Xiaomi 17 im Test: Spitzenklasse im kompakten Format
Auf einen Blick
Unsere Wertung
Pro
- Hervorragende Leistung
- Tolles Display
- Sehr gute Akkulaufzeit
- Extrem schnelles Laden
Kontra
- Helligkeitsspanne des Displays könnte größer sein
- Begrenzte Leistung der Tele-Kamera
- Kürzere Software-Unterstützung als bei der Konkurrenz
Fazit
Derzeit gibt es nicht viele gute kompakte Flaggschiff-Modelle auf dem Markt. Das Xiaomi 17 ist eines der wenigen, die eine Kaufüberlegung wert sind. Seine erstklassige Leistung, das Leica-Kamerasystem, die umfangreiche Software, das scharfe, farbenfrohe Display und der außergewöhnlich große Akku machen das Gerät zu einer der überzeugendsten Optionen für alle, die ein kompaktes Flaggschiff suchen.
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Das Xiaomi 17 wirkt auf den ersten Blick vielleicht wie der konservativste und zurückhaltendste Vertreter der neuen Flaggschiff-Serie des Herstellers. Trotzdem zählt es zu den stärksten kompakten Topmodellen, die Sie derzeit kaufen können.
Fast fünf Monate nach dem Start der Serie in China präsentierte Xiaomi die Geräte auf dem jährlichen Launch-Event in Barcelona im Rahmen des MWC 2026. Die spannenden Modelle Xiaomi 17 Pro und Xiaomi 17 Pro Max mit ihrem sogenannten “Dynamic Back Display” sind leider nicht für den internationalen Markt vorgesehen. Dafür bringen das Xiaomi 17 und das Xiaomi 17 Ultra viel Leistung mit.
Als im Januar bekannt wurde, dass sich Asus (Taiwan) aus dem Smartphone-Geschäft zurückzieht, war das ein Rückschlag für den Markt. Wettbewerb sorgt für Innovation. Wenn ein Hersteller weniger am Markt aktiv ist, steigt der Druck auf die übrigen Anbieter. Außerdem war Asus für sehr gute, kompakte und leistungsstarke Smartphones bekannt. Genau solche Geräte sind heute selten.
Deshalb sticht das Xiaomi 17 besonders heraus. Es ist ein kompaktes Flaggschiff mit viel Leistung. Nur wenige Hersteller außerhalb von Apple, Google und Samsung versuchen, ein solches Konzept erfolgreich umzusetzen.
Bleibt also die Frage, ob sich das Xiaomi 17 als kompaktes Flaggschiff wirklich durchsetzen kann oder ob die Kombination aus kleiner Bauform und umfangreicher Ausstattung am Ende überzeugt. Wir haben das neue Flaggschiff ausgiebig getestet.
Design & Verarbeitung
- Farben: Schwarz, Ice Blue, Alpine Pink und Venture Green
- IP68-zertifiziert, Xiaomi Guardian Structure & Xiaomi Shield Glass 3.0
- 191 g schwer, 8,09 mm dünn, mit gleichmäßigen Displayrändern von 1,18 mm
Auf den ersten Blick wirkt das Xiaomi 17 elegant, aber nicht besonders aufregend. Das Design erinnert an das zuvor erschienene Xiaomi 15. Eine Xiaomi-16-Serie gab es nicht.
Da es auf der Rückseite kein Zusatzdisplay mehr gibt, setzt Xiaomi auf die aktuelle Designsprache des Unternehmens. Abgesehen davon, dass die Kamerainsel nun vier statt drei Elemente enthält, erinnert die Optik ein wenig an ein iPhone 15 Pro oder 16 Pro. Das macht das Gerät nicht weniger hochwertig. Es bleibt ein sehr elegant verarbeitetes Smartphone.
Trotz der flachen Rückenseite und der flachen Seiten legt Xiaomi nach eigenen Angaben besonderen Wert auf die Haptik. Begriffe wie “Golden Arc Ecken” oder ein “superelliptisches Design für ein noch harmonischeres Gefühl in der Hand” stammen zwar aus der Marketingabteilung. Aber das Smartphone liegt tatsächlich angenehm und sicher in der Hand.
