Instax Wide Evo im Test: Fujifilms Hybrid-Sofortbildkamera druckt auch Handyfotos
Auf einen Blick
Unsere Wertung
Pro
- Retro-Design
- Große und glänzende Drucke
- Große Auswahl an Filtern und Aufnahmeoptionen
Kontra
- Kostspielig
- Unhandliche Bauweise
- Akku und interner Speicher eher gering
Fazit
Die Instax Wide Evo ist eine spannende Sofortbildkamera mit Druckfunktion: Sie liefert große, farbige Ausdrucke, bietet viele Filter und kreative Aufnahmeoptionen und kann auch Smartphone-Fotos drucken. Der Retro-Look gefällt, doch Preis, Gewicht und Größe fallen deutlich ins Gewicht. Auch Akku und interner Speicher sind knapp bemessen. Für Fans großer Instax-Abzüge reizvoll, für viele aber zu teuer.
Preis zum Zeitpunkt des Testberichts
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Wenn Sie sich nicht zwischen der spontanen Magie einer Sofortbildkamera und der praktischen Flexibilität eines mobilen Druckers entscheiden können, warum nicht gleich beides kombinieren? Genau hier setzt das Hybridkonzept an.
Mit der Instax Mini Evo hat Fujifilm bereits 2021 den Grundstein gelegt – nun folgt mit der Instax Wide Evo die nächste Ausbaustufe. Sie übernimmt viele Funktionen des Mini-Modells, setzt aber auf das größere Wide-Format. Die Abzüge fallen damit etwa doppelt so groß aus und bieten entsprechend mehr Raum für Details.
Auf dem Papier wirkt das wie die logische Weiterentwicklung. Doch bevor Sie zugreifen, lohnt sich ein Blick auf den Preis …
Design und Verarbeitung
- 490 g ohne Film
- Unterhaltsame Drehregler und Hebel
- Platz für 45 Bilder allein im internen Speicher
Die Instax Wide Evo folgt dem Konzept ihres Mini-Pendants und setzt auf eine Retro-Designsprache mit verspielten Details, die dieses Thema konsequent aufgreifen.
Die Kamera ist ausschließlich in klassischem Schwarz erhältlich und verfügt über ein strukturiertes Kunststoffgehäuse mit glänzenden grauen Akzenten. Bei meinem Einsatz auf einer Party erhielt die Wide Evo zahlreiche Komplimente für ihren nostalgischen Charme – nicht zuletzt dank ihres hybriden Konzepts.
Hannah Cowton-Barnes / Foundry
Beginnen wir mit einem Nachteil: Die Kamera ist groß. Ich hatte zuvor noch kein Modell mit Wide-Film getestet, und im Vergleich zur kompakten Mini Evo musste ich mich zunächst umgewöhnen. In meine „magische“ Uniqlo-Tasche passte sie zwar gerade noch, doch mit 490 g (ohne Filmkassette) ist sie alles andere als leicht. Zudem lässt sie sich nicht einhändig bedienen.
Wenn Sie mit der sperrigeren Bauweise leben können, ist das allerdings kaum vermeidbar – schließlich unterstützt die Kamera einen Film, der etwa doppelt so groß ist wie die Mini-Abzüge.
Auf der Vorderseite sitzen das Objektiv samt mitgelieferter Schutzabdeckung gegen Kratzer, ein Schalter für den Weitwinkelmodus, ein Selfie-Spiegel sowie der Blitz, der sich ein-, ausschalten oder auf Automatik stellen lässt. Der Auslöser befindet sich ebenfalls vorn; hier brauchte ich einige Versuche, um mich daran zu gewöhnen: Für die Aufnahme muss er gedrückt gehalten werden, wobei es gelegentlich zu einer leichten Verzögerung kommt.
Ich habe die Wide Evo auf einer Party verwendet und erhielt zahlreiche Komplimente für ihre nostalgische Einzigartigkeit.
An einer Seite sitzt der Ein-/Aus-Schalter, flankiert von Drehreglern, mit denen sich verschiedene Filter und Modi kombinieren lassen (mehr dazu später). Eine besonders raffinierte Funktion ist die ausklappbare Druckkurbel: Mit ihr wählen Sie ein Bild aus Ihrer digitalen Bibliothek zum Ausdrucken aus.
