Laut, stark, kein Opfer!

Pressepfarrerin June 24, 2026
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„Was ich anhatte…“ – die Wanderausstellung über die Erfahrungen von Frauen, die vergewaltigt wurden, gastiert zurzeit im Historischen Museum Bielefeld. Zwölf Stationen sind es, die man abschreiten kann. Jede zeigt die Kleidung, die die betreffende Frau, das betreffende Mädchen trug, als der Übergriff geschah. Normale Kleidung, die die Frauen nicht geschützt hat, aber auch zu nichts verleitet. Denn die Anziehsachen sind nicht das Problem. Wer wollte, wusste das schon vorher und kriegt es trotzdem noch einmal krass vor Augen geführt, wenn er* oder sie* (als ich dort war, waren es nur sie*s) die Ausstellung betrachten. Neben den Sachen steht jeweils eine Tafel, auf der die Besitzerin beschreibt, was geschehen ist. Die Texte sind kurz genug, um nicht zu ermüden oder zu erschlagen und gleichzeitig informativ und eindringlich. Darum gibt es direkt zu Anfang eine Triggerwarnung sowie weiter drinnen Informationsmaterial zu Beratung und Unterstützung. Am Eingang stand außerdem, dass es nicht erlaubt ist, die Ausstellung und ihre Elemente zu fotografieren. Für die Presse gab es fest definierte Ausnahmen. Ich mag es normalerweise nicht, wenn Exponate nicht fotografiert werden dürfen. Doch hier wirkte die Grenzziehung anders auf mich. Die Frauen waren bereit, ihre Kleidung und einen Teil ihrer Geschichte zu zeigen, aber nach ihren Regeln und weiterhin unter ihrer Kontrolle. So wie es ihnen passt. Wobei ich nicht weiß, ob das die Absicht war, aber es war eben das, was es in mir auslöste: Wo fängt ein Nein eigentlich an? Diese Frage hat mich durch den ganzen Besuch bis nach Hause begleitet und auch, als ich ein Foto, ein angemessenes Foto machen wollte. Ich stieg schließlich auf die Empore über der Ausstellungshalle und stellte mich hinter das dort aufgebaute gotische Maßwerk aus der Neustädter Marienkirche. Nicht nur von hier aus kann man das, was in der Ausstellung tatsächlich gezeigt wird, nur erahnen. „Was ich anhatte…“ läuft noch bis zum 12. Juli im Historischen Museum Bielefeld. Als nächste Stationen folgen Darmstadt, Augsburg und Linz. Die Website zur Ausstellung findet sich hier, darin die Überschrift zu diesem Post. Der Instragram-Account steht unter diesem Link.

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