondern sind wie Engel im Himmel.
Alles, was wir hier auf der Erde erleben, sind also nur Vorstufen der Liebe, die im Himmel einmal vollkommen sein wird. Das zeigt, dass die Liebe eine unendliche Entwicklung ist. Pauls sagt im Korintherbrief über die Liebe, dass wir jetzt nur wie durch einen Spiegel schauen, später aber von Angesicht zu Angesicht. Bei der Hochzeit zu Kana staunen alle, dass der beste Wein erst am Schluss kommt. Paulus schreibt auch über das Leben, dass der äußere Mensch verfällt, während der innere Mensch sich Tag für Tag erneuert (2 Kor 4,16). Es gibt im Inneren, also im Geistigen, ein Wachstum, während es im Äußeren, also im Körperlichen, einem Verfall gibt im Alter. Damit meint Paulus das Wachstum der Liebe, die bis zum Himmel ständig wächst (oder wachsen sollte).
Wenn nämlich die Menschen von den Toten auferstehen, heiraten sie nicht, noch lassen sie sich heiraten, sondern sind wie Engel im Himmel.
Der Zölibatäre, der den Aspekt der universalen Liebe des Himmels schon hier auf der Erde repräsentiert, soll an den Himmel erinnern. Das zeigt sich darin, dass er mehr Zeit hat zum Beten, weil er nicht die Verpflichtungen in der Familie hat. Und er hat die Möglichkeit, für alle Menschen da zu sein, auf jeden Fall mehr als der Verheiratete. Aber auch der Verheiratete lebt mit seinem Lebensstil schon etwas vor, was im Himmel ganz Wirklichkeit wird: Er soll nämlich daran erinnern, wie sehr Gott jeden Einzelnen liebt.
Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass die Liebe eine Entwicklung ist, und dass wir immer mehr lernen zu lieben. Bitte hilf uns, dass der innere Mensch immer mehr wächst, und dass wir hier auf der Erde schon dem Himmel sehr nahe kommen.
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Pastor Roland Bohnen
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