Subaru Solterra im Test: Ein getarnter Toyota, der sich nur schwer behaupten kann
Auf einen Blick
Unsere Wertung
Pro
- Allradantrieb gehört zur Grundausstattug
- Geräumiger Innenraum und großer Kofferraum
- Komfortable Sitzposition
- Stabiles und sicheres Fahrverhalten
Kontra
- Aggressive Warnsysteme
- Mittelmäßige Reichweite im Winter
- Infotainment wirkt veraltet
- Nicht besonders gut gedämmter Innenraum
Fazit
Der Subaru Solterra ist ein sicherer und praktischer Elektro-SUV. Er wirkt jedoch im Vergleich zu vielen Mitbewerbern schon veraltet. Da es sich im Grunde nur um einen Toyota bZ4X handelt, ist es schwer nachvollziehbar, warum man die Subaru-Version dem Original vorziehen sollte.
Preis zum Zeitpunkt der Bewertung
This value will show the geolocated pricing text for product undefined
Aktueller Preis
Aktuell bester Preis: Subaru Solterra
Shop
Preis
Bei Amazon ansehen
Preisvergleich (über 24.000 Shops weltweit)
Produkt
Preis
Preisvergleich von Backmarket
Der Solterra ist ein mittelgroßer SUV, der in etwa in derselben Klasse wie das Tesla Model Y und der Volkswagen ID.4 angesiedelt ist. Das Fahrzeug basiert auf der gemeinsamen Elektroauto-Plattform e-TNGA von Toyota und Subaru und verfügt über eine Batterie mit 69 Kilowattstunden (Netto). Die Reichweite wird laut WLTP mit etwa 511 Kilometern angegeben, je nach Version.
Das Erste, was mir beim Einsteigen auffällt: Es fühlt sich ungewöhnlich wenig wie ein Subaru an. Ich fahre selbst einen einige Jahre alten Subaru Outback als Zweitwagen und bin an die klare Identität der Marke gewöhnt.
Hier ist diese Identität weitgehend verschwunden. Der Innenraum fühlt sich eher wie ein Toyota an, was nicht verwunderlich ist. Dies wirft aber die Frage auf: Warum sollte man Subaru dem Original vorziehen?
Mikael Lindkvist
Aus praktischer Sicht gibt es jedoch wenig zu beanstanden. Der Innenraum ist geräumig und luftig, der Rücksitz bietet viel Platz und der Kofferraum ist großzügig bemessen. Auch die Fahrerumgebung ist angenehm, mit guter Sicht rund um das Fahrzeug und einer bequemen Sitzposition.
Sicher und komfortabel
Der Solterra ist angenehm zu fahren. Allradantrieb ist Standard und das Fahrzeug fühlt sich auch bei schlechten Straßenverhältnissen stabil und sicher an. Es gibt drei Fahrmodi: Eco, Normal und Power sowie den Subaru-Geländemodus X-Mode für langsames Fahren in schwierigem Gelände. Dies ist sicherlich kein Fahrzeug, mit dem man sich schnell festfährt.
Der Motor fühlt sich für den Alltag ausreichend leistungsstark an. Beim Beschleunigen oder Überholen war er mir nie zu schwach. Es ist aber auch kein sportliches Elektroauto.
Ich sitze recht bequem auf dem Rücksitz.
Mikael Lindkvist
Doch wie fällt der Komfort auf der Autobahn aus? Bei höheren Geschwindigkeiten dringen Straßen- und Windgeräusche in den Innenraum ein, und das Fahrzeug fühlt sich nicht so gut isoliert an wie einige seiner Konkurrenten.
Die Sitze sind bequem und sowohl Heizung als auch Belüftung sind vorhanden. Doch insgesamt vermittelt das Fahrzeug nicht ganz das Gefühl von Luxus, das der Preis vermuten lassen würde.
Reichweite und Aufladung
Eine der offensichtlichen Schwächen des Solterra ist die Reichweite im Alltag. Auf dem Papier schafft das Fahrzeug bis zu 511 Kilometer. Im Winter sind es jedoch eher etwa 300 Kilometer mit einer Ladung. Das bedeutet, dass Sie möglicherweise zwischen den Ladestopps nur etwa 200 Kilometer weit fahren können, wenn Sie noch etwas Spielraum in der Batterie haben möchten. Für lange Reisen wirkt das schnell störend.
Die Schnellladung erfolgt mit bis zu etwa 150 Kilowatt. Das Auto verfügt über eine traditionelle Lithium-Ionen-Batterie. Das bedeutet, dass die Batterie möglichst nicht zu oft zu 100 Prozent aufgeladen werden sollte.
Ein Pluspunkt ist, dass das Fahrzeug nun endlich die Batterie vorheizen kann, was zuvor (bei Toyotas Vorgängermodell) fehlte und für eine bessere Ladegeschwindigkeit im Winter wichtig ist.
Mikael Lindkvist
Das Laden mit Wechselstrom kann mit bis zu 22 Kilowatt erfolgen. Das ist ungewöhnlich großzügig und beschleunigt das Laden zuhause, wenn Sie über die richtige Ladebox verfügen.
Ein Fahrzeug, das ständig warnt
Der größte Kritikpunkt am Solterra ist jedoch nicht die Reichweite, sondern die zahlreichen Warnsysteme des Fahrzeugs. Es piept und warnt permanent.
Die Geschwindigkeitswarnung lässt sich relativ einfach über das Navigationsgerät ausschalten. Doch die Aufmerksamkeitswarnung ist wesentlich schwieriger zu unterbinden. Der Sensor befindet sich über dem Lenkrad und reagiert häufig schon darauf, wie ich meine Hände halte.
Wenn ich das Lenkrad weit oben anfasse, beispielsweise in der 12-Uhr-Position, wird der Sensor blockiert und das Fahrzeug beginnt mit der Meldung „Setzen Sie sich aufrecht hin!“, zu nerven. Wenn ich eine Sonnenbrille trage, können sogar bestimmte Funktionen gesperrt werden, wenn der Sensor mein Gesicht nicht erkennt.
So sollte es unter der Motorhaube eines modernen Elektroautos nicht aussehen.
Mikael Lindkvist
Das System kann ausgeschaltet werden, jedoch muss dies bei jedem Start des Fahrzeugs neu erfolgen. Es erfordert allerdings mehrere Schritte im Menü. Dies ist auf Dauer einfach nur nervig.
Auch andere Sicherheitsfunktionen warnen manchmal etwas zu eifrig. Wenn Sie beispielsweise an einem Kreisverkehr stehen und auf eine Lücke warten, warnt das Auto oft vor seitlichem Verkehr, was in dieser Situation natürlich schwer zu vermeiden ist.
Der adaptive Tempomat funktioniert wie vorgesehen, und das Fahrzeug kann so eingestellt werden, dass es in Kurven langsamer wird. Allerdings gibt es keine weiteren vorausschauenden Funktionen, die erwähnenswert wären. Das Auto wird beispielsweise nicht von selbst langsamer, wenn Sie sich einer Kreuzung oder einem Kreisverkehr nähern.
Solterra neben dem entsprechenden Modell von Toyota.
Mikael Lindkvist
Veraltetes Infotainment-System
Der Solterra verfügt über einen großen Touchscreen in der Mitte und ein digitales Armaturenbrett hinter dem Lenkrad. Letzterer ist weit vorn auf dem Armaturenbrett platziert, um eine bessere Sicht zu ermöglichen. Doch in der Praxis kann das Lenkrad je nach Sitzposition manchmal im Weg sein.
Die Benutzeroberfläche selbst wirkt überraschend veraltet. Die Grafik und die Menüs vermitteln fast den Eindruck eines Systems, das 8–10 Jahre alt ist. Apple Carplay und Android Auto funktionieren hingegen kabellos und ohne Probleme. Beide Systeme sind fast schon Pflicht, um dieses Fahrzeug zeitgemäßer wirken zu lassen. Es gibt zwar auch eine integrierte Navigation. Diese ist jedoch nicht besonders benutzerfreundlich.
Ich schätze es jedoch, dass Subaru bestimmte physische Bedienelemente beibehalten hat. Dazu gehören der analoge Lautstärkeregler und echte Drehknöpfe für die Temperatureinstellung.
Dadurch lässt sich die Klimaanlage auch während der Fahrt einfach bedienen. Es gibt auch zwei Ablageflächen für Smartphones mit kabelloser Ladefunktion. Leider fehlt eine Kühlfunktion, sodass mein iPhone 15 Pro schnell überhitzt.
Das Fahrzeug ist vernetzt und verfügt über eine App, mit der Sie unter anderem das Vorheizen der Batterie anstoßen können. Allerdings sind moderne Funktionen wie ein Campingmodus oder Unterhaltungs-Apps, die Sie während des Ladevorgangs nutzen können, schlicht nicht vorhanden.
Mikael Lindkvist
Blasse Kopie
Die Parkkameras liefern klare Bilder und das Fahrzeug verfügt auch über eine Funktion, die es beim Parken teilweise „transparent” macht. Das ist eine ziemlich coole Erleichterung. Das Problem dabei ist jedoch, dass die Kameras bei schlechtem Wetter schnell verschmutzen und das System dann deutlich schlechter funktioniert.
Das Soundsystem im Testwagen stammt von Harman Kardon, beeindruckt jedoch nicht sonderlich. Dies gilt besonders, wenn gleichzeitig Straßen- und Windgeräusche in den Innenraum dringen. Das Telefonieren über die Freisprecheinrichtung ist auf der Autobahn fast nicht möglich.
Das Problem für Subaru ist nicht, dass der Solterra ein schlechtes Fahrzeug wäre. Vielmehr handelt es sich hier um eine Kopie, die auf einer bereits veralteten Plattform basiert. Ich habe nicht das Gefühl, dass etwas von der Identität von Subaru übrig geblieben ist. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Konkurrenten, die in Bezug auf Fahrerassistenzsysteme, Funktionen und Infotainmentsysteme schon deutlich weiter sind. Die wenigen Unterschiede, die ich zwischen dem neuen Solterra und dem Allrad-Toyota bZ4X sehe, fallen eher zugunsten von Toyota aus.
Technische Daten
Hersteller : Subaru Modell : Solterra Getestet : März 2026 Preis : ab 51.490 Euro Batterie : 69 Kilowattstunden (Netto) WLTP-Reichweite : 511 Kilometer Schnellladung (DC) : 150 Kilowatt Bordladegerät (AC) : 22 Kilowatt Motor : 336 PS / 247 KW Höchstgeschwindigkeit : 160 km/h Leistung : 0–100 km/h in 5,1 Sekunden Antrieb : Allradantrieb Anhängelast : 1.500 Kilogramm
Discussion in the ATmosphere