Ex-Microsoft-Entwickler erklärt, warum der Task Manager so oft lügt
Der Task-Manager von Windows ist ein extrem nützliches Tool, das oft als letzte Instanz genutzt wird, wenn das System sich aufhängt oder plötzlich verlangsamt wird. Doch oft wundert man sich über die Zahlen, die insbesondere bei der CPU-Auslastung angezeigt werden.
Wie kann es etwa sein, dass angeblich 100 Prozent der CPU ausgelastet sein sollen, das System aber ganz normal weiterläuft? Oder anspruchsvolle Programme angeblich kaum CPU-Leistung beanspruchen? Oft stellte der klassische Task Manager Windows-Nutzer damit vor echte Rätsel.
Das ist der Grund
In einem neuen Video des ehemaligen Microsoft-Entwicklers Dave Plummer erfahren wir endlich, woran das liegt. Da er maßgeblich an der Entwicklung einer der ersten Versionen beteiligt war, weiß er vermutlich mehr als jeder andere über den Task-Manager in Windows.
Zum grundlegenden Verständnis des Task Managers erklärt er, dass die dort angezeigte CPU-Leistung nicht die tatsächliche Leistung zum aktuellen Zeitpunkt widerspiegelt. Das liegt an zwei Dingen:
- Der Task Manager nutzt nicht die aktuelle Systemzeit , sondern zeigt stattdessen die Auslastung zwischen zwei individuellen Zeitpunkten an. Das liegt daran, dass der Task-Manager sehr ressourcenschonend arbeiten soll und nicht durchgehend Komponenten überwacht, sondern nur dann, wenn er gefragt wird.
- Die Auslastung einer bestimmten Komponente, etwa der CPU, basiert nicht auf der realen Taktfrequenz. Stattdessen verwendet der Task-Manager den Basistakt als Referenz. In der Realität arbeitet die CPU aber nicht immer mit diesem Takt, sondern mal schneller und mal langsamer, was die ausgegebene Prozentzahl verzerrt.
Das Resultat: Die angezeigten Prozentwerte im Task Manager stimmen nicht mit der echten Arbeitslast überein. Es kann also durchaus sein, dass die CPU stärker ausgelastet ist als gedacht, oder gar nicht so stark arbeitet wie erwartet.
Besonders schwierig wurde es dann, als Prozessoren mit mehreren CPU-Kernen auf dem Markt ankamen. Der Task Manager konnte nicht zuverlässig erkennen, welcher Kern unter welcher Auslastung arbeitete, und zeigte daher ein noch verzerrteres Bild.
Übrigens: Sollten Sie Windows 11 Home im Einsatz haben, dann entgehen Ihnen die vielen Vorteile der Pro-Version, die wir Ihnen hier vorstellen. Im PC-WELT Software-Shop ist das Windows-11-Upgrade für günstige 59,99 Euro statt 145 Euro erhältlich.
Berechnung nicht immer gleich
Erschwerend kommt hinzu, dass die Berechnung der Prozentwerte nicht immer mit der gleichen Methode passierte. Unterschiedliche Bereiche im Task Manager verwendeten verschiedene Verfahren, wodurch die Werte inkonsistent und schwerer untereinander vergleichbar wurden.
Wer also eine ganz akkurate Auswertung erhalten wollte, tat sich mit dem Task Manager in seiner klassischen Form oft schwer und musste auf zusätzliche Tools zurückgreifen, um die reale CPU-Auslastung einzusehen.
So arbeitet der Task Manager heute
Mittlerweile hat Microsoft die Schwächen des Task Managers erkannt und will dafür sorgen, dass zumindest ein Teil davon behoben wird. Dazu führt Microsoft zum Beispiel eine neue Berechnungsmethode für die Auslastung ein, die einheitlicher sein soll und realistischere Werte ausgibt.
Besonders die CPU-Anzeige soll so deutlich nützlicher im Alltag vieler Anwender werden. Weiterhin gilt aber, dass Sie für genaue Messungen besser ein darauf spezialisiertes Programm verwenden sollten.
Ich nutze den Windows Task-Manager täglich und wünschte, ich hätte diese 9 Tipps schon früher gekannt
Discussion in the ATmosphere