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  "publishedAt": "2026-05-10T21:00:00.000Z",
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  "textContent": "Nuisance Bear [2026] Wertung: | Kritik von Jens Adrian | Hinzugefügt am 10. Mai 2026 Trailer von BELDOCS – International Documentary Film Festival Belgrade via YouTube.com Powered by JustWatch — Jetzt Streamen Bei: Genre: Dokumentation Originaltitel: Nuisance Bear Laufzeit: 87 min. Produktionsland: Kanada / USA / Großbritannien Produktionsjahr: 2026 FSK-Freigabe: ab 12 Jahren Regie: Gabriela Osio Vanden, Jack Weisman Musik: Cristobal Tapia de Veer Personen: Mike Tunalaaq Gibbons Hintergrund: In Erweiterung ihrer gleichnamigen Kurzdokumentation aus dem Jahr 2021 widmen sich die Filmschaffenden Gabriela Osio Vanden und Jack Weisman in Nuisance Bear den Eisbären, die im kanadischen Churchill, Manitoba, gleichermaßen Touristen anziehen wie Jäger und Sicherheitspersonal. Die jährliche Wanderung der weißen Riesen verschiebt sich zunehmend, je stärker sich das Klima verändert. Während sie darauf warten, dass die Meeresoberfläche wieder gefriert, suchen sie in den menschlichen Siedlungen nach Nahrung und sorgen so für teilweise tödliche Konflikte. Erzählt von dem inzwischen verstorbenen Inuit Mike Tunalaaq Gibbons, widmet sich die Dokumentation auch der indigenen Bevölkerung der Arktis, deren Lebensraum sich in den vergangenen Jahrzehnten gleichermaßen stark verändert hat … Kritik: Gekleidet in abwechselnd wunderschön beeindruckende Bilder und Eindrücke, die geradezu surreal anmuten, erzählen Gabriela Osio Vanden und Jack Weisman in ihrem Dokumentarfilm Nuisance Bear, wie die Menschen in der sogenannten Eisbär-Hauptstadt mit den zunehmenden „Besuchen“ der Bären umzugehen versuchen. Sie lenken dabei auch den Blick auf eine sich verändernde Welt, in der die indigene Bevölkerung jener Region gleichermaßen gezwungen wird, sich anzupassen. Erzählt wird der Dokumentarfilm von Mike Tunalaaq Gibbons, einem Inuit, der sich noch daran erinnern kann, dass es in seiner Kindheit die Siedlung Arviat, nördlicher noch gelegen als Churchill in Kanada, gar nicht gab. Damals sind die Inuit noch durch das Land gezogen und den Eisbären nur selten begegnet. Nachdem die weißen Siedler kamen, wurde den Inuit „empfohlen“, sesshaft zu werden. Dann begann sich das Klima zu verändern und die Begegnungen mit den Eisbären nahmen zu. Die Kleinstadt Churchill in der kanadischen Provinz Manitoba mit weniger als 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wird derart oft von Eisbären besucht, dass man dies als Einnahmequelle für sich entdeckt hat. Doch die Bären erfordern auch, dass sich die Menschen vor Ort erneut anpassen, denn ein Zusammenleben ist mit den hünenhaften Raubtieren schlicht nicht möglich. Dabei kann man sich kaum etwas beeindruckenderes vorstellen, als selbst nur wenige Meter von einem bis zu 800 kg schweren und über zweieinhalb Meter großen Eisbär entfernt zu stehen. Solche Eindrücke erwarten Touristen vor Ort, die zu Dutzenden in speziellen Bussen durch die Stadt gefahren werden, auf der Suche nach individuellen Begegnungen mit den arktischen Riesen. Manche der Touristen wollen die Tiere nochmals in ihrer natürlichen Umgebung besuchen, bevor sie eines Tages womöglich aussterben. Es ist ein Wunsch, den die Inuit nicht kennen. Sie haben seit jeher eine Distanz zu ihnen gewahrt, aus dem überlieferten Wissen heraus, dass Bären und Menschen gleichwertig sind, mächtig und gefährlich. Doch diese Balance ist aus dem Gleichgewicht geraten. Die Bären kommen über die Hudson Bay und müssen auf dem Festland so lange nach Nahrung suchen, bis das Wasser wieder gefriert und sie weiterziehen können. Die Menschen auf der anderen Seite sind nicht sehr gut darin, ihre Spuren zu verbergen. In dem Müll, der überall herumliegt, vermuten die Bären Nahrung und angelockt von den Gerüchen, suchen sie immer stärker den Weg in menschliche Siedlungen. Zeigt Nuisance Bear die imposanten Riesen, wie sie mitten in der Nacht auf der Veranda der Anwohnenden stehen oder durch die Straßen ziehen, Zäune einzureißen versuchen oder vor einem LKW durch ein Bergbaugebiet laufen, wirken diese Eindrücke beinahe unwirklich. Aber sieht man Bilder der verschmutzten Bären, wie sie auf Müllkippen oder in verlassenen Fabrikgebäuden nach Nahrung suchen, stimmen diese Szenen unvermittelt traurig und wirken beinahe, als entstammten sie einer Welt, in der die natürliche Ordnung selbst zusammengebrochen ist. In gewisser Weise ist das der Fall und so wie sich die Bären an die geänderten Bedingungen anpassen, müssen die Menschen es ihnen gleichtun. Statt ausgiebige Interviews zu führen, begleiten die Filmschaffenden Gabriela Osio Vanden und Jack Weisman Menschen vor Ort, die Kindern beibringen, worauf sie achten sollen, um gefährliche Begegnungen mit den Eisbären zu vermeiden. Oder mit welchen Mitteln sich die Sicherheitskräfte gegen die „Eindringlinge“ wehren, angefangen von Schreckschüssen, die das empfindliche Gehör der Bären schädigen, bis hin zu riesigen Fallen. Sie folgen einem jungen Bären, der lernen muss, für sich selbst zu sorgen und den es dabei in die Nähe der Menschen zieht, bis er betäubt wird, um weiter nördlich wieder ausgesetzt zu werden. Es ist, als würden die Menschen den Bewegungen der Bären stets hinterherlaufen. Je mehr Zeit diese unter den Menschen verbringen, umso weniger Angst haben sie und je länger sie an Land bleiben, fernab ihrer natürlichen Nahrungsquellen, umso gefährlicher werden sie auch. Änderungen, die früher Generationen in Anspruch genommen haben, geschehen nun innerhalb eines einzigen Lebenszyklus, was es allen Seiten sichtlich schwermacht, damit umzugehen. Doch gar nichts zu unternehmen, scheint auch keine Lösung, weder für die Menschen, noch die Bären. Dass die Fischer und Jäger der Inuit Angst vor den Eisbären haben und der Auffassung sind, dass es immer mehr von ihnen gibt – auch wenn die Wissenschaft etwas anderes belegt – ist nachvollziehbar, immerhin finden immer mehr Bären den Weg in die menschlichen Siedlungen. Notgedrungen dorthin getrieben durch ihre sich ändernde Umwelt. Eine Lösung für diese angespannte Situation kann Nuisance Bear nicht aufzeigen, wenn es denn überhaupt eine gibt. Stattdessen widmet sich der Dokumentarfilm dem aktuellen Zustand und zeigt, wie die Menschen derzeit versuchen, der Lage Herr zu werden. Dass die Filmschaffenden gleichzeitig den Blick auf die indigene Bevölkerung der Arktis lenken und in den Fokus rücken, wie stark sich auch ihre Welt geändert hat, unterstreicht, dass es sich hierbei nicht um einen einzelnen Aspekt in jener Region handelt, sondern um einen systemweiten Umbruch, in dem eine Veränderung Auswirkungen auf viele andere Bereiche entfaltet. Das ist in tollen Bildern eingefangen und faszinierend zu beobachten. Klasse! Fazit: Die Inuit nennen ihn Avinnaarjuk, den Titel gebenden „Problem-Bär“. Ein Plagegeist, der für Ärger sorgt. Vor Ort gibt es ein ganzes Team, das sich damit befasst, die Bären zu verjagen, wenn sie in die Gemeinschaft kommen. In den Bergen und in der Dunkelheit sind sie teilweise fast unsichtbar. Es ist ein ständiges Abwehren und Verjagen der weißen Riesen, die immer weniger Furcht vor den Menschen zeigen. Dass manche Begegnungen tödlich enden, wundert nicht, macht aber dennoch betroffen. Die majestätischen Tiere so zu sehen, vollkommen verdreckt inmitten menschlicher Siedlungen, in Netzen an Helikoptern hängend, wenn sie quer durchs Land geflogen werden, stimmt unendlich traurig. Die Filmschaffenden Gabriela Osio Vanden und Jack Weisman fangen nicht nur die raue Landschaft in beeindruckenden Bildern ein. Wenn Schaulustige nur Meter von den Bären entfernt stehen und jene versuchen, vollkommen verwirrt und in die Ecke gedrängt in einer von Menschen dominierten Umgebung zu überleben, ist das schockierend und beunruhigend zugleich. Während man die Inuit zu einem Leben gezwungen hat, das sie nicht wollten, ist es nicht möglich, den Eisbären ein angepasstes Verhalten aufzuzwingen. Nuisance Bear widmet sich beiden und schildert in eindringlichen Bildern aus erster Hand, wie groß das Spannungsfeld des notgedrungenen Zusammenlebens zwischen Mensch und Bär ist. Grandios bebildert und geradezu ansteckend melancholisch erzählt, ist das ungemein sehenswert.",
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