Foundry | Alex Walker-Todd
Das kompakte Design des Xiaomi 17 fühlt sich in der Hand und in der Hosentasche sehr angenehm an. Keine Kante wirkt zu scharf, und mit den abgerundeten Ecken lässt es sich gut halten. Mit nur 191 Gramm ist das Gerät leicht genug, um es bequem einhändig zu bedienen. Außerdem ist es das dünnste kompakte Xiaomi-Flaggschiff seit dem Xiaomi 13.
Der glatt eloxierte Rahmen und die mattierte Rückseite aus leicht diffus wirkendem Glas schützen zwar sehr gut gegen Fingerabdrücke, bieten aber nicht besonders viel Grip. Anders als bei früheren Modellen legt Xiaomi kein dunkelgraues, flexibles TPU-Case mehr bei. Stattdessen erhalten Sie eine transparente Hartschale.
Diese Hülle ist etwas dünner und dämpft Aufprallkräfte wahrscheinlich weniger effektiv als weicheres TPU. Dafür schützt sie zuverlässig vor Kratzern, bietet frei bewegliche transparente Tasten und bewahrt das präzise Klickgefühl der Seitentasten. Zudem bleibt die gewählte Farbvariante Ihres Geräts sichtbar.
Die globale Version des Xiaomi 17 erscheint in vier Hauptfarben, genau wie das chinesische Modell im vergangenen Herbst. International gibt es allerdings keine weiße Variante. Diese wurde durch das elegante “Venture Green” ersetzt, das gut zum neuen “Starlit Green” des Xiaomi 17 Ultra passt.
Außerdem können Sie zwischen Schwarz, einem dezenten “Ice Blue “und dem pastelligen “Alpine Pink” wählen. Leider ist in diesem Jahr keine auffällige “Liquid-Silver”-Variante wie beim Vorgänger erhältlich.
Zum eleganten Design des Smartphones tragen auch die schmalen Displayränder bei. Bereits beim Xiaomi 15T Pro kam das sogenannte LIPO-Verfahren zum Einsatz, mit dem das Unternehmen sehr dünne Rahmen erzielt.
Beim aktuellen Modell hat Xiaomi die Technik noch weiter verfeinert. Die Displayränder gehören mit nur 1,18 Millimetern rundum zu den schmalsten, die Sie derzeit bei einem Smartphone finden können. Das steigert den Premiumeindruck deutlich und sorgt trotz des eher kleinen Displays für ein sehr immersives Seherlebnis.
Bei der Robustheit setzt das Gerät auf die gleiche Xiaomi Guardian Structure wie der Vorgänger. Dazu gehören ein Rahmen aus einer 6M42-Aluminiumlegierung sowie das sogenannte Xiaomi Shield Glass 3.0 auf der Vorderseite.
Laut Hersteller soll das Glas bis zu 20 Mal widerstandsfähiger gegen Stürze sein als herkömmliches gehärtetes Smartphoneglas. Während meines Tests blieben Rahmen, Kameras und Display frei von sichtbaren Kratzern. Sogar die vorab aufgebrachte Kunststoffschutzfolie zeigte sich überraschend widerstandsfähig.
Das Smartphone ist nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Das ist bei einem High-End-Android-Flaggschiff inzwischen der Mindeststandard. Wettbewerber wie das Oppo Find X9 Pro, das OnePlus 15 oder das Honor Magic 8 Pro bieten teilweise zusätzlich Schutz nach IP69 oder sogar IP69K. Hier bleibt also noch Luft nach oben.
Bildschirm und Lautsprecher
- 6,3 Zoll 1,5K-120-Hz-LTPO-AMOLED-Display
- 3.500 Nits Spitzenhelligkeit
- Dolby Atmos-Stereolautsprecher
Das Xiaomi 17 hat zwar das kleinste Display der Serie, bei der Qualität macht Xiaomi aber keine Abstriche. Das Panel gehört zu den schärfsten und hellsten in dieser Geräteklasse.
Das 6,3-Zoll-Display im Format 19,6:9 fällt minimal kleiner aus als bei den beiden vorherigen Generationen. Gleichzeitig bietet es eine hohe Auflösung von 2.656 × 1.220 Pixeln. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 464 Pixel pro Zoll. Damit ist das Panel sogar schärfer als das des Samsung Galaxy S26 mit 411 Pixel pro Zoll und des iPhone 17 Pro mit 460 Pixel pro Zoll.
