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Laptop-Markt 2026: Die Mittelklasse stirbt aus

PC-WELT – Homepage [Unofficial] June 2, 2026
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Als Technikbegeisterter im Jahr 2026 – oder auch nur als jemand, der einfach nur einen neuen Laptop braucht – hat man es schwer. Die Leistung ist zwar hervorragend, doch Geräte, die früher erschwinglich waren, werden immer teurer. Und „erschwinglich“ ist mittlerweile eine sich rasch verändernde Größe, da Computer zum gleichen Preis zum ersten Mal seit Menschengedenken weniger leistungsfähig sind. Die „K-förmige Wirtschaft“ scheint den PC-Markt hart zu treffen.

Falls Ihnen der Begriff unbekannt ist: Eine K-förmige Wirtschaft bedeutet, dass sich der Markt in zwei große Segmente aufteilt: diejenigen mit enormem Reichtum, die hochpreisige Waren und Dienstleistungen kaufen, und eine weitaus größere Gruppe, die sich kaum die Grundbedürfnisse leisten kann. Grafisch dargestellt sieht dies wie der Buchstabe K aus, wobei die wohlhabende Gruppe immer reicher wird, während die Armen immer ärmer werden und die Mitte – die Mittelschicht – verschwindet.

Die Computex 2026 ist ein exzellentes Beispiel für dieses Phänomen: PC-Hersteller bemühen sich verzweifelt, mit dem überraschenden Verkaufsschlager MacBook Neo mitzuhalten, entwickeln aber gleichzeitig teurere Modelle, wobei es kaum Zwischenlösungen gibt. Das Neo ist ein geniales kleines Notebook, mit dem Apple ältere iPhone-Prozessoren in einen erschwinglichen Mac umwandelt. Es ist aber auch ein unglaublicher Glücksfall für Apple – das Unternehmen entwickelte gerade seinen erschwinglichsten Laptop seit über einem Jahrzehnt, als die RAM-Preise explodierten und die Inflation in vielen Ländern hart zuschlug. Das macht das MacBook Neo zur naheliegenden Wahl für alle mit begrenztem Budget, vorausgesetzt, sie bestehen nicht auf Windows.

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Windows macht erschwingliche Laptops fast unmöglich

Ach ja, Windows. Wenn es einen Klotz am Bein des aktuellen Laptop-Marktes gibt, der ohnehin schon von Inflation und Problemen in der Lieferkette geplagt ist, dann ist es Windows. Das Neo kann ein guter (wenn auch nicht fantastischer) Laptop zu einem Einstiegspreis von rund 700 Euro sein, selbst mit nur 8 GB RAM, da macOS den Arbeitsspeicher viel besser verwaltet als Windows. Das gilt übrigens auch für Linux und ChromeOS.

Angesichts jahrzehntelanger Code-Anhäufungen, die das System verlangsamen, moderner Internetanwendungen und Browser, die längst von reichlich Hardware-Leistung verwöhnt sind, ist die Nutzung eines Windows-11-Laptops mit nur 8 GB Arbeitsspeicher kein Vergnügen.

Eugen Wegmann

Ich empfehle niemandem, einen Windows-Laptop mit weniger als 16 GB RAM zu kaufen. Und diese Empfehlung gebe ich schon seit Jahren. Wenn Sie mir nicht glauben wollen, fragen Sie gerne Microsoft selbst. Bei weniger als 16 GB wird ein PC vom Copilot-Programm ausgeschlossen – und von all den zusätzlichen Funktionen, von denen das Unternehmen seit zwei Jahren behauptet, dass wir sie unbedingt in unseren neuen Laptops haben wollen.

Und doch ist der erste nennenswerte neue Laptop, der auf der Computex vorgestellt wurde, ein wiederbelebtes Dell XPS 13. Das XPS 13 galt laut vielen Rezensenten und Nutzern einst als das „MacBook von Windows“, ein Aushängeschild für Qualität und Leistungsfähigkeit. Doch anstatt die Marke XPS mit einem Flaggschiff zurückzubringen, erhalten wir einen Laptop ab 899 Euro (799 Euro für Schüler und Studenten ab 16 Jahren) mit dem „Wildcat Lake“-Prozessor Intel Core 5 320, dem 2026er-Äquivalent eines Celeron oder Atom. Und am schlimmsten ist: Das Basismodell verfügt lediglich über 8 GB LPDDR5-RAM.

Dell

Dies ist kein Premium-Laptop, sondern technisch ein Kompromiss, auch wenn er gut aussieht und ein Aluminiumgehäuse hat. Ein Dell-Vertreter sagte: „Wir begeben uns nicht auf einen Preiskampf“, was gut ist, denn diesen Wettlauf haben sie bereits gegen Apple verloren. Das XPS verfügt über einen Touchscreen und mehr Speicherplatz. Auf dem Papier ist es ein besseres Notebook.

