Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht. (Joh 6,36)
03 Woche der Osterzeit Mittwoch
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes Joh 6, 35-40
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht. Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen; denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag. Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.
Tagesimpuls
Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht.(Joh 6,36)
Genau das ist geschehen. Die Juden hatten so viele Zeichen gesehen, und doch fragten sie Jesus, er solle ihnen ein Zeichen geben. Was soll Jesus denn noch mehr geben wie die vielen Heilungen oder die Brotvermehrung? Später hat er noch Lazarus von den Toten auferweckt. Aber selbst dieses Zeichen hat ihnen nicht genügt, um an ihn zu glauben.
Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht.
Der Glaube ist ein Akt, den das Sehen nicht ersetzen kann. Wenn man glauben will, dann können Zeichen eine große Hilfe sein. Wenn ich z.B. an Jesus glauben will und oft zu ihm bete, wenn mir vielleicht ab und zu Zweifel kommen, ob er wirklich hilft, und wenn ich dann ein Zeichen seiner Hilfe bekomme, dann stärkt das meinen Glauben. Das Ganze geschieht dann in einem Kontext, wo ich grundsätzlich bereit bin zu glauben. Wenn Menschen immer nur das Negative sehen wollen, dann werden sie auch die Zeichen, die sie sehen, negativ deuten. Das beste Beispiel ist der Ehemann, der seiner Frau aus Liebe ein Geschenk zum Hochzeitstag mitbringt, und sie dann denkt, er hätte etwas ausgefressen und möchte sie jetzt mit einem Geschenk besänftigen. So kann man das schönste Zeichen negativ interpretieren. Wer immer nur das Negative sehen will, dem bringen die Zeichen nichts.
Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht.
Ich frage mich, wie positiv ich denke. Sehe ich eigentlich alle Zeichen, die Gott mir schenkt? Oder gibt es das in mir auch, dass ich die Zeichen zwar sehe, aber sie doch nicht als solche interpretiere? Z.B. nehme ich meine Gesundheit oft selbstverständlich. Aber sehe ich es als ein Zeichen der göttlichen Bewahrung, weil er mich fit halten will für meine Aufgabe? Oder dass ich keine Unfälle erlebe? Sehe ich das als besonderen Schutz Gottes. Oder dass ich nicht schlimm verleumdet wurde? Sehe ich das als eine besondere Bewahrung Gottes, denn es könnte ganz anders sein? Ich vermute, dass es noch viel mehr Zeichen gibt, die ich als Zeichen Gottes für mich erkennen könnte. Also trifft dieser Satz in gewisser Hinsicht auch auf mich zu. Daher nehme ich mit heute vor, die Zeichen Gottes, die er mit schenkt, noch besser zu deuten.
Gebet:
Jesus, ich danke dir für deine Zeichen in meinem Leben. Du siehst, dass ich glauben will. Aber mein Glaube kann noch viel wachsen. Ich bin auch noch zu negativ, ich mache mir auch noch zu viele Sorgen. Bitte hilf mir, im Glauben zu wachsen und wirklich all die vielen Zeichen zu sehen, die du mir schenkst.
__
__
Pastor Roland Bohnen
__
__
Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 - 3627 Fax 02456 - 3019 pastor.bohnen@kirche-selfkant.de www.kirche-selfkant.de
Discussion in the ATmosphere