Dieses versteckte Windows-Werkzeug zeigt, was Ihrem PC Probleme macht
Windows 11 bringt ein Bordmittel mit, das Abstürze, Hänger, Treiberprobleme und Update-Fehler tageweise sammelt. Die Zuverlässigkeitsüberwachung fasst die Vorfälle zu einer Zeitleiste zusammen und vergibt einen Stabilitätsindex auf einer Skala von 1 bis 10.
Für Einsteiger ist das ein guter erster Anlaufpunkt, denn die Darstellung kommt ohne die lange Ereignisliste der klassischen Ereignisanzeige aus. Die folgenden Abschnitte zeigen den Aufruf, das Lesen der Einträge und einen Weg, kryptische Fehlercodes verständlich zu machen. Wie Sie Probleme lösen, die der Zuverlässigkeitsverlauf anzeigt, lernen Sie wiederum in dem verlinkten Text.
Was das Bordmittel erfasst
Der Zuverlässigkeitsverlauf protokolliert ausschließlich Ereignisse, die die Stabilität betreffen. Andere Aktivitäten Ihres Systems bleiben außen vor. Auf einen Blick sehen Sie, an welchen Tagen Ihr Rechner Probleme hatte und welcher Art sie waren. Folgende Kategorien erscheinen in der Übersicht:
- Anwendungsfehler : Ein einzelnes Programm ist abgestürzt oder hat nicht mehr reagiert.
- Windows-Fehler : Eine systemnahe Komponente oder Windows selbst hatte ein Problem, darunter ein unerwarteter Neustart.
- Verschiedene Fehler : Berichte, die nicht in die übrigen Kategorien passen, oft fehlerhafte Hintergrundprozesse.
- Warnungen : Hinweise auf fehlgeschlagene Installationen oder abgebrochene Updates, oft ein Frühsignal für spätere Störungen.
- Informationen : Erfolgreiche Updates sowie Treiber- und App-Installationen, nützlich als Zeitstempel.
Für die Fehlersuche zählt vor allem ein Punkt. Die Informationseinträge zeigen, wann ein bestimmtes Update oder ein Treiber installiert wurde. Tritt kurz danach ein Absturz auf, liefert die zeitliche Nähe einen ersten Hinweis auf die Ursache.
Thomas Joos
So rufen Sie den Zuverlässigkeitsverlauf auf
Drei Wege führen zum Bordmittel. Für den schnellen Zugriff genügt das Suchfeld, die übrigen Wege helfen beim Ansteuern über vertraute Menüs.
- Suchfeld: Windows-Taste drücken, den Begriff “Zuverlässigkeitsverlauf anzeigen” eintippen und den passenden Treffer öffnen.
- Ausführen-Dialog: Windows-Taste und “R” zusammen drücken, “perfmon /rel” eingeben und mit der Eingabetaste starten (funktioniert nicht immer).
- Systemsteuerung: Der Weg führt von “System und Sicherheit” -> “Sicherheit und Wartung” -> “Wartung” -> “Zuverlässigkeitsverlauf anzeigen”
Nach dem Start sammelt das Bordmittel kurz die vorhandenen Daten und baut die Übersicht auf. Oben links schalten Sie über “Tage” und “Wochen” zwischen den beiden Zeitansichten um.
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Die Zeitleiste und den Stabilitätsindex lesen
Im oberen Bereich verläuft eine Kurve über die ausgewählten Tage oder Wochen. Sie steht für den Stabilitätsindex auf der Skala von 1 bis 10. Ein hoher Wert bedeutet einen ruhigen Betrieb, ein Tiefpunkt markiert einen Tag mit Problemen. Eine durchgehend gerade Linie bleibt die Ausnahme, denn auch gut gepflegte Rechner sammeln über die Zeit kleinere Einträge.
Unter der Kurve ordnet Windows jedem Tag Symbole zu. Drei Typen reichen für die erste Einschätzung:
- Rotes Symbol mit weißem Kreuz: ein kritisches Ereignis, etwa ein Absturz oder ein Hardwarefehler.
- Gelbes Dreieck: eine Warnung, häufig ein fehlgeschlagenes Update oder eine abgebrochene Installation.
- Blaues Symbol mit “i”: eine Information, darunter ein erfolgreich installiertes Update.
Häufen sich rote Symbole an aufeinanderfolgenden Tagen oder direkt nach einer Installation, lohnt der genauere Blick. Ein einzelnes Ereignis ist oft harmlos. Ein Muster aus mehreren gleichartigen Fehlern deutet dagegen auf eine konkrete Ursache hin.
Einträge anklicken und Details auswerten
Ein Klick auf einen Tag in der Zeitleiste füllt den unteren Fensterbereich. Unter “Zuverlässigkeitsdetails für” listet Windows die Ereignisse des Tages, getrennt nach kritischen Ereignissen, Warnungen und Informationsereignissen. Jede Zeile nennt die Quelle, eine kurze Zusammenfassung, das Datum und in der Spalte “Aktion” einen Verweis auf weitere Angaben.
Thomas Joos
Mit einem Doppelklick auf einen Eintrag oder einem Klick auf “Technische Details anzeigen” öffnen Sie die Seite “Problemdetails”. Dort finden Sie den Problemereignisnamen, einen Code und mehrere Parameter. Der Hardwarefehler in der oberen Abbildung erscheint dort mit dem Problemereignisnamen “LiveKernelEvent” und dem Code 193.
Für Laien sind solche Angaben schwer zu deuten, doch sie eignen sich als Anhaltspunkt für die weitere Suche, da identische Codes über mehrere Vorfälle hinweg auf denselben Fehler verweisen.
Über “Alle Problemberichte anzeigen” am unteren Rand erreichen Sie eine gebündelte Liste sämtlicher Berichte. Mit “Zuverlässigkeitsverlauf speichern” legen Sie die Daten als Datei ab, zum Beispiel für eine spätere Anfrage beim Support.
Technische Details an einen KI-Assistenten übergeben
Die kryptischen Codes auf der Seite “Problemdetails” lassen sich an einen KI-Assistenten weiterreichen. Über die Schaltfläche “In Zwischenablage kopieren” übernehmen Sie den kompletten Eintrag. Fügen Sie ihn anschließend in ChatGPT, Gemini oder Claude ein und fragen Sie nach der Bedeutung des Problemereignisnamens und nach möglichen nächsten Schritten.
Ein solcher Assistent übersetzt den Code in verständliche Sprache und ordnet ein, ob ein Treiber, ein Update oder die Hardware infrage kommt. Behandeln Sie die Vorschläge als Hinweis, nicht als gesicherte Diagnose. Persönliche Daten enthalten die kopierten Angaben nicht, dennoch lohnt vor dem Einfügen ein kurzer Blick auf den Text.
Vom Eintrag zur Lösung
Der Zuverlässigkeitsverlauf zeigt Zeitpunkt und Art eines Problems, die Behebung folgt danach. Bei abstürzenden Programmen helfen oft eine Aktualisierung oder eine Neuinstallation.
Bei Treibern lohnt der Wechsel auf eine neuere Version. Macht ein Update Probleme, stoßen Sie die Installation erneut an oder setzen Sie auf den vorherigen Stand zurück. Tritt ein Hardwarefehler wiederholt auf, prüfen Sie Arbeitsspeicher und Datenträger mit den passenden Testwerkzeugen.
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