Foundry | Alex Walker-Todd
Die LTPO-Technik ermöglicht eine variable Bildwiederholrate zwischen 1 und 120 Hertz. Dadurch wirken Animationen flüssig, während der Stromverbrauch niedrig bleibt. Xiaomi setzt außerdem auf ein M10-Panel mit dem neuen Leuchtmaterial SuperRED.
Diese Technik kam erstmals beim Poco F8 Pro zum Einsatz. Laut Hersteller steigert sie die Leuchteffizienz um 11,4 Prozent und senkt den Energieverbrauch des Displays um rund 23 Prozent im Vergleich zu früheren Generationen.
Wenn Sie unterwegs viele HDR-Inhalte schauen, spielt das Display seine Stärken aus. Die Spitzenhelligkeit liegt bei bis zu 3.500 Nits. Außerdem unterstützt das Panel HDR10+, Dolby Vision und den chinesischen Standard HDR Vivid. Einen kleinen Rückschritt gibt es allerdings bei der maximalen Gesamthelligkeit des Panels. Diese sinkt von 1.500 Nits beim Xiaomi 15 auf 1.200 Nits beim Xiaomi 17.
In der Praxis ist der Unterschied nicht dramatisch. Selbst beim Spielen in einer hellen Umgebung blieb das Display gut ablesbar. Ein paar Runden “Call of Duty: Mobile” waren problemlos möglich. Für den Nachfolger wäre es trotzdem wünschenswert, wenn Xiaomi sowohl die Spitzenhelligkeit als auch die Gesamthelligkeit weiter verbessern würde.
Am anderen Ende der Skala könnte das Display auch noch dunkler sein. Gerade bei wenig Licht wäre das angenehmer für die Augen. Geräte wie die Oppo Find X9 Serie können die Helligkeit bis auf 1 Nit reduzieren.
Beim Xiaomi 17 fehlt diese Möglichkeit. Zusätzlich blendet Xiaomi einige native Android-Funktionen aus. Dazu gehört auch Extra Dim, das hier als einfache Lösung helfen könnte.
Foundry | Alex Walker-Todd
Das Display des Xiaomi 17 kann dynamisch zwischen DC- und PWM-Dimming wechseln. Dafür müssen Sie in den Displayeinstellungen die neue Option “Adaptive Refresh Rate Pro” aktivieren. Vermutlich steigt dadurch der Stromverbrauch. Sonst würde Xiaomi die Funktion wohl standardmäßig einschalten.
Trotz der kompakten Bauform liefert das Xiaomi 17 einen überraschend kräftigen und verzerrungsfreien Klang, selbst bei hoher Lautstärke.
Das 12-Bit-AMOLED-Panel sorgt zusammen mit den sehr schmalen Displayrändern für ein überraschend immersives Seherlebnis, obwohl das Smartphone relativ kompakt ist. Besonders gut gefällt mir die standardmäßig aktivierte Farbdarstellung “Original Colour Pro”. Zusätzlich können Sie die Farbtemperatur anpassen oder das kräftigere Farbprofil “Vivid” wählen.
Der Augenschutz fällt nicht so umfangreich aus wie bei Smartphones von Honor. Für die meisten Nutzer bieten die Einstellungen aber genügend Möglichkeiten, um eine angenehme und augenschonende Darstellung einzurichten.
Beim Fingerabdrucksensor setzt Xiaomi auf Ultraschall statt auf eine optische Lösung. Dadurch sitzt der Sensor etwas höher im Display und lässt sich bequemer erreichen.
Außerdem entsperrt das Smartphone schneller und zuverlässiger, selbst mit leicht feuchten Fingern. Auch das Einrichten der Fingerabdrücke geht deutlich schneller als bei vielen optischen Sensoren.
Trotz der kompakten Bauform liefert das Xiaomi 17 einen überraschend kräftigen und verzerrungsfreien Klang, selbst bei hoher Lautstärke. Das Smartphone unterstützt Stereo, der Bass kommt jedoch hauptsächlich aus dem nach unten gerichteten Lautsprecher.
