Telekom, 1und1 und O2 stellen diese Mobilfunktechnik endgültig ein
Wer bereits seit den frühen 2000er Jahren ein Handy besitzt, wird sich sicherlich noch an die MMS erinnern. Vor Whatsapp und Co. konnte man damit Bilddateien mit bis zu 300 KB verschicken, da der Versand per SMS nur Textnachrichten erlaubte.
Unglücklicherweise verlangten die meisten Anbieter für das Verschicken einer einzigen MMS 19 Cent (später bis zu 39 Cent) und sorgten damit dafür, dass die meisten vom Gebrauch absahen. Dennoch war es bis zuletzt technisch möglich, MMS zu verschicken (mit Ausnahme von Vodafone, das die MMS bereits 2023 einstellte).
Nun liefern die Deutsche Telekom und 1&1 wohl den letzten Sargnagel für die MMS und geben bekannt (via SIM.de), dass zum 30. Juni 2026 auch über ihre Verträge keine MMS mehr verschickt werden können.
Auch O2 wird voraussichtlich nachziehen und die MMS im Laufe des Jahres abschaffen. Wir haben bei der Pressestelle angefragt, ob sie ebenfalls den 30.6. dafür anpeilen, und folgende Antwort erhalten:
Der MMS‑Dienst wird im Netz von Telefónica Deutschland derzeit noch angeboten. Wir stellen den Versand und Empfang von MMS bis zum 30. Juni 2026 sicher. Wie wir das Angebot darüber hinaus ausgestalten, werden wir rechtzeitig und transparent kommunizieren. Mit modernen Messaging‑Standards wie RCS stehen Kundinnen und Kunden heute zeitgemäße Alternativen mit zusätzlichen Funktionen zur Verfügung.
Das bedeutet das Ende
Nach dem 30. Juni wird es nicht mehr möglich sein, eine MMS an andere Kontakte zu verschicken. Für Vodafone-Kunden war dieser Stichtag bereits am 17. Januar 2023, die anderen Anbieter ziehen also lediglich nach.
SMS können Sie weiterhin nutzen. Beim Versuch, ein Bild zu verschicken, wird aber vermutlich eine Fehlermeldung erscheinen und die Nachricht kommt nicht an. Teilweise ist es aber noch möglich, MMS an eine Person zu verschicken, deren Anbieter die MMS bereits eingestellt hat.
Die Entscheidung, MMS endgültig einzustellen, kommt nicht überraschend. Der Multi Messaging Service wirkt wie ein Relikt, insbesondere, da durch Whatsapp, Signal und Co. schon längst kostenlose Alternativen für den Versand von Medien gegeben sind.
Zudem wird es auch immer unüblicher, SMS zu verschicken oder generell Gebühren für einzelne Nachrichten zu verlangen. Für die Nutzer ist es also von Vorteil, auf eine der zahlreichen Alternativen zu wechseln.
Das ist die Alternative
Neben den bekannten Messenger-Diensten ist bereits der Nachfolger von SMS und MMS eingeführt worden: Mit RCS (das steht für “Rich Communication Suite”) können Sie Texte, Bilder, Videos, Dokumente und sogar Sprachnachrichten verschicken. Seit Neuestem sind zudem Videoanrufe und Nachrichten mit formatiertem Text möglich.
Anders als bei SMS und MMS fallen hierfür keine einzelnen Gebühren an. RCS nutzt stattdessen mobile Daten, die ohnehin Teil jedes Mobilfunkvertrages sind. Sie können RCS-Nachrichten etwa in der Google Messages App auf Android-Geräten oder in der iMessage App auf iPhones verwenden.
Die Verbreitung von RCS ging über die letzten Jahre zwar relativ langsam voran. Doch durch das Ende der MMS könnte der Dienst jetzt einen neuen Aufschwung erhalten.
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