External Publication
Visit Post

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! (Mk 12.17)

Tagesimpuls [Unofficial] June 2, 2026
Source

09 Woche im Jahreskreis Dienstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus Mk 12, 13–17

In jener Zeit wurden einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken. Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und auf niemanden Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wahrhaftig den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen? Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum versucht ihr mich? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen. Man brachte ihm einen. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

Tagesimpuls

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!(Mk 12.17)

Wir Christen haben eine Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen, und der sollen wir uns nicht entziehen. In der Zeit Jesu war das politische Regime alles andere als sozial, gerecht oder menschenfreundlich. Und trotzdem hat Jesus nie zu politischer Revolte aufgerufen. Er ruft eher zu Anpassung und Kooperation mit dem Staat auf. Das liegt daran, dass Jesus tiefer blickt als wir gewöhnlich. Er sieht, dass die Sünde die Ursache nicht nur von persönlichem Fehlverhalten ist, sondern auch von struktureller und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit. Und diese Ursache kann nur im Menschen selbst behoben werden. Ein politischer Systemumsturz würde nichts nutzen, wenn wieder sündige Menschen an die Macht kämen. Es kämen neue Machthaber, aber die Sünde bleibt, und den Menschen geht es nicht besser.

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

Jesus setzt auf eine Erneuerung des Menschen durch die Hinwegnahme der Sünde. Das ist ein sehr persönlicher Ansatz. Aber von diesem Weg geht Heil aus auch für die Gesellschaft. Je mehr erneuerte Menschen es gibt, umso mehr wird eine Gesellschaft erneuert. Durch Taufe, Bekehrung und Erziehung zur Jüngerschaft erreichen wir weitaus mehr als durch einen politischen Systemwechsel. Das ist unser christlicher Weg. Wir leben in einem Gesellschaftssystem und sind darin der Sauerteig, der auf die Dauer alles durchsäuert. Das schließt nicht aus, dass christliche Politiker ihr Bestes geben, ebenso wie jeder Christ an der Stelle, wo er von Gott eingesetzt ist - sei es im Beruf oder in der Familie.

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

Der Unterschied für uns Christen besteht darin, dass wir immer bei uns selbst anfangen. Wir wollen nicht zuerst die anderen Menschen ändern, sondern uns selbst. Wenn wir die Sünde überwinden und das Reich Gottes in uns wächst, dann wird es auch in der Gesellschaft wachsen. Ich erinnere mich an einen Ausspruch des Heiligen Philipp Neri, als es darum ging die Kirche zu erneuern. Davon wollte er nichts wissen, weil er genug mit der Erneuerung seines eigenen Herzens zu tun habe.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir die Gesellschaft erneuern können, indem wir dir nachfolgen. Bitte hilf uns, mitten in der Welt als Christen zu leben. Zeige uns, wie wir in der Gesellschaft unseren Beitrag leisten können, dass wir in einer gerechten und menschlichen Welt leben können.

__

__

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org

__

__

Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 - 3627 Fax 02456 - 3019 pastor.bohnen@kirche-selfkant.de www.kirche-selfkant.de

Discussion in the ATmosphere

Loading comments...