Wenn Sie besonders kraftvolle und ausgewogene Lautsprecher mit stärkerem Bass wünschen, bietet das iPhone 17 Pro die bessere Audioqualität. Insgesamt klingt das Xiaomi 17 ordentlich, einige Konkurrenten sind in diesem Punkt aber noch einen Tick überzeugender.
Ausstattung & Rechenleistung
- Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5-Chipsatz
- 12 GB (LPDDR5X) RAM und bis zu 512 GB Speicher
- Unterstützt Xiaomi Offline Communication
Als kleines Smartphone mit viel Leistung setzt das Xiaomi 17 auf den Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5, der auch in den nur in China erhältlichen Pro-Modellen sowie im Xiaomi 17 Ultra steckt. Der Chip gehört aktuell zu den leistungsstärksten mobilen Plattformen für Smartphones und ist in fast allen wichtigen Android-Flaggschiffen zu finden.
Laut Hersteller bietet der Chip im Vergleich zum Vorgänger rund 20 Prozent mehr CPU-Leistung bei etwa 35 Prozent höherer Energieeffizienz. Die GPU liefert rund 23 Prozent mehr Leistung bei 20 Prozent höherer Effizienz. Für KI-Berechnungen verspricht die Plattform 37 Prozent mehr Leistung bei 16 Prozent höherer Energieeffizienz.
Foundry | Alex Walker-Todd
Meine Benchmark-Tests zeigen eine um 13 bis 15 Prozent höhere Multi-Core-Leistung als beim Xiaomi 15, abhängig davon, ob ich den “Performance-Modus” in den Akkueinstellungen aktiviere. Damit gehört das Xiaomi 17 zu den leistungsstärksten Smartphones auf dem Markt. Gegenüber ähnlich ausgestatteten Modellen wie dem OnePlus 15 und dem Honor Magic 8 Pro liegt es etwa fünf Prozent zurück.
Da Xiaomi die Nutzung der 3DMark-App vor dem Marktstart eingeschränkt hat, lässt sich die Grafik- und Dauerleistung nur anhand von Praxistests beurteilen.
In mehreren Runden “Call of Duty: Mobile” mit maximal aktivierten Game-Turbo-Einstellungen zeigte das Smartphone eine sehr hohe Reaktionsgeschwindigkeit. Die Touch-Eingabe wirkte sehr direkt, und die Bildrate pendelte meist zwischen 110 und 120 Hertz. Gleichzeitig blieb die Wärmeentwicklung geringer als erwartet.
Bei einem kompakten Smartphone spielt die Wärmeentwicklung eine besonders wichtige Rolle. Das Xiaomi 17 wurde beim Spielen zwar warm, aber nie unangenehm heiß. Dazu trägt vermutlich die um 31,9 Prozent größere Kühlfläche im Vergleich zum Xiaomi 15 bei, die Teil des IceLoop-Vaporkammer-Kühlsystems von Xiaomi ist.
Foundry | Alex Walker-Todd
Langzeitleistungstests anderer Publikationen mit dem chinesischen Modell zeigen unter Dauerlast teilweise einen Leistungsabfall von bis zu 30 Prozent, begleitet von deutlicher Wärmeentwicklung. Diese Probleme traten vor allem unter Benchmark-Bedingungen auf und wirkten sich im Alltag, etwa beim Spielen oder bei anderen intensiven Anwendungen, kaum aus. Sollte ich noch Zugang zu 3DMark auf dem Xiaomi 17 erhalten, werde ich die Ergebnisse nachreichen. Bei meiner Nutzung im Alltag wirkte die Leistung sehr stabil.
Auch bei der Konnektivität hat Xiaomi auf eine zuverlässige Verbindung geachtet. Das Smartphone unterstützt Mobilfunk in über 210 Ländern und bietet zudem WLAN 7, Bluetooth 6 sowie USB-3.2-Gen-1-Geschwindigkeiten, wie bereits beim Xiaomi 15. Für eine bessere Signalstärke hat Xiaomi die Antennenstruktur im Aluminiumrahmen erweitert.
Das “Xiaomi Offline Communication Network” bleibt ebenfalls Teil der Ausstattung. Dafür benötigen Sie eine mit dem Smartphone registrierte SIM-Karte.
