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Dxracer Craft im Test: Wenn der Bürostuhl gemütlich sein soll

PC-WELT – Homepage [Unofficial] July 2, 2026
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Auf einen Blick

Unsere Wertung

Pro

  • Rückenlehne mit großem Winkel und vielen Stufen
  • Gut anpassbare Armlehnen
  • Breite Sitzfläche
  • Magnetisch befestigtes Nacken- und Lordosenkissen

Kontra

  • Wesentliche Unterschiede zwischen einzelnen Modellnummern
  • Nicht für leichte Menschen ausgelegt
  • Sitzfläche nicht anpassbar
  • Sehr dickes Nackenkissen

Fazit

Der Dxracer Craft ist ein gut verarbeiteter Gaming-Stuhl, der eher für gemütliches Sitzen ausgelegt ist. Wer einen ergonomischen Stuhl sucht, um tagsüber auch ordentlich arbeiten zu können, ist mit anderen Modellen wahrscheinlich besser bedient.

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Wer in den späten 2000ern und frühen 2010ern einen Gaming-Stuhl gesucht hat, ist kaum um den Namen „Dxracer“ herumgekommen. Wie wenige andere stand die Marke in dieser Zeit synonym für Stühle, die an die Optik und Stabilisierungsfunktion von Sitzen in Rennautos angelehnt waren. Natürlich produziert Dxracer auch heute noch Stühle, allerdings sind in den vergangenen 20 Jahren viele andere Hersteller auf den Markt gedrängt, weshalb die Auswahl größer ist als je zuvor.

Als eines der aktuellen Modelle im Sortiment durfte ich mir jüngst den Dxracer Craft ansehen, der direkt beim Hersteller rund 480 Euro kostet, im freien Handel aber teils deutlich unter 400 Euro zu finden ist. Im Vergleich zu anderen Stühlen des Herstellers ist er optisch zurückhaltender und deshalb auch nicht nur für Gaming-Setups geeignet. Daher ist er insbesondere auch an Content-Creator gerichtet.

Eugen Wegmann

Design

So wirklich kann sich der Dxracer Craft dann auch wieder nicht vom Rennsitz-Look lösen. Wie bei allen Stühlen dieser Art ist die Kopfstütze einfach nur eine schmalere Verlängerung der Rückenlehne. Der Oberkörper wird von zwei Paar Flügeln gerade in der Mitte gehalten, als wäre man beim Gaming denselben Kräften ausgesetzt wie auf der Rennstrecke – das eine Paar auf Höhe des unteren Rückens, das andere auf Höhe der Schultern. Seit jeher eher ein ästhetisches Merkmal als ein ergonomisches, gerade, wenn man ohnehin einen schmalen Körperbau hat.

Der größte Unterschied zu klassischen Racing-Stühlen sind die fehlenden Löcher in der Rückenlehne links und rechts vom Hals, wo bei Rennautos zwei Riemen des Vier- bzw. Sechspunktgurts durchgefädelt sind. Bei Stühlen auch seit jeher ohne wirkliche Funktion.

Die Sitzfläche ist mit 58 Zentimetern ungewöhnlich breit, sodass man auch problemlos im Schneidersitz darauf sitzen kann, ohne dass die Armlehnen in die Quere kommen.

Den Craft gibt es in zwei Größen: In L für Personen bis 185 Zentimeter Körpergröße und bis 120 Kilogramm Gewicht und in XL für Personen über 185 Zentimeter Körpergröße und bis 120 Kilogramm Gewicht. Im Shop von Dxracer selbst ist er ausschließlich in Schwarz und komplett mit Kunstleder bezogen erhältlich, im freien Handel findet man ihn auch noch mit Farbakzenten, etwa rot oder grau, mit grauem Textilbezug und teilweise sogar mit aufwendigen Stickereien.

