KI-Musik: Tidal wird nicht bezahlen

Henning Uhle June 29, 2026
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Das Internet ist verseucht mit KI-Musik. Zigtausende Tracks, die nur durch Absetzen von Befehlen entstanden sind, werden täglich hochgeladen. Bei Spotify sollst du jetzt sogar „eigene“ Remixe deiner „Lieblingstracks“ mit KI machen können. Haben die alle Lack gesoffen? Gerade bei letzterem wird doch klar, dass die Rechte von Künstlern vollkommen scheißegal geworden sind. Und Tidal? Die haben sich jetzt dazu geäußert, wie sie mit der so genannten Musik aus Suno, Udio und wie sie alle heißen, umgehen werden. In Sachen KI-Musik ist Tidal spät dran Heute erhielt ich eine Email von Tidal. Du denkst ja automatisch, dass entweder die Email gefälscht ist oder irgendwas mit deinem Account nicht stimmt. Aber nein, es war ganz anders. Tidal hat eine Richtlinie zur KI-Musik versendet. Sie werden diese so genannte Musik erkennen und entsprechend kennzeichnen. Da steht dann ein „AI“ neben diesen Musiktiteln. Das könnt ihr auch selbst mit dem AI Song Checker von SubmitHub machen. Nein, dafür bekomme ich kein Geld. Bei mir sieht das so aus: Mein Track „Somewhere“ ist keine KI-Musik Jedenfalls erzählt Tidal, dass sie keine KI-Musik dulden, die noch dazu betrügerisch eingesetzt wird. Diese so genannte Musik wird dann fortlaufend entfernt. Ach, und sie werden keine Tantiemen ausschütten und keinen Direktverkauf ermöglichen. Ds Ganze tritt dann am 15. Juli in Kraft. Damit ist Tidal spät dran. Deezer, markiert, Qobuz hat eine Charta, Spotify hat Millionen dieser Tracks gelöscht und so weiter und so fort. BandCamp lässt KI-Musik gar nicht erst zu. Für Hörer bringt das ganze Theater vor allem Transparenz. Stellt euch mal vor, ihr seid Fans der Band „The Velvet Sundown“. Ihr bekommt aber keine Konzerttickets, keine Interviews, keine Wortmeldungen. Und nachdem ihr stutzig werdet, findet ihr heraus, dass das ein reines Retortenbaby aus Suno oder einer anderen KI-Musik Butze ist. Ihr würdet euch doch verarscht vorkommen, oder? Ja, ihr könnt jetzt viel sagen, dass ich ja auch keine Welttournee mache. Aber ihr könnt mich ja jederzeit lesen. Und ich bastle ja gerade an Musik, die wenig glattgebügelt ist, wie ich neulich schrieb. Na klar, das ist nichts im Vergleich zu einem Konzert in einer Kneipe mit Autogrammstunde. Das lässt sich auch nicht so gut mit meiner Art, Musik zu bauen, bewerkstelligen. Aber KI-Musik ist das am Ende dann trotzdem nicht. Und mein Distributor? Wie ihr wisst, verteile ich meine Musik über Ditto Music. Ja, in letzter Zeit bin ich nicht sonderlich glücklich mit ihnen. Aber dennoch: Meine Musik geht von dort auf die Reise. Also was sagen die zur KI-Musik? Nicht viel. So lang man sich an die Spielregeln der Plattformen hält, sind die mit KI-Musik fein. Das steht wirklich so bei denen. Gut, es gibt immer weniger Plattformen, die das überhaupt zulassen. Aber können die Distributoren da nicht auch gleich einen Riegel vorschieben? Ich kann keine Publishing-Rechte für diese so genannte Musik bei Ditto anmelden. Und auch bei anderen Diensten des Distributors sind diese Nicht-Musiker einfach mal außen vor, wie eine Suche in der FAQ ergibt. Aber grundsätzlich wird auch diese so genannte Musik bei denen nicht abgewiesen. Und da weiß ich halt überhaupt nicht, was ich davon halten soll. Ich will mich nicht mit Promptern an einen Tisch setzen. Ich hoffe, das versteht ihr. Macht richtige Musik Wer jetzt einen Supermarkt betreibt und dort irgendein Gedudel laufenlassen will, soll von mir aus auf diese KI-Musik zurückgreifen. Wann habt ihr denn das letzte Mal bewusst wahrgenommen, was da an Musik läuft? Aber so eine Musik ist halt nichts, was von Menschen kommt. Man will doch was mit seiner Musik ausdrücken, eine momentane Stimmung transportieren, die Leute teilhaben lassen, Musik muss doch fühlbar sein. Und ja, da ist elektronische Musik eingeschlossen. Ich habe mal ein sehr optimistisches Stück gemacht, als ich noch glaubte, dass mit meiner Mutter wieder alles in Ordnung kommt. Das war noch mit dem BandLab-Studio, und ich wusste gar nichts. Und mein Wunsch, den ich mit dem Track hatte, ging nicht in Erfüllung. 3 Wochen später war sie tot. Aber das Stück wird immer mit ihr verbunden sein, so grauenvoll das auch klingen mag. Das kann eine KI niemals machen. Und das meine ich am Ende. Deshalb macht richtige Musik. Verspielt euch, patzt beim Mixing und Mastering, schert euch einen feuchten Dreck um Notenlehre, seid unperfekt. Zeigt euren Hörern, dass da jemand lebt und Musik liebt. Dann wird es vielleicht wieder anders. Die Plattformen scheinen da auf einem guten Weg zu sein. Jetzt müssen wir Musiker – ob als Hobby oder professionell – auch unseren Teil beitragen. Machen wir die Musik wieder lebendig.

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