Anschließend können Sie auch ohne Mobilfunknetz über mehr als einen Kilometer hinweg telefonieren oder Nachrichten senden. Die Funktion wurde bereits mit der Xiaomi 15T Series eingeführt.
Je mehr Geräte diese Technik unterstützen, desto stabiler arbeitet das Netzwerk insgesamt. Besonders praktisch ist die Funktion, wenn Sie abseits des Mobilfunknetzes erreichbar bleiben wollen.
International bietet das Xiaomi 17 weniger Speicheroptionen als in China. Zur Auswahl stehen 256 und 512 Gigabyte, jeweils kombiniert mit 12 Gigabyte RAM. Zum Einsatz kommen schnelle Speicherstandards wie UFS 4.1 sowie LPDDR5X-Arbeitsspeicher.
Die Speichererweiterungsfunktion kann einen Teil des internen Speichers als zusätzlichen Arbeitsspeicher nutzen. Ab Werk sind 6 Gigabyte aktiviert, maximal lassen sich bis zu 12 Gigabyte zuschalten. Da Sie im Alltag keinen spürbaren Vorteil bemerken werden, können Sie die Funktion auch deaktivieren. Die Nutzung von Speicher als RAM erhöht oft den Energieverbrauch.
Kameras
- Quad-50-MP-Leica-Kamera
- Schwimmendes 2,6-fach-Telemakroobjektiv
- Aufnahmen mit bis zu 4K und 60 fps mit Dolby Vision
Viele High-End-Smartphones setzen auf einen großen Hauptsensor, eine gute Telekamera und eine deutlich kleinere oder niedriger auflösende Ultraweitwinkelkamera. Beim Xiaomi 17 verfolgt Xiaomi einen anderen Ansatz.
Alle vier Kameras lösen jeweils mit 50 Megapixeln auf. Durch Pixel-Binning entstehen Fotos mit besserer Low-Light-Leistung und größerem Dynamikumfang, besonders bei der Ultraweitwinkel- und der Frontkamera.
Auch wenn es sich nicht um das Ultra-Modell handelt, profitiert das Smartphone weiterhin von der Zusammenarbeit mit Leica. Das zeigt sich vor allem bei der Farbabstimmung der Kamera. Standardmäßig können Sie zwischen den Profilen “Leica Vibrant” und “Leica Authentic” wählen. “Leica Vibrant” wirkt etwas kräftiger und kam auch bei den Beispielfotos in diesem Test zum Einsatz, während “Leica Authentic” die Farben zurückhaltender darstellt.
Im Porträtmodus steht außerdem eine neue Abstimmung namens “Master Portrait” zur Verfügung. Zusätzlich bleibt das bekannte Leica-Porträtprofil erhalten, das Hauttöne besonders natürlich darstellen soll.
Das Xiaomi 17 liefert besonders bei Tageslicht hervorragende Fotos.
Leica Vivid (links), Leica Authentic (rechts)
Auch bei der Optik hat Leica Einfluss auf die Abstimmung genommen. Xiaomi spricht hier vom “Leica UltraPure Optical Design”. Der Hauptsensor nutzt eine Linse mit sieben Elementen, darunter ein Glaselement.
Dazu kommt eine spezielle optische Beschichtung, die Schärfe und Klarheit verbessern und Reflexionen sowie Streulicht reduzieren soll. In der Praxis funktioniert das sehr gut. Das Xiaomi 17 liefert besonders bei Tageslicht hervorragende Fotos.
Beim Sensor selbst setzt Xiaomi ähnliche Hardware wie in den Vorgänger-Smartphones. Statt des eigenen Light Fusion 900, der im Xiaomi 14 und Xiaomi 15 steckte, kommt nun der Light Fusion 950 mit 1/1,31-Zoll-Format zum Einsatz. Die Pro-Modelle der Serie nutzen allerdings den leistungsfähigeren Light Hunter 950L. Dieser unterstützt die sogenannte LOFIC (Lateral Overflow Integration Capacitor)-Technik und erreicht damit einen Dynamikumfang von bis zu 16,5 EV statt 13,5 EV.