Montage & Verarbeitung

Bei der Montage gibt es keine nennenswerten Besonderheiten; da funktionieren alle Stühle gleich, sofern sie keine allzu komplexen Funktionen enthalten: Die Rollen kommen in die Enden des Aluminium-Drehkreuzes, in die Mitte steckt man die Gasdruckfeder. Die Armlehnen werden mit mehreren Schrauben an die Unterseite der Sitzfläche geschraubt und die Rückenlehne wird auf die Sitzfläche gesteckt und festgeschraubt. Die größte Herausforderung ist es, im letzten Schritt das Loch unter der Sitzfläche mit der Spitze der Gasfeder zu treffen.

Die Montageanleitung ist schön groß und übersichtlich; dafür kann man schon mal ein Lob aussprechen. Für die Montage legt Dxracer das nötige Werkzeug bei, das auch gar nicht so schlecht ist. Gerade den Inbusschlüssel mit seinem Kunststoffgriff kann man gern in den Werkzeugkasten schmeißen, da er überraschend gut in der Hand liegt. Insgesamt muss man Dxracer zugutehalten, wie aufgeräumt und übersichtlich die Verpackung des Craft ist.

An der Verarbeitung gibt es im Großen und Ganzen nicht viel zu meckern. Einzig die Armlehnen klappern für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr, weil sie aus vielen beweglichen Metallteilen bestehen, die mit relativ viel Spiel zusammengesteckt sind.

Funktionen & Ergonomie

Der Dxracer Craft ist in der Höhe um 8 Zentimeter verstellbar, was einer Sitzhöhe von 47 bis 55 Zentimetern an der Vorderkante entspricht, wenn Sie die mitgelieferten, 6 Zentimeter hohen Kunststoffrollen montieren. Mit einem Hebel an der rechten Seite der Sitzfläche lässt sich der Winkel der Rückenlehne des Dxracer Craft in einem Bereich von 90 bis 135 Grad in sagenhaften 15 Stufen verstellen, also ganz grob in 3-Grad-Schritten.

Die zwei Hebel des Dxracer Craft, in der Mitte der Knauf zum Einstellen der Federhärte.

Eugen Wegmann

Auf der linken Seite unter dem Sitz können Sie den Wippmechanismus feststellen oder lösen. Ist er frei, wippt der Stuhl in einem Bereich von 15 Grad. Seine Federhärte wird wiederum über einen großen, unhandlichen Drehknauf in der Mitte unterhalb des Sitzes eingestellt. Nicht, dass Sie das besonders häufig machen müssten. Trotzdem hat sich dieser Mechanismus offensichtlich seit Jahren nicht verändert und ist so nervig wie eh und je, und umso nerviger bei einem Stuhl, der über 400 Euro kostet.

An den Armlehen verteilt befinden sich drei Hebel und Tasten zum Anpassen: Einer unter den Armlehnen außen, einer unter den Armlehnen innen und einer auf der Innenseite der Armlehnen.

Eugen Wegmann

Am vielseitigsten sind wohl die „4D-Armlehnen“ (Mathematiker und Physiker bitte wieder beruhigen): Sie können sie in der Höhe um 8 Zentimeter verstellen und die Ablagefläche in drei verschiedene Winkel drehen, nach innen oder außen und nach vorn und hinten verschieben. Nichts davon können Sie versehentlich verstellen, da alles mit insgesamt drei Knöpfen und Hebeln fixiert ist.

Merkwürdig wird es bei der Rückenlehne: Vom Dxracer Craft gibt es nämlich zwei verschiedene Varianten, die auf den ersten Blick aber kaum voneinander zu unterscheiden sind. Die eine, hier im Test, kommt mit einem üppigen Kissen aus Memoryschaum, das als Lordosestütze dient und magnetisch in unterschiedlicher Höhe an der Rückenlehne befestigt werden kann. Die andere hat eine integrierte, mechanische „2D-Lendenwirbelstütze“ in der Rückenlehne, die Sie mit einem Knauf an der rechten Seite anpassen können, und kommt ohne Kissen. Letztere gibt es nur bei der Modellnummer GC/LCF23LTA/G, erstere bei allen anderen.

Eugen Wegmann

Die einfachste Möglichkeit, die beiden Varianten voneinander zu unterscheiden, sind die Produktbilder bei den einzelnen Händlern. Sehen Sie ein schwarzes Kissen im unteren Rückenbereich, handelt es sich um das Modell, das ich getestet habe. Sehen Sie keins, ist es das andere. Das ist freilich nicht besonders transparent. Das Nackenkissen hingegen, das ebenfalls magnetisch an der Rückenlehne befestigt und eingestellt wird, bloß in der oberen Hälfte, ist bei beiden Modellen gleich.

Was die Ergonomie betrifft, muss ich sagen: Der Dxracer Craft ist kein Stuhl für mich. Das liegt zum einen daran, dass er für eine eher gemütliche Sitzposition ausgelegt ist – leicht zurückgelehnt, wippend, vielleicht noch die Beine auf einem Hocker. Dann ist er wirklich bequem. Möchten Sie gerade, im 90-Grad-Winkel daran sitzen, wie es von Experten empfohlen wird, dann zwickt und kneift er überall. Nach zwei bis drei Stunden bekam ich immer Rückenschmerzen. Aber das ist inzwischen nun mal meine bevorzugte Sitzposition, nicht nur beim Arbeiten, sondern auch, wenn ich zu Hause am PC zocke.

Meiner Einschätzung nach liegt das an der Mischung aus dem Lendenwirbelkissen, das den Rücken in dieser Sitzposition nicht gut genug stützt, und dem Nackenkissen, das für diese Sitzposition viel zu dick ist und den Kopf weiter nach vorn und unten drückt, als es soll. Ich kann mir vorstellen, dass das Modell mit der integrierten Lordosenstütze zumindest für den unteren Rückenbereich besser ist, kann das aber nicht testen.

Natürlich ist das sehr subjektiv. Wenn Sie, im Gegensatz zu mir, eine gemütlichere Sitzposition bevorzugen, gibt es am Stuhl wenig auszusetzen. Und gerade dann kommt auch das dicke Nackenkissen zum Tragen, wenn es gewollt ist, dass der Kopf aus der leichten Schräglage etwas nach vorn gedrückt wird.

Zum anderen ist der Dxracer Craft selbst in der kleinsten Ausführung offensichtlich nicht für leichte Menschen gemacht. Befindet sich die Lehne im 90-Grad-Winkel, kann ich mit meinen gut 60 Kilogramm Körpergewicht den Wippmechanismus partout nicht auslösen, egal wie weich die Feder eingestellt ist. Erst bei der dritten, vierten Stufe der Rückenlehne kann ich vor und zurückwippen.

Zu guter Letzt hätte ich mir Anpassungsmöglichkeiten der Sitzfläche gewünscht. Bei Stühlen anderer Hersteller, auch im selben Preissegment, können Sie die Sitzfläche verkürzen und verlängern, um sie an die Länge der Oberschenkel anpassen zu können. Bei anderen können Sie zusätzlich noch den Neigungswinkel der Sitzfläche anpassen, was beim Dxracer Craft auch nicht geht. Er ist immer ein wenig zur Rückenlehne hin geneigt.

Soll ich den Dxracer Craft kaufen?

Wenn Sie eine gemütliche, nach hinten gelehnte Sitzposition bevorzugen, ist der Dxracer Craft ein brauchbarer Stuhl, der nicht nur in einem Gaming-Setup gut aussieht, sondern auch in eher konventionellen Büros nicht allzu sehr heraussticht. Wenn Sie aufrecht, im 90-Grad-Winkel, arbeiten möchten, ist gerade das Modell mit dem Kissen als Lendenwirbelstütze aber nicht unbedingt optimal.

Das größte Problem des Craft ist jedoch, dass er in der Zeit stehen geblieben scheint: Andere Hersteller bieten inzwischen mehr Funktionen zu vergleichbaren Preisen an, während Dxracer über die Jahre nur wenig am Design und Funktionsumfang geändert hat. Gerade in puncto Ergonomie gibt es viel Luft nach oben.

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