Man sollte bedenken, dass bei keinem dieser Geräte die 8 GB Arbeitsspeicher vom Endnutzer aufgerüstet werden können. Und das schadet dem Windows-Notebook weitaus mehr als dem Mac. Auch hier kann ich keinem normalen Nutzer empfehlen, ein Windows-Gerät zu kaufen, das schon bei mehr als drei Browser-Tabs an seine Speichergrenzen stößt.

Dell ist nicht das einzige Unternehmen, das hofft, eine Nische im Preisbereich von 700 bis 800 Euro zu finden. Andere Marken statten ihre Laptops mit “Wildcat Lake”-CPUs von Intel aus, und Qualcomm führt für diese Laptops ebenfalls den Snapdragon C ein, zusammen mit den üblichen Kompromissen, die mit Arm einhergehen: keine High-End-Gaming-Optionen, dafür aber längere Akkulaufzeit und Möglichkeiten für ein geringeres Gewicht.

Doch soweit wir bisher gesehen haben, kommt keines dieser Modelle an das MacBook Neo mit seinem Einstiegspreis von rund 700 Euro heran (ohne Sonderangebote oder Studentenrabatte), und sie alle werden durch 8 GB RAM ausgebremst.

Wenn jemand heute 700 Euro für einen Laptop ausgeben kann und nicht nach einem gebrauchten oder generalüberholten Gerät suchen möchte, rate ich ihm, das Macbook Neo zu kaufen. Als lebenslanger Windows-Nutzer schmerzt mich das. Als Verbraucherschützer und jemand, der den Menschen das bestmögliche Erlebnis für ihr Geld bieten möchte, muss ich mich zusammenreißen und Apple den Vorzug geben.

Im mittleren Preissegment mangelt es an Auswahlmöglichkeiten

Was ist, wenn sie etwas mehr Geld zur Verfügung haben – sagen wir 1000 Euro? Für einen vierstelligen Betrag bekam man früher den neuesten Prozessor von Intel, wenn auch nicht unbedingt den schnellsten in dieser Preisklasse. Heute wäre das ein Chip der Core Ultra Series 3, der seit einigen Monaten in handelsüblichen Laptops erhältlich ist.

Doch wenn man sich unsere Laptop-Tests ansieht, liegt kein einziges Modell auch nur annähernd unter 1.000 Euro. Und alle aktuellen Modelle der Core Ultra Series 2, von AMD und mit Snapdragon X2 überschreiten diese Marke ebenfalls.

Das MSI Prestige Flip 14 AI ist das günstigste Core Ultra 3-Notebook, das wir getestet haben … derzeit für 1.530 US-Dollar.

Foundry / Mark Knapp

Um einen Laptop zu erwerben, der früher zur Mittelklasse oder zur Premiumklasse gehörte, müssen Sie realistisch gesehen mit einem Einstiegspreis ab 1.300 Euro rechnen – das ist viel Geld. Ab 1.500 Euro erhalten Sie etwas mehr Spielraum, 32 GB RAM oder mehr als 1 TB Speicherplatz. Es ist ziemlich bezeichnend, dass Google bei der Ankündigung des Googlebooks – das auf Android basiert und nicht als Ersatz für Chromebooks bezeichnet werden soll – von „erstklassiger Verarbeitung und Materialien“ sprach. Rechnen Sie dort nicht mit Sonderangeboten, zumindest zu Beginn.

Wenn Sie jedoch einen „Leistungs“-Laptop suchen, der anspruchsvolle Medienproduktion oder Gaming bewältigen kann, müssen Sie nun mit Preisen ab 2.000 Euro rechnen. Und was für ein Zufall: Es gibt mit Nvidia und seinem RTX Spark einen neuen Akteur im Laptop-Markt, der über praktisch unbegrenzte finanzielle Mittel verfügt und weitaus mehr an Unternehmenskunden als an Privatkunden interessiert ist. Es gibt vieles, was wir über diese neue RTX-Spark-Plattform noch nicht wissen, aber sie basiert auf Arm und wird unter Windows laufen.

Nvidia zielt auf das High-End-Segment

Doch ganz anders als Qualcomms Snapdragon ist der RTX-Spark-Chip für KI, KI, KI (und vielleicht auch ein wenig Gaming) konzipiert. Die integrierte Grafik dieser Geräte ist leistungsstark und soll beim Spark-Spitzenmodell angeblich einer Desktop-Grafikkarte mit RTX 5070 entsprechen.

Nvidias CEO demonstrierte auf der Bühne, wie die Chips brandaktuelle Spiele wie Forza Horizon 6 und 007: First Light ausführen – Spiele, die auf anderen integrierten CPU/GPU-Konfigurationen, wie der in vielen teureren Handhelds verbauten Ryzen-Z-Serie, nur mit erheblichen Kompromissen laufen. Wenn Ihnen Leistung wichtig ist und Sie auf dünnere, leichtere Laptops mit ernst zu nehmender Grafikleistung gewartet haben, sind dies aufregende Neuigkeiten!

Nvidia

Der neue Surface Ultra-Laptop, die erste große Erweiterung der hauseigenen Produktreihe von Microsoft seit Snapdragon, wird auf dem RTX Spark N1X laufen. Und ja, „Ultra“ ist in diesem Zusammenhang ein gewisser Vorbote. Er wird weitaus leistungsstärker sein als die Standard-Surface-Geräte, zumindest wenn man dem Hype Glauben schenkt. Und das bedeutet, dass er weitaus teurer sein wird.

Dasselbe können Sie auch bei RTX-Spark-Laptops anderer Anbieter erwarten. Diese Spark-Modelle benötigen zudem deutlich mehr RAM – ähnlich wie Gaming-Handhelds und AMDs beeindruckende Strix-Halo-Serie teilen sich CPU und GPU den System-RAM. Daher wird der Surface Ultra mit wahnsinnigen 128 GB RAM angeboten, vermutlich zusätzlich zu weniger bombastischen Optionen.

Microsoft

Um das Beste aus der RTX-Spark-Laptop-Plattform herauszuholen, sei es beim Gaming oder bei anderen GPU-intensiven Anwendungen (einschließlich des „agentenbasierten KI“-Schnickschnacks, den Huang auf der Bühne anpries), werden mindestens 32 GB RAM benötigt, vorzugsweise 64 GB. Das sagt mir, dass keiner dieser Nvidia-basierten Laptops auch nur den Mittelklasse-Markt anvisiert – es geht durchweg um das Premium-Segment. Genauso wie Nvidia sein Monopol bei diskreten Grafikkarten beherrscht, hofft Nvidia, sich den Markt für die leistungsstärksten Windows-Laptops zu sichern.

Nvidia will augenscheinlich die Spitze des zunehmend K-förmigen Laptop-Marktes erobern. Apple und Intel liefern sich einen Kampf um das untere Segment, wobei Qualcomm als möglicher Außenseiter gilt. In einem schwindenden Mittelklasse-Segment kämpfen AMD und Intel weiterhin um den Laptop-Markt. Im Preisbereich zwischen 700 und 2.000 Euro gehen die Optionen rapide zur Neige.

Eine düstere Zukunft für preisgünstige PCs

Optionen für neue Laptops für 500 Euro oder weniger gibt es technisch gesehen zwar noch, aber sie sind meist so schlecht, dass ich empfehlen würde, sie gar nicht erst in Betracht zu ziehen. Das gilt umso mehr, wenn Sie Windows wollen. Wenn das Ihr Budget ist, sollten Sie nach seltenen Ausnahmen wie dem MSI Modern 15 oder generalüberholten Modellen wie dem Lenovo ThinkPad T14 Gen 1 Ausschau halten. Dank der RAM-Krise steht uns eine Zukunft bevor, in der neue Laptops, genau wie neue Autos, für jeden, der nicht wohlhabend ist, eine funktionale Unmöglichkeit darstellen.

Ich vermute, dass viele Menschen beginnen werden, mehr Funktionen aus ihren Smartphones herauszuholen, von denen viele bereits abbezahlt sind. Google und Samsung setzen stark auf Desktop-Oberflächen, die erscheinen, wenn man ein Smartphone an einen Bildschirm anschließt. Das macht sie funktional zu kleinen PCs, die bereits alle Ihre Apps, Fotos, Kontakte und Lesezeichen enthalten.

Eine Desktop-ähnliche Umgebung, die auf einem Android-Smartphone läuft.

John Brandon

Sicher, es ist keine ideale Lösung, besonders wenn man an ein vollwertiges Arbeitserlebnis am Schreibtisch gewöhnt ist. Und diese Geräte können nicht hoffen, Gaming im PC- oder Konsolenstil zu bieten, nicht ohne auf Cloud-Hardware wie GeForce Now zurückzugreifen. Oh hallo, da ist ja schon wieder Nvidia am Start.

Vorausgesetzt, die „KI“-Blase platzt nicht oder eine andere wundersame Wendung der Ereignisse sorgt dafür, dass Speicher wieder erschwinglich wird, müssen Sie sich auf der einen oder anderen Seite der K-Kurve einrichten.

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