Das Xiaomi 17 kommt mit kontrastreichen Motiven ausgezeichnet zurecht. In meinem Kameratest habe ich das Smartphone mit dem iPhone 17 Pro verglichen. Dabei liefert das Xiaomi 17 natürliche Farben und hält Bildrauschen selbst in dunkleren Bildbereichen gut unter Kontrolle.
Bei wenig Licht wirken die Details allerdings etwas weicher als beim Apple-Konkurrenten. Auch bei Video gibt es eine kleine Einschränkung. 4K-Aufnahmen mit Dolby Vision sind maximal mit 60 Bildern pro Sekunde möglich, während einige neuere Konkurrenten bereits 120 Bilder pro Sekunde unterstützen.
Im Gegensatz zu Smartphones von Google, deren Pixel-Modelle Schatten oft stark aufhellen, bleibt bei Xiaomi mehr natürlicher Kontrast im Bild. Dadurch wirken die Fotos etwas tiefer, dynamischer und insgesamt ein wenig dramatischer.
Foundry | Alex Walker-Todd
Bei 2,6-facher Vergrößerung zeigt das Telezoom-Objektiv des Xiaomi 17 noch solide Ergebnisse, allerdings nimmt die Bildqualität ab etwa zehnfacher Vergrößerung deutlich ab. Dafür sorgt das ungewöhnliche Floating-Lens-Design der Telekamera für starke Makroaufnahmen. Obwohl auch die Ultraweitwinkelkamera gut als Makrosensor dienen kann, können Sie mit der Telekamera besonders detailreiche Nahaufnahmen aus einer Entfernung von rund zehn Zentimetern machen.
Die Standardbrennweiten eignen sich zudem einwandfrei für Porträtaufnahmen. Die Kantenerkennung arbeitet präzise, und das Bokeh wirkt natürlich mit einem überzeugenden Tiefenverlauf ohne sichtbare Verzerrungen.
Eine kleine Schwäche bleibt die Frontkamera, die trotz des gleichen OV50M-Sensors eine etwas schwächere Farbwiedergabe liefert als die anderen Kameras des Smartphones. Zum Vergleich zeigte das iPhone 17 Pro hier eine etwas kräftigere Farbdarstellung.
Akkulaufzeit & Aufladen
- 6.330-mAh-Xiaomi-Surge-Akku
- 100-W-Kabelaufladung, 50-W-Wireless-Aufladung, 22,5-W-Reverse-Wireless-Aufladung
- Kein Netzteil im Lieferumfang enthalten
Beim Akku ereilt das Xiaomi 17 international ein ähnliches Schicksal wie das Honor Magic 8 Pro. Die Akkukapazität sinkt von 7.000 Milliamperestunden in der chinesischen Version auf 6.330 Milliamperestunden beim globalen Modell. Trotzdem bleibt das ein sehr hoher Wert. Akkus mit mehr als 6.000 Milliamperestunden sind auch heute noch selten.
Xiaomi setzt auf die neueste Silizium-Kohlenstoff-Technik, um eine Zelle mit besonders hoher Energiedichte in das kompakte Gehäuse zu integrieren. Das ist eine bemerkenswerte technische Leistung.
Trotz der geringeren Kapazität bietet das kleinste Modell der Serie mehr Akkuleistung als das Xiaomi 17 Pro mit 6.300 Milliamperestunden und auch mehr als das Xiaomi 17 Ultra mit 6.000 Milliamperestunden.
Auch im Vergleich zu ähnlich großen Konkurrenten liegt das Gerät vorne, etwa gegenüber dem Samsung Galaxy S26 mit 4.300 Milliamperestunden, dem iPhone 17 Pro (3.988 Milliamperestunden bei physischer SIM beziehungsweise 4.252 Milliamperestunden bei der eSIM-Version) und dem Google Pixel 10 mit 4.970 Milliamperestunden.
Die Laufzeit des Xiaomi 17 erreicht im Test bis zu 19 Stunden und 59 Minuten und liegt damit rund 45 Prozent über der Ausdauer des Vorgängers.
Verglichen mit den Benchmark-Ergebnissen aus dem Vorjahr beim Xiaomi 15 zeigen sich bei Akku und Effizienz deutliche Fortschritte. Die Laufzeit des Xiaomi 17 erreicht im Test bis zu 19 Stunden und 59 Minuten und liegt damit rund 45 Prozent über der Ausdauer des Vorgängers. Solche Steigerungen sind bei Smartphones dieser Klasse eher ungewöhnlich.
