TCL Nxtpaper 60 Ultra im Test: Dieses Smartphone schont die Augen spürbar
Auf einen Blick
Unsere Wertung
Pro
- Mattes 7,2-Zoll-Display ohne störende Spiegelungen
- Drei Lese-Modi inklusive echter E-Ink-Optik
- Lange Akkulaufzeit, besonders im Ink-Paper-Mode
- 50-MP-Telekamera mit dreifachem optischem Zoom
- Umfangreiches Zubehör inklusive Stylus und Flip-Case
Kontra
- Lautsprecher zu leise für Musik und Videos
- Mittelklasse-CPU bei grafiklastigen Spielen spürbar
Fazit
Das TCL Nxtpaper 60 Ultra ist ein Nischenprodukt mit klarer Zielgruppe. Wer viel liest, Notizen macht oder Wert auf entspanntes Arbeiten am Bildschirm legt, bekommt ein einzigartiges Gerät zu einem fairen Preis. Das matte Display ist in dieser Form konkurrenzlos und schont die Augen spürbar. Bei Leistung, Lautsprechern und Kamera zeigt sich dagegen das Mittelklasse-Fundament. Für Gamer oder Foto-Enthusiasten also die falsche Wahl – für Vielleser und Kreative dagegen eine ernsthafte Empfehlung.
Price When Reviewed
This value will show the geolocated pricing text for product undefined
Best Pricing Today
Aktuell bester Preis: TCL Nxtpaper 60 Ultra
Shop
Preis
Bei Amazon ansehen
Preisvergleich (über 24.000 Shops weltweit)
Produkt
Preis
Preisvergleich von Backmarket
Das Nxtpaper 60 Ultra ist kein typisches Handy. Es versteht sich als Mischung aus Smartphone und E-Reader, mit klarem Fokus auf Augenschutz und entspanntem Lesen statt maximaler Leistung. TCL setzt nicht auf das schnellste Chipset oder die hellste OLED-Anzeige. Stattdessen rückt ein mattes Display in den Mittelpunkt, das sich fast wie Papier anfühlt. Ein mutiger Ansatz im Einheitsbrei aktueller Smartphones.
Design & Verarbeitung
Schon beim Auspacken fällt die Größe auf. Mit 174 mal 82 Millimetern und einem Gewicht von 227 Gramm gehört das Nxtpaper 60 Ultra zu den größten Smartphones am Markt.
Selbst ein iPhone 17 Pro Max oder ein Galaxy S26 Ultra wirken daneben kompakt. Das 7,2-Zoll-Display erklärt diese Dimensionen, macht die einhändige Bedienung aber zur Herausforderung. Wer kleine Hände hat, wird häufig zum zweiten Griff gezwungen.
Christoph Hoffmann
Der Rahmen besteht aus metallisch lackiertem Kunststoff, die Rückseite aus 3D-Fiberglas. Das wirkt auf den ersten Blick weniger edel als Glas oder Metall pur. Dafür bleibt das Gerät leichter, als man es bei dieser Displaygröße erwarten würde.
Die Verarbeitung ist sauber, Spaltmaße sind gleichmäßig, nichts knarzt oder gibt nach. Erfreulich: TCL zertifiziert das Smartphone nach IP68. Staub und Wasser machen dem Gerät also nichts aus, ein seltenes Feature in dieser Preisklasse.
Das Kameramodul auf der Rückseite fällt allerdings auf – wörtlich. Es ragt rund 1,4 Zentimeter aus dem Gehäuse heraus und lässt das Smartphone auf dem Tisch wackeln.
Christoph Hoffmann
Die Front dominiert das matte Display. Die Oberfläche fühlt sich ungewohnt samtig an und spiegelt praktisch nicht. Fingerabdrücke fallen kaum auf, Wischen auf dem Bildschirm gleicht eher dem Gefühl von Papier als von Glas. Dieser Eindruck bleibt auch nach Wochen der Nutzung bestehen.
Christoph Hoffmann
Am rechten Rand sitzt eine Besonderheit: die Nxtpaper-Taste. Ein kleiner Schiebeschalter, mit dem sich die Display-Modi direkt wechseln lassen, ohne den Umweg über Menüs.
Christoph Hoffmann
Zur Entsperrung dient ein im Power-Button integrierter Fingerabdrucksensor, der schnell und zuverlässig arbeitet – auch bei leicht feuchten Fingern. Alternativ steht eine Gesichtserkennung über die Frontkamera zur Verfügung, die im Alltag zügig reagiert, bei schwachem Licht jedoch an ihre Grenzen stößt. Für sensible Anwendungen wie Banking oder Zahlungen ist der Fingerabdruck klar die sicherere Wahl.
