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Kakerlaken statt Leoparden? Bundeswehr testet Ungeziefer im militärischen Einsatz

PC-WELT – Homepage [Unofficial] April 23, 2026
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Die Bundeswehr testet Kakerlaken (Küchenschaben) als Mittel für die Feindaufklärung. Das Ungeziefer krabbelt zum Feind in dessen Stellung und späht ihn aus. Die Soldaten sehen auf ihren Monitoren die Daten und Bilder, die von der Elektronik auf den Küchenschaben erfasst und übertragen werden.

Diese als “System Autobugs” bezeichnete Methode soll “Abstandsfähigkeit” herstellen, wie ein Bundeswehrangehöriger (mit gewagt sitzender Kopfbedeckung) in dem interessanten und unterhaltsamen Video erklärt. Die Kakerlaken sollen also dort aufklären, wo es gefährlich oder für Soldaten zu schwierig ist. Lebende Kakerlaken werden mithilfe eines elektronischen Rucksacks gesteuert. So haben Soldaten dank der ferngesteuerten Kakerlaken die Möglichkeit, ein fremdes Objekt einzusehen.

Die Soldaten können damit auch Objekte aufklären, an die sie sich wegen mangelnder Deckung nicht getarnt annähern können. Die Kakerlaken sind sozusagen die biologische Ergänzung zu Drohnen. Aufklärungstruppen, die bisher zu Fuß, mit Kleinfahrzeugen oder in Spähpanzern unterwegs sind, bekommen damit ein vollkommen neues Aufklärungsmittel in die Hand.

System Autobugs

Cyber Innovation Hub der Bundeswehr

Kakerlaken verwenden die Forscher deshalb, weil das ihrer Meinung nach die am besten erforschten Tiere in der Biorobotik sind. Nichtsdestotrotz denken die Forscher auch über den Einsatz anderer Tiere nach. Die Bundeswehr arbeitet beim “System Autobugs” mit dem Unternehmen Swarm Biotactics zusammen. Das Unternehmen sitzt im hessischen Kassel.

Derzeit beschränken sich die Experimente mit den ferngesteuerten Kakerlaken/Autobugs auf die Feindaufklärung. Grundsätzlich könnten die Kakerlaken aber auch mit Sprengstoff bepackt und als krabbelnde Bombe losgeschickt werden. Noch gruseliger ist ein anderes denkbares Szenario, das ein Leser bei dem Wehrblog Augengeradeaus gepostet hat: “biologische Kampfführung – die Kakerlaken mit einem Herbizid beim Gegner abwerfen”. Das wäre dann biologische Kriegsführung.

Das in der Überschrift geschriebene “Kakerlaken statt Leoparden” ist übrigens kein Scherz: Die Bundeswehr verfügte lange Zeit über “schwere Aufklärungseinheiten” mit dem Kampfpanzer Leopard. Doch diese wurden im Zuge der “Friedensdividende” ebenso abgeschafft wie beispielsweise der Flugabwehrpanzer Gepard.

Tiere im militärischen Einsatz

Beispiele für den Einsatz von Tieren für militärische Zwecke gibt es in der Geschichte zur Genüge. Seien es Pferde für Transport- und Angriffszwecke, oder aber Tauben zur Kommunikation (auf vielen Panzern im Ersten Weltkrieg dienten Tauben zum Versenden von Nachrichten). Die Bundeswehr verwendet Maultiere bei den Gebirgsjägern. Die USA setzen Delfine zur Feindüberwachung ein und machten sogar Experimente mit Haien.

Spektakulär gescheitert sind die Panzerabwehrhunde der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg: Die Sowjets packten Sprengstoff auf die Hunde und schickten diese zu deutschen Panzern, um diese in die Luft zu sprengen. Doch die Hunde verwechselten teilweise deutsche mit sowjetischen Panzern, oder liefen zu den eigenen Linien zurück. Nur wenige deutsche Panzer wurden durch diese Minenhunde vernichtet.

Dieses Video des Cyber Innovation Hubs der Bundeswehr stellt das Projekt vor

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