Die Filmkassetten werden auf der Rückseite eingesetzt; pro Kassette lassen sich jeweils zehn Aufnahmen einlegen. Der Druck eines Bildes dauert etwa 16 Sekunden. Ebenfalls auf der Rückseite befindet sich ein LCD-Display, über das Sie Aufnahmen vorab prüfen können, bevor Sie Instax-Wide-Film verbrauchen.
Die Navigation fällt dank der Drehregler und zusätzlichen Tasten auf der Rückseite übersichtlicher aus als bei der Mini – ein weiterer Vorteil des größeren Gehäuses.
Der interne Speicher ist mit Platz für rund 45 Bilder eher knapp bemessen. Diese Grenze habe ich im Test schnell erreicht und musste Aufnahmen löschen. Glücklicherweise steht ein microSD-Steckplatz zur Verfügung, über den sich die Kapazität auf bis zu 850 Fotos erweitern lässt. Zudem ist ein Stativgewinde vorhanden, falls Sie die Kamera auf einem Stativ nutzen möchten.
Hannah Cowton-Barnes / Foundry
Funktionen und Bildqualität
- Das Breitbildformat eignet sich perfekt für Bilderrahmen und Fotoalben
- 16-Megapixel-Hauptkamera
Die Instax Wide Evo richtet sich an Nutzer, die Freude an experimenteller Fotografie haben, und ist weniger für Einsteiger oder Gelegenheitsanwender gedacht.
Im Gegensatz zur Instax Mini 12, bei der im Grunde nur gezielt und ausgelöst wird, bietet dieses Modell eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten für kreative und individuelle Aufnahmen. Entscheiden Sie sich etwa für den „Beam Flare“-Modus, lässt sich über das Einstellrad die Lichtausrichtung variieren – eine Steuerung, die auch in vielen anderen Modi zum Einsatz kommt.
Ferner können zwei Filter gleichzeitig kombiniert werden, etwa „Monochrom“ und „Vignette“. Ergänzend stehen verschiedene Rahmenoptionen zur Verfügung, beispielsweise mit einblendbarem Datums- und Zeitstempel unten rechts.
Hannah Cowton-Barnes / Foundry
Es hat etwas gedauert, bis ich ein Gefühl dafür entwickelt hatte, welche Filter am besten funktionieren – genau hier spielt jedoch der Hybridansatz aus Digitalkamera und Drucker seine Stärke aus: Sie verschwenden keine Ausdrucke, wenn Sie es nicht möchten.
Die Kamera löst mit 16 Megapixeln auf und bietet eine Brennweite von 16 Millimetern; entsprechend sollten Sie keine hochdetaillierten Ergebnisse erwarten. Bei schwierigen Lichtverhältnissen – sowohl bei wenig als auch bei strahlend hellem Licht – stößt sie an ihre Grenzen. Allerdings handelt es sich hier nicht um ein Smartphone; diese Einschränkungen sind für kompakte Digitalkameras typisch und werden von vielen Nutzern im Sinne eines „Retro“-Looks sogar geschätzt.
Da echter Film zum Einsatz kommt, wirken die Abzüge glänzend und farbintensiv. Sie können zwischen „Rich“ und „Natural“ wählen, und hochwertige Aufnahmen – etwa vom Smartphone oder von professionellen Kameras – kommen auf diesem Format besonders gut zur Geltung. Vor allem im Vergleich zum kleineren Mini-Film bleiben deutlich mehr Details erhalten.
Direkt mit der Kamera aufgenommene Bilder vermitteln hingegen ein stärker nostalgisches, unmittelbares Gefühl – ideal für soziale Anlässe, bei denen Sie besondere Momente festhalten möchten. Dank des größeren Wide-Formats eignen sich die Prints zudem hervorragend, um mehrere Aufnahmen zu einer Collage für Zuhause zu kombinieren.