TCL liefert ein umfangreiches Zubehörpaket mit. Neben dem Ladekabel gehören eine transparente Schutzhülle sowie ein Flip-Case in Notizbuch-Optik dazu. Ebenfalls enthalten ist der passende Stylus “T-Pen Magic” samt Halterung. Ein Netzteil liegt jedoch nicht bei, sodass auf ein vorhandenes Ladegerät zurückgegriffen werden muss.
Ausstattung
Im Inneren arbeitet ein MediaTek Dimensity 7400, flankiert von 12 GB Arbeitsspeicher. Beim internen Speicher stehen 256 oder 512 GB zur Wahl, erweiterbar per microSD-Karte. In Benchmarks bewegt sich der Prozessor im soliden Mittelfeld: Typische Werte liegen bei rund 1.030 Punkten im Single-Core und etwa 3.070 Punkten im Multi-Core (Geekbench 6).
Das sind Werte auf dem Niveau älterer Oberklasse-Geräte und deutlich unter aktuellen Flaggschiffen wie dem Samsung Galaxy S26 oder dem Apple iPhone 17. Alltagsaufgaben wie Browsen, Messaging oder Videostreaming erledigt der Chip mühelos, bei anspruchsvollen 3D-Spielen gerät er an seine Grenzen.
Das 7,2-Zoll-IPS-Display löst mit 2.340 × 1.080 Pixeln auf und unterstützt eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz. Messungen ergeben eine Spitzenhelligkeit von rund 657 cd/m².
Das ist kein OLED-Spitzenwert, dank des matten Finishs reicht es im Alltag aber auch bei Sonnenschein aus. Im Gegensatz zu OLED-Geräten wirkt das Bild weniger kontrastreich, dafür deutlich angenehmer für längere Nutzung.
oplus_2097152
Christoph Hoffmann
Die Nxtpaper-4.0-Technik reduziert laut TÜV Rheinland den Blaulichtanteil auf 3,41 Prozent und arbeitet ohne PWM-Flackern. Menschen mit empfindlichen Augen dürften das zu schätzen wissen.
Die Kamera-Ausstattung überrascht in dieser Preisklasse. Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln auf und setzt auf einen vergleichsweise großen 1/1,55-Zoll-Sensor sowie optische Bildstabilisierung. Dazu gesellt sich ein 50-MP-Periskop-Teleobjektiv mit dreifachem optischem Zoom und bis zu sechsfachem verlustarmen Zoom.
Die dritte Linse ist ein 8-Megapixel-Ultraweitwinkel, der qualitativ jedoch sichtbar hinter den anderen Kameras zurückbleibt. Auf der Vorderseite kommt eine 32-MP-Frontkamera zum Einsatz, die für Selfies und Videocalls eine solide Bildqualität liefert.
Der Akku fasst 5.200 mAh und lässt sich mit 33 Watt per Kabel laden. In 30 Minuten sind rund 55 Prozent Ladestand erreicht, eine vollständige Ladung dauert rund 90 Minuten.
Kabelloses Laden fehlt, dafür kann das Smartphone per Reverse Charging mit 10 Watt andere Geräte versorgen. Im Video-Loop erreicht das Gerät bei mittlerer Helligkeit knapp 18 Stunden Laufzeit.
Abgerundet wird das Paket durch 5G, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4, Dual-SIM mit eSIM-Unterstützung und einen Infrarot-Sender. Letzterer verwandelt das Smartphone in eine Fernbedienung für Fernseher oder Klimaanlagen. Ein Kopfhöreranschluss ist ebenfalls vorhanden.
Als Betriebssystem kommt Android 15 mit TCL-eigener Oberfläche zum Einsatz. Die Update-Politik fällt positiv auf: TCL verspricht Sicherheitspatches bis 2030, also rund fünf Jahre ab Marktstart. Das ist für ein Mittelklasse-Gerät ordentlich und schlägt viele Mitbewerber in dieser Preisklasse.
Einrichtung & Software
Die Ersteinrichtung läuft vertraut ab. Der Assistent von Android führt durch Sprache, WLAN, Google-Konto und die Datenübertragung von einem anderen Smartphone – falls gewünscht. Das ist per Kabel oder Cloud möglich.
Der Vorgang dauert je nach Datenmenge zwischen zehn und dreißig Minuten. TCL verzichtet auf ein aufdringliches eigenes Konto und verlangt keine zusätzlichen Anmeldungen.
Christoph Hoffmann
Die Benutzeroberfläche basiert auf Android 15 und trägt eine dezente TCL-Anpassung. App-Drawer, Schnelleinstellungen und Benachrichtigungen bleiben nah am Google-Original.
