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Für was wird das wohl gut sein?

Mona Gruber May 1, 2026
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Da bin ich wieder ─ mit einem Gedanken, den ich heute mit dir teilen möchte.

Meine Freundin ist Journalistin und es gehört zu ihrem Beruf mit ihren Artikeln den ein oder anderen Unmut zu erzeugen. Berufsrisiko sozusagen. Vergangene Woche wurde sie erstmals für einen Zeitungsartikel persönlich massiv auf Instagram angegriffen. Und das hat etwas mit ihr gemacht. Eine halbe Stunde lang… und dann brach sich ein Gedanke plötzlich Bahn.

„Für was wird das wohl gut sein?“

Sie suchte nicht direkt nach einer Antwort, sondern ließ diesen Gedanken einfach stehen. Für was wird das wohl gut sein…

Nach ein paar Stunden war sie für sich wieder klar. Sie hatte tatsächlich einen Fehler gemacht. Sie hatte die Aussagen ihres Ansprechpartners nicht ausreichend überprüft. Das passiert. Sollte nicht passieren, aber passiert. Dafür hat sie sich sofort persönlich entschuldigt, die Zeitung hat es öffentlich richtig gestellt und das Thema war vom Tisch.

Sie liebt ihren Beruf. Sie übt ihn schon lange aus. UND sie ist offen für neue Herausforderungen, denn etwas in ihr ist schon länger auf der Suche. Ein sanftes Anklopfen. „Geht da noch mehr? Mehr Sinnerfüllung? Mehr Leben? Gibt es etwas in mir, das darauf wartet an Licht kommen zu dürfen? Das mein Herz mit Glück und Freude erfüllt? Das ich bisher nicht gelebt habe?“

Nicht anstatt ihrer Arbeit – sondern ergänzend.

Wir beiden haben eine besondere Ebene miteinander. Einen besonderen Draht. Und sie fragte mich: “Welche Jobs würden deiner Meinung nach gut für mich passen? Ich hätte noch Lust auf etwas anderes, vielleicht etwas ganz anderes…“

Ich lasse das sacken und antworte nicht sofort. Wenn ich jetzt direkt antworten würde, käme die Antwort aus dem Verstand. Und das ist es nicht, wonach sie sucht. Das kann sie sich selbst beantworten. Sie braucht etwas anderes. Wenn es denn kommt…

Ich gebe den Gedanken ab. Einfach nach außen – in die Luft. An das Universum – wenn du so willst. Ich entlasse ihn aus meinen Gedanken, schicke ihn auf die Reise und erwarte nichts.

Und tatsächlich. Während ich einige Zeit später am Tag mein Mittagessen zubereite – kommt eine Antwort. Ohne dass ich daran gedacht habe. Einfach so. Und sie ist genial. Da wäre ich mit dem Verstand nie darauf gekommen. Im Leben nicht. Es passt genau. Finde ich. Auch jetzt lasse ich mir wieder Zeit.

Kein Zweifel meldet sich. Ich rufe sie an. Sie ist genauso begeistert wie ich. Elektrisiert. Und es zählt nicht, was am Schluss daraus wird. Was zählt ist, es einfach wirken zu lassen. Dem Leben die Erlaubnis zu geben einzutreten. Ohne Irgendeine Erwartung. Dann findet Entwicklung statt. Dann sind wir wahrhaft lebendig.

Für was wird das wohl gut sein? “ Sie beantwortet sich die Frage selbst. Sie spürt sich selbst in all ihrer Lebendigkeit. Schon allein dieses Gefühl zu haben, ist für sie ein Geschenk. Sie ist neugierig auf das, was sich jetzt entwickeln darf. Sie spürt, das Leben ist so viel mehr. Egal wie diese Geschichte ausgehen wird. Ihre Offenheit dem Leben gegenüber hat sich für sie jetzt schon gelohnt. Sie hat sich ausgezahlt. Nicht in klingender Münze. Sondern in etwas viel Tieferem.

In dem Vertrauen, dass alles einen Sinn hat.

Auch wenn wir in der ersten Enttäuschung und im ersten Schmerz keinen Sinn zu erkennen vermögen. Es gibt immer wieder Dinge, die uns herausfordern und uns aus unserer Bahn werfen. Für jeden von uns. Aber wir entscheiden, wie wir damit umgehen.

Oft erkennen wir erst Jahre später, wofür etwas gut war. Aber dass es für etwas gut wird, ist nur möglich, wenn wir offenbleiben. Denn sonst sehen wir die „Angebote des Universums“ ─ wie ich sie nenne ─ nicht. Und wenn man so unterwegs ist, reiht sich Angebot an Angebot. Aber das ist ein anderes Thema. Darauf dürft ihr euch jetzt schon freuen, müsst euch aber noch ein wenig gedulden. Denn mehr Gedanken gibt’s heute nicht von mir.

Ich geh jetzt leben. Und du?

Herzliche Grüße Mona

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