Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. (Joh 6,14)

Tagesimpuls April 17, 2026
Source
02 Woche der Osterzeit Freitag Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes Joh 6, 1-15 In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll. Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele! Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt. Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein. Tagesimpuls Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. (Joh 6,14) Heute weist die Katholische Kirche uns in ihrer Liturgie darauf hin, dass der auferstandene Jesus in der Eucharistie gegenwärtig ist. Dazu wird das Evangelium von der Brotvermehrung gelesen. Jesus ist das lebendige Brot vom Himmel. So hat er sich selbst bezeichnet. Im Anschluss an das Wunder der Brotvermehrung wird Jesus eine lange Rede über die Eucharistie halten. Da geht es darum, dass er, der Sohn Gottes, sich uns in der Eucharistie ganz schenken wird, und dass die Eucharistie in Verbindung steht mit seiner Hingabe am Kreuz. Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Wir können uns nur schwer in die Situation und in die Denkweise der damaligen Menschen versetzen. Die Menschen hatten eine Erwartung, dass in Israel ein Retter kommen würde. Aber wie sollte dieser Retter sein? Das war unklar. Wäre er ähnlich wie die alten Propheten? Wäre er irgendwie anders als normale Menschen, die in der Welt von einer Frau geboren sind? Würde er vielleicht sogar vom Himmel kommen? Aber wie auch immer der Retter aussehen würde, niemand hätte damit gerechnet, dass Gott selber auf die Welt kommt. Dass der Messias Gottes Sohn sein würde, war für alle neu! Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Wenn die Menschen nun hier erkennen, dass Jesus der Prophet ist, der in die Welt kommen soll, dann heißt das noch lange nicht, dass sie verstehen, dass er der Sohn Gottes ist. Und was sie sich unter diesem Propheten vorstellen, wird gleich auch gesagt: Sie wollen ihn in ihre Gewalt bringen und zum König machen. Das sind ihre menschlichen Vorstellungen von dem Messias, der in die Welt kommen würde. Aber wenn doch der Messias von Gott gesendet wird, wie sie alle glaubten, hätten sie dann nicht selbst darauf kommen können, dass er anders sein könnte als ihre menschlichen Vorstellungen? Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Wenn wir Jesus in unsere Gewalt bringen wollen, wenn wir Jesus an unser Denken und unsere Vorstellungen anpassen wollen, dann zieht er sich zurück. Wir sollen lernen, auf ihn zu schauen, so wie er ist. Das gilt übrigens genauso für unsere Begegnung mit anderen Menschen. Ich soll im Anderen nicht das Produkt meiner Phantasie sehen, sondern ihn so sehen, wie er wirklich ist. Wir sollen einander so annehmen, wie wir wirklich sind. Und genauso sollen wir Jesus annehmen. Er tut sicher nicht immer alles, was wir wollen. Vielleicht enttäuscht er uns sogar manchmal. Aber er sieht mehr als wir. Als Gott weiß er alles. Er weiß viel mehr als wir, was richtig ist. Wir sollen ihm vertrauen. Gebet: Jesus, ich danke dir, dass du nicht das Produkt unsrer Vorstellungen bist. Du bist Gott. Wir verstehen dich nicht immer, aber wir sollen unser Denken und unsere Vorstellungen an dich anpassen. Dazu betrachten wir jeden Tag dein Leben. Bitte hilf uns, immer mehr zu verstehen, wie du wirklich bist. Pastor Roland Bohnen www.tagesimpuls.org Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastor.bohnen@kirche-selfkant.de www.kirche-selfkant.de

Discussion in the ATmosphere

Loading comments...