Besonderheiten gibt es bei den Nxtpaper-Einstellungen. Über ein eigenes Menü lassen sich die drei Lese-Modi konfigurieren: Max Ink schaltet auf reines Schwarz-Weiß, Ink Paper behält einen hellen Hintergrund für Texte, Color Paper entsättigt die Farben für ein comicähnliches Erlebnis.
Christoph Hoffmann
Mehrere KI-Tools ergänzen den Funktionsumfang. Handwriting-to-Text wandelt handschriftliche Notizen in getippten Text um und erkennt dabei auch Druckschrift zuverlässig.
Easy Script glättet krakelige Handschrift zu lesbarem Text. Memo Craft setzt Fotos in Notizen um und erstellt daraus gestaltete Einträge. Die Funktionen arbeiten lokal und reagieren ohne spürbare Verzögerung.
Vorinstalliert ist wenig überflüssige Software. Eine Notiz-App, ein Reader für E-Books im EPUB-Format und die üblichen Google-Dienste bilden die Basis.
Christoph Hoffmann
Wer viel liest, kann Apps wie Kindle, Pocket oder Kobo problemlos ergänzen. Die Kombination aus großem Display, mattem Finish und Ink-Modus macht aus jeder Lese-App ein kleines E-Reader-Erlebnis.
Stylus & Schreibgefühl
Der T-Pen Magic ist mehr als nur eine Zugabe. Auf der matten Oberfläche gleitet der Stift mit einem leichten Widerstand über das Display, der dem Schreibgefühl auf echtem Papier näherkommt als jeder Glas-Bildschirm. Die Latenz liegt im niedrigen Bereich, erst bei sehr schnellen Strichen zeigt sich minimale Verzögerung. Druckstufen werden unterstützt, was bei Skizzen für feine Linienführung sorgt.
Im Alltag zahlt sich die Kombination besonders bei Notizen in Meetings, beim Annotieren von PDFs oder beim schnellen Skizzieren aus. Apps wie Nebo, Squid oder Samsung Notes (über Play Store) funktionieren einwandfrei. Einziger Wermutstropfen: Der Stift lädt sich nicht am Gerät selbst, sondern muss separat per USB-C geladen werden. Eine Ladung hält allerdings mehrere Tage.
Alltagstauglichkeit
Im täglichen Einsatz zeigt das Nxtpaper 60 Ultra seine eigentliche Stärke. Nach mehreren Stunden Lesen fühlen sich die Augen spürbar weniger belastet als nach derselben Zeit am klassischen OLED-Smartphone.
Der Ink-Paper-Modus verwandelt das Gerät auf Knopfdruck in einen Ersatz für Kindle oder Tolino. Schriften wirken ruhig, der Kontrast ist angenehm, Hintergrundbeleuchtung dezent.
Im direkten Vergleich mit einem echten E-Reader ergibt sich ein differenziertes Bild. Ein Kindle Paperwhite arbeitet mit echtem E-Ink, das Seiten nur beim Umblättern neu aufbaut und dadurch wochenlange Akkulaufzeiten erreicht.
Christoph Hoffmann
Das Display des TCL Nxtpaper 60 Ultra simuliert den E-Ink-Look per Software, bleibt dabei aber deutlich flüssiger im Alltag. Scrollen erfolgt ohne Ruckler, Touch-Eingaben werden in Echtzeit umgesetzt und die Farbdarstellung lässt sich je nach Nutzung anpassen. Typisches E-Ink-Ghosting tritt dabei nicht auf. Für reines Lesen bleibt ein dedizierter E-Reader zwar überlegen, als Hybridgerät für Lesen, Surfen und Notizen spielt das Nxtpaper 60 Ultra seine Stärken jedoch klar aus.
Die Displaygröße kommt beim Lesen voll zur Geltung. Eine komplette Buchseite passt ohne Verkleinerung auf den Bildschirm, PDFs lassen sich ohne ständiges Zoomen durchblättern. Auch Webseiten und Nachrichten-Apps profitieren vom zusätzlichen Platz.
Christoph Hoffmann
Videos sehen auf der großen Fläche gut aus, leiden aber unter zwei Schwächen: Das matte Finish nimmt Farben etwas Leuchtkraft, und die Mono-Lautsprecher sind zu leise. Auf dem Balkon oder in lauter Umgebung fehlt schlicht Pegel.
Christoph Hoffmann
Telefonate klingen klar und verständlich, die Rauschunterdrückung arbeitet ordentlich. Im Freisprechbetrieb zeigt sich dasselbe Lautstärke-Problem wie bei Medien. Mit Bluetooth-Kopfhörern oder externen Lautsprechern lässt sich das Thema umgehen, bleibt im Alltag aber ein wiederkehrender Ärgernis-Punkt.
Die Hauptkamera macht bei Tageslicht ansprechende Bilder mit natürlichen Farben und ordentlicher Detailzeichnung. Das Teleobjektiv überrascht positiv. Der dreifache optische Zoom liefert auch in schwierigen Situationen brauchbare Ergebnisse und eignet sich sogar für Makro-ähnliche Aufnahmen.
Bei schwachem Licht sinkt die Bildqualität deutlich, Rauschen nimmt zu. Die Ultraweitwinkel-Kamera mit acht Megapixeln fällt klar ab und wirkt eher wie eine Pflichtübung. Wer gezielt fotografiert, arbeitet besser mit Haupt- und Telelinse.
Beim Akkuverbrauch zeigt sich ein spannendes Muster. Im normalen Modus hält das Smartphone bei durchschnittlicher Nutzung einen kompletten Arbeitstag durch, bei moderater Nutzung sind 15 bis 18 Stunden drin. Im Ink-Paper-Mode verlängert sich die Laufzeit drastisch – zwei bis drei Tage sind realistisch. Das liegt an der reduzierten Farbausgabe und der niedrigeren Bildwiederholrate.
Für wen lohnt sich das Smartphone?
Die Zielgruppe des Nxtpaper 60 Ultra ist klar umrissen. Vielleser, die bisher parallel zum Smartphone einen Kindle mitschleppen, können mit diesem Gerät auf ein Ersatzprodukt setzen. Studierende profitieren vom Stylus, dem großen Display für PDFs und den KI-Schreibfunktionen.
Für Menschen mit PWM-Empfindlichkeit – einer Gruppe, die bei modernen OLED-Smartphones oft Kopfschmerzen oder Augenermüdung erlebt – bietet das flackerfreie IPS-Panel eine seltene Alternative.
Auch Senioren mit ermüdenden Augen oder Nutzer mit intensiver Bildschirmarbeit im Job finden hier ein durchdachtes Angebot. Weniger passend ist das Smartphone für mobile Gamer, ambitionierte Fotografen und alle, die Wert auf ein besonders kompaktes Gehäuse legen.
Fazit
Das TCL Nxtpaper 60 Ultra ist kein Smartphone für alle – und das ist seine größte Stärke. Statt blind dem Flaggschiff-Wettrennen zu folgen, setzt TCL auf ein klares Profil: großes, mattes Display, augenschonende Technologie und ein Bedienkonzept, das Lesen und Notieren in den Mittelpunkt stellt. Wer täglich stundenlang auf Bildschirme schaut, spürt den Unterschied nach wenigen Tagen deutlich.
Bei Leistung, Lautsprechern und Ultraweitwinkel-Kamera zeigt sich, dass das Gerät in der Mittelklasse angesiedelt ist. Dafür punktet es mit IP68-Schutz, langer Update-Garantie bis 2030 und einem durchdachten Stylus-Konzept.
Für den aufgerufenen Preis bietet es ein stimmiges Gesamtpaket mit einzigartem Charakter. Für Vielleser, Kreative und Menschen mit empfindlichen Augen eine der derzeit interessantesten Smartphone-Alternativen.
Technische Daten
- Display: 7,2 Zoll IPS-LCD mit Nxtpaper 4.0, 2.340 × 1.080 Pixel (FHD+), 120 Hz, matt, flackerfrei, TÜV-Rheinland-Zertifizierung
- Prozessor: MediaTek Dimensity 7400 (Octa-Core)
- Arbeitsspeicher: 12 GB RAM
- Interner Speicher: 256 GB oder 512 GB, per microSD erweiterbar
- Hauptkamera: 50 MP (f/1.88, OIS, 1/1,55-Zoll-Sensor)
- Telekamera: 50 MP Periskop, 3-facher optischer Zoom, bis zu 6-facher verlustarmer Zoom
- Ultraweitwinkel: 8 MP
- Frontkamera: 32 MP
- Akku: 5.200 mAh, 33 Watt Schnellladen, 10 Watt Reverse Charging
- Konnektivität: 5G, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4, NFC, Infrarot-Sender, USB-C, 3,5-mm-Klinke, eSIM
- Biometrie: Fingerabdrucksensor im Power-Button, Gesichtserkennung
- Schutzklasse: IP68 (staub- und wasserdicht)
- Betriebssystem: Android 15 mit TCL-Oberfläche, Sicherheitsupdates bis 2030
- Abmessungen: 174 × 82 × 7,5 mm
- Gewicht: 227 Gramm
- Besonderheiten: Nxtpaper-Taste, T-Pen Magic Stylus im Lieferumfang, Flip-Case inklusive, drei Display-Modi (Normal, Color Paper, Max Ink)
Discussion in the ATmosphere