Der neue Silizium-Kohlenstoff-Akku soll auch nach 1.600 Ladezyklen noch etwa 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität behalten. Das entspricht ungefähr vier Jahren täglicher Nutzung.
Beim Laden legt das Xiaomi 17 ebenfalls zu. Das kabelgebundene Laden erreicht jetzt bis zu 100 Watt statt 90 Watt beim Vorgänger. Für die maximale Geschwindigkeit benötigen Sie kein eigenes HyperCharge-Netzteil mehr von Xiaomi. Das Smartphone unterstützt außerdem den PPS-PD-Standard und erreicht auch damit die maximale Ladeleistung von 100 Watt.
Foundry | Alex Walker-Todd
Im Test habe ich das Xiaomi 17 nicht mit maximaler Geschwindigkeit geladen. Trotzdem erreichte das Gerät in 30 Minuten bereits etwa 50 Prozent Akkuladung und war nach genau 60 Minuten vollständig aufgeladen.
Es gibt kein eingebautes magnetisches Wireless-Charging-System, dafür unterstützt das Smartphone kabelloses Laden mit bis zu 50 Watt sowie umgekehrtes kabelgebundenes Laden mit bis zu 22,5 Watt. Xiaomi sollte künftig auch ein Bypass-Ladesystem in Betracht ziehen, zumal die High-End-Modelle des Herstellers sehr gut für Spiele geeignet sind.
Benutzeroberfläche & Apps
- HyperOS 3 auf Basis von Android 16 bei Markteinführung
- Google Gemini-Integration mit Mind Space
- 5 Jahre Betriebssystemupdates, 6 Jahre Sicherheitsupdates
Nicht nur bei der Hardware, auch beim Softwaredesign scheint sich Xiaomi an Apple zu orientieren. Xiaomi HyperOS 3 bietet viele gute und sinnvolle Funktionen, einige wirken jedoch stark von iOS 26 inspiriert.
Auch andere Hersteller übernehmen solche Designideen. Dazu gehören etwa Honor mit MagicOS 10 oder Oppo und OnePlus. Besonders bei MagicOS 10 fällt die an iOS erinnernde, glasartige Icon-Optik auf. Dennoch bringt Xiaomis HyperOS 3 auch eigene Ideen mit.
Wer zu einem teureren Xiaomi-Flaggschiff greift, erhält also nicht nur bessere Hardware, sondern auch ein saubereres und komfortableres Softwareerlebnis.
Foundry | Alex Walker-Todd
Die sogenannte HyperIsland ist ein pillenförmiges Element rund um die Frontkamera des Xiaomi 17. Sie erscheint, wenn eine Benachrichtigung oder ein aktiver Vorgang vorliegt, etwa bei Musikwiedergabe, laufenden Timern oder während der Aufnahme von Sprachmemos. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, zwischen aktiven Anwendungen zu wechseln, indem Sie über die Anzeige wischen, ohne den App-Switcher öffnen zu müssen.
Auch wenn die Idee nicht vollkommen neu ist, ist sie in Xiaomi HyperOS 3 sinnvoll umgesetzt.
Überdies haben Sie viele Möglichkeiten, die Optik des Systems anzupassen. Für Einsteiger wirken die Einstellungen allerdings zunächst etwas komplex. Wie schon bei Funktionen wie Extra Dim versteckt Xiaomi einige native Funktionen von Google recht tief im Menü, was die Bedienung unnötig erschweren kann.
Gleichzeitig ergänzt das System auch Funktionen, die Sie bei einem Google Pixel nicht finden, etwa Sperrbildschirme mit Tiefeneffekt oder schwebende App-Fenster.
Die drahtlose Dateifreigabe zwischen Geräten von Apple, etwa zwischen Mac/Windows-PC und Smartphone, gehört ebenfalls zu den willkommenen Neuerungen der letzten Jahre. Ab Werk bringt das Xiaomi 17 zwar einige vorinstallierte Anwendungen mit, die Bloatware hält sich aber in Grenzen.