Hannah Cowton-Barnes / Foundry
Akkulaufzeit und Aufladen
- Die von Instax angegebene geschätzte Akkulaufzeit liegt über den Ergebnissen aus Praxistests
- Ladezeit von zwei bis drei Stunden
Die Instax Wide Evo ist mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgestattet, der laut Hersteller für rund 100 Aufnahmen ausreichen soll, wobei die tatsächliche Laufzeit stark von der Nutzung abhängt. In meinem Test entlud sich der Akku jedoch schneller und war bereits im Laufe eines Tages erschöpft – allerdings habe ich dabei intensiv mit nahezu allen Filtern gearbeitet.
Geladen wird über USB-C; eine vollständige Aufladung dauert etwa zwei bis drei Stunden. Ein passendes Kabel liegt bei, fällt jedoch recht kurz aus.
Hannah Cowton-Barnes / Foundry
Instax Wide Evo App
- Dient zum direkten Ausdrucken und zur Fernauslösung
- Fotos bearbeiten möglich
- Der „Discover Feed“ dient als Inspirationsquelle
Um das volle Potenzial der Instax Wide Evo auszuschöpfen, empfiehlt sich die zugehörige App für iOS und Android.
Nach der Kopplung mit dem Smartphone lassen sich darüber aufgenommene Fotos direkt ausdrucken, mit der Kamera erstellte Bilder zur digitalen Sicherung übertragen sowie eine Fernauslösung nutzen, die eine Live-Vorschau des aktuellen Bildausschnitts auf dem Smartphone ermöglicht.
Wie bei anderen Instax-Apps ist die Bedienung insgesamt unkompliziert. Allerdings fällt die Schriftgröße recht klein aus, was die Barrierefreiheit einschränkt. Zudem können Sie Bilder vor dem Druck direkt in der App mit Filtern versehen und zuschneiden.
Hannah Cowton-Barnes / Foundry
Eine neue, praktische Funktion der App ist der „Discover Feed“, der Beispielbilder inklusive der vom Fotografen verwendeten Einstellungen als Inspirationsquelle bereitstellt.
Weniger gelungen ist hingegen, dass Fujifilm weiterhin keine einheitliche App für alle Kameras und Drucker anbietet. Für die meisten Nutzer dürfte das allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielen – relevant ist dieser Punkt vor allem für diejenigen, die mehrere Geräte des Herstellers verwenden.
Preis und Verfügbarkeit
Die Instax Wide Evo bietet viel, richtet sich preislich und funktional jedoch klar an Nutzer mit größerem Budget oder an ambitionierte Hobbyfotografen. Mit über 300 Euro liegt sie mehr als 200 Euro über der Instax Mini Evo – ein deutlicher Aufpreis
Hinzu kommen die laufenden Kosten für den Film: Eine Packung mit 20 Instax-Wide-Aufnahmen kostet etwa 20 Euro und ist damit teurer als der Mini-Film. Zink-Papier ist mit rund 50 Cent pro Bild zwar deutlich günstiger als Instax-Wide-Film mit etwa 85 Cent pro Aufnahme, bietet jedoch keinen echten Sofortbildfilm-Charakter.
Hannah Cowton-Barnes / Foundry
Sollten Sie die Instax Wide Evo kaufen?
Die Instax Wide Evo erfüllt viele Anforderungen derjenigen, die eine Kombination aus Kamera und tragbarem Drucker suchen. Ihr nostalgisches Design hebt sie von anderen Modellen ab, während die zahlreichen Einstellmöglichkeiten viel Raum für kreatives Experimentieren lassen.
Allerdings hat das Konzept seinen Preis – und der dürfte für viele klassische Instax-Nutzer deutlich höher ausfallen als erwartet. Zudem ist die Kamera relativ schwer und sperrig, was sie unterwegs weniger praktisch macht, sofern keine ausreichend große Tasche vorhanden ist. Auch Akkulaufzeit und interner Speicher fallen eher knapp aus.
Die Instax Mini Evo bietet einen Großteil der Funktionen, allerdings mit kleineren Abzügen. Wenn das Budget keine entscheidende Rolle spielt, ist die Wide Evo eine spannende Option. Für die meisten Nutzer dürfte der Preis jedoch die größte Hürde darstellen.
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