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"description": "Kodi auf dem Raspberry Pi 4: Cache-Tuning fuer ruckelfreie Wiedergabe von NFS-Streams. Update fuer Kodi 21 (Omega) und LibreELEC 12: advancedsettings.xml wird ignoriert, Cache-Werte muessen jetzt in guisettings.xml gesetzt werden.",
"path": "/2022/01/18/kodi-auf-dem-raspberry-pi-4-wiedergabe-stockt/",
"publishedAt": "2026-05-25T10:15:32.000Z",
"site": "https://www.kernel-error.de",
"tags": [
"HomeLab",
"Kodi",
"LibreELEC",
"Linux",
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"textContent": "Der Raspberry Pi 4 , egal ob mit 4GB oder 8GB RAM, ist in der Kombination mit Kodi eine wunderbare Erweiterung am Fernseher. Leider sorgte die letzte Version Kodi v19.3 (Matrix) bei mir für ein paar Problemchen. So stockte oder ruckelte die Wiedergabe von Videos oder die Wiedergabe lief für einige Minuten gut, dann wurde gebuffert, nur damit sich dieses Spielchen alle paar Minuten wiederholte. Egal ob im WLAN oder direkt am LAN.\n\nFolgende Änderungen haben bei mir für eine Lösung der Probleme gesorgt:\n\n 1. Erstellen einer XML Datei, welche die default Einstellungen des Cachings überschreibt.\n\nSpeicherort und Dateiname ist: _/storage/.kodi/userdata/advancedsettings.xml_\n\n\n\n\n\n <?xml version=\"1.0\" encoding=\"utf-8\"?>\n <advancedsettings>\n <cache>\n <memorysize>524288000</memorysize>\n <buffermode>1</buffermode>\n <readfactor>6</readfactor>\n </cache>\n </advancedsettings>\n\nAchtung… Bei XML Dateien, spielt das richtige „Einrücken“ schon mal eine Rolle.\n\n2. Erweitern des Arbeitsspeichers für die GPU, sowie das Erzwingen des „Turbo“ Modus.\nDafür einfach die Datei /flash/config.txt um folgende Zeilen erweitern/einpassen:\n\n\n # Default GPU memory split, 76MB are needed for H264 decoder\n gpu_mem=256\n force_turbo=1\n\nWer dieses gerne per SSH machen möchte, muss das Volume /flash einmal schreibfähig mounten:\n\n\n mount -o remount,rw /flash\n\nDie Option _gpu_mem_ setzt recht einfach den, für die Grafikkarte, reservierten Arbeitsspeicher fest auf 256MB. Dieses macht selbst bei der 4GB Raspberry PI 4 Version kein Problem.\n\n_force_turbo_ deaktiviert das dynamische, lastabhängige takten der CPU, GPU und des Arbeitsspeichers, sowie der Spannungen. Alles läuft daher auf Maximum, aber ohne zu übertakten. Dieses hat weniger Auswirkungen auf die Probleme bei der Wiedergabe, sorgt aber für ein allgemein „flüssigeres“ Verhalten. Dafür steigt die Stromaufnahme und die Temperatur. Da wir hier über einen Raspberry sprechen, ist es wohl für die Meisten zu vernachlässigen.\n\n3. Um Temperatur und Geräuschpegel im Zaum zu halten, empfiehlt sich ein gutes passiv gekühltes Gehäuse. Folgendes kann ich empfehlen: https://amzn.to/3qF61pe\n\nDas mitgelieferte Netzteil hat ausreichend Power, man kommt noch an „alles“ ran, das Gehäuse ist sehr massiv und selbst bei großer Last/langem Betrieb, wird alles nur handwarm.\n\n* * *\n\n### Update Februar 2026 — Kodi 21 (Omega) / LibreELEC 12.x\n\nSeit Kodi 21 (Omega), das mit LibreELEC 12.x ausgeliefert wird, funktioniert die oben beschriebene Cache-Konfiguration über die _advancedsettings.xml_ nicht mehr korrekt. Die `<cache>` Sektion wird zwar noch eingelesen und im Log angezeigt — die tatsächlich aktiven Werte kommen aber aus den GUI-Settings (_guisettings.xml_). Im Kodi-Log erkennt man das an dieser Zeile:\n\n\n New Cache GUI Settings (replacement of cache in advancedsettings.xml) are:\n Buffer Mode: 4\n Memory Size: 20 MB\n Read Factor: 4.00 x\n\nDas bedeutet: Trotz konfigurierter 500 MB in der _advancedsettings.xml_ läuft Kodi mit nur 20 MB Puffer — dem Default. Nicht gerade ideal.\n\n#### Die neue Methode\n\nDie Cache-Werte müssen jetzt direkt in _/storage/.kodi/userdata/guisettings.xml_ gesetzt werden. Dafür Kodi stoppen, Datei bearbeiten, Kodi starten:\n\n\n systemctl stop kodi\n sleep 3\n\nIn der _guisettings.xml_ diese drei Zeilen suchen und anpassen. Wichtig: Das `default=\"true\"` muss entfernt werden, damit Kodi die Werte als benutzerdefiniert erkennt.\n\n**Vorher:**\n\n\n <setting id=\"filecache.buffermode\" default=\"true\">4</setting>\n <setting id=\"filecache.memorysize\" default=\"true\">20</setting>\n <setting id=\"filecache.readfactor\" default=\"true\">400</setting>\n\n**Nachher (Beispiel für 8 GB RAM):**\n\n\n <setting id=\"filecache.buffermode\">1</setting>\n <setting id=\"filecache.memorysize\">500</setting>\n <setting id=\"filecache.readfactor\">600</setting>\n\nDann Kodi wieder starten:\n\n\n systemctl start kodi\n\n#### Was die Werte bedeuten\n\n**buffermode = 1**\n\nLegt fest, welche Quellen gepuffert werden:\n\nWert| Bedeutung\n---|---\n0| Nur Internet-Streams (HTTP, FTP…)\n1| Alles (Internet + LAN + lokal) ← empfohlen\n2| Nur „echte“ Internet-Streams\n3| Kein Puffer\n4| Alle Netzwerk-Quellen (Default in Kodi 21)\n\nWir setzen 1 statt 4, damit NFS-Quellen garantiert gepuffert werden — egal wie Kodi die Quelle intern klassifiziert.\n\n**memorysize = 500 (bzw. 250)**\n\nDie Größe des Puffers in MB. Das ist der Speicher, den Kodi im RAM reserviert, um Film-Daten vorauszulesen.\n\nPraktisches Beispiel: Ein typischer 4K-Film hat ~80 Mbit/s Bitrate (ca. 10 MB/s).\n\n * **20 MB (Default):** Nur ~2 Sekunden Film im Puffer. Wenn das Netzwerk kurz schwankt, stockt die Wiedergabe sofort.\n * **500 MB:** Ca. 50 Sekunden Film im Puffer. Selbst wenn NFS mehrere Sekunden hängt, läuft die Wiedergabe weiter.\n\n\n\nEmpfohlene Werte nach verfügbarem RAM:\n\n * 8 GB RAM: `memorysize` = 500\n * 4 GB RAM: `memorysize` = 250\n\n\n\n**readfactor = 600 (= 6×)**\n\nDer Wert wird intern durch 100 geteilt, also 600 = 6,0×. Kodi liest Daten mit der 6-fachen Geschwindigkeit der benötigten Bitrate voraus. Bei einem 80 Mbit/s Film liest Kodi also mit ~480 Mbit/s vom NFS, bis der Puffer voll ist. Danach drosselt es auf die tatsächlich benötigte Rate. Das sorgt dafür, dass der Puffer sich schnell füllt und möglichst voll bleibt.\n\n#### Verifizierung\n\nNach dem Neustart im Kodi-Log prüfen, ob die neuen Werte aktiv sind:\n\n\n grep \"New Cache GUI Settings\" -A4 /storage/.kodi/temp/kodi.log\n\n#### Hinweis zum Raspberry Pi 5\n\nDie _config.txt_ Anpassungen (`gpu_mem=256` und `force_turbo=1`) gelten weiterhin für den Raspberry Pi 4. Beim Raspberry Pi 5 sind diese nicht nötig — er nutzt eine andere GPU-Architektur (VideoCore VII) und `gpu_mem` hat dort keine Wirkung.",
"title": "Kodi auf dem Raspberry Pi 4: Ruckelfreie Wiedergabe einrichten"
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