Vor allem im Vergleich zu günstigeren Modellen des Herstellers, bei denen Werbung in eigenen Apps, im Benachrichtigungsbereich oder auf dem Sperrbildschirm angezeigt wird, ist die Software hier deutlich aufgeräumter.
Wer zu einem teureren Xiaomi-Flaggschiff greift, erhält also nicht nur bessere Hardware, sondern auch ein saubereres und komfortableres Softwareerlebnis.
Foundry | Alex Walker-Todd
Xiaomi treibt die eigenen KI-Funktionen nicht ganz so aggressiv voran wie einige Konkurrenten, was ich sehr angenehm finde. Dennoch ist Google Gemini Live mit Camera Share bereits vorinstalliert. Die KI-Werkzeuge von Xiaomi 17 helfen bei Aufgaben wie der Anpassung des Schreibstils, bei der Zusammenfassung von Dokumenten oder bei der Bildbearbeitung.
Dazu gehören etwa Funktionen wie KI-Outpainting oder das Entfernen von Spiegelungen. Die Ergebnisse wirken zwar nicht ganz so sauber wie bei Samsung, sind aber meist besser als bei Lösungen von Apple.
Als Flaggschiff von Xiaomi bietet das Smartphone außerdem die besten Update-Versprechen des Herstellers. Das Xiaomi 17 erhält fünf neue Android- oder Systemgenerationen sowie sechs Jahre Sicherheitsupdates.
Das ist ein solider Wert, auch wenn Wettbewerber wie Apple, Google und Samsung teilweise längere Updatezeiträume für viele ihrer Geräte anbieten. Für Nutzer, die Ihr Smartphone lange verwenden wollen oder auf einen hohen Wiederverkaufswert achten, ist das ein wichtiger Faktor.
Preis & Verfügbarkeit
Obwohl die Xiaomi 17 Serie bereits am 25. September 2025 in China vorgestellt wurde, mussten internationale Käufer bis jetzt auf den globalen Marktstart warten. Hier hat sich Xiaomi mehr Zeit gelassen als bei den Vorgänger-Generationen.
Mit 12 Gigabyte RAM und 512 Gigabyte internem Speicher kostet das Xiaomi 17 bei Amazon aktuell 1.099 Euro. Mit 256 Gigabyte internem Speicher ist das Xiaomi 17 direkt beim Hersteller für 999,90 Euro erhältlich.
Wenngleich Sie sich für die große Speicher-Variante entscheiden, liegt das Xiaomi 17 noch 200 Euro unter dem iPhone 17 Pro und dem Pixel 10 Pro.
Weitere Alternativen finden Sie in unserem Test der aktuell besten Smartphones.
Fazit
Wenn Sie auf der Suche nach einem kompakten Flaggschiff sind, gibt es derzeit kaum ein Smartphone, das so viel Leistung und Ausstattung fürs Geld bietet wie das Xiaomi 17. Das Samsung Galaxy S26 punktet zwar mit einer eleganteren Benutzeroberfläche und längerer Softwareunterstützung, schwächelt aber bei Akku und Ladegeschwindigkeit.
Ähnlich verhält es sich beim iPhone 17 Pro: Es überzeugt mit besseren Videoaufnahmen, einer stabilen Software und längerem Support, bietet dafür jedoch weniger Leistung und einen kleineren Funktionsumfang als das Xiaomi.
Das Google Pixel 10 Pro ist ebenfalls eine starke Alternative, startet aber bei 1.099 Euro, wofür Sie nur 128 Gigabyte Speicher bekommen. Das wirkt für ein Flaggschiff dieser Klasse etwas knapp bemessen.
Foundry | Alex Walker-Todd
Es gibt zwar einige Punkte, in denen das Xiaomi 17 noch Luft nach oben hat, doch das sind alles eher kleinere Kritikpunkte, die den Gesamteindruck nicht wirklich trüben. Dazu gehören etwa 4K-Aufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde in Dolby Vision, ein Display mit noch größerer Helligkeitsspanne nach oben und unten, ein längerer Telezoom sowie ein umfassenderer Schutz mit höheren IP-Zertifizierungen.
Auch bei der Softwareunterstützung und einer noch eigenständigeren Benutzeroberfläche gibt es Potenzial für Verbesserungen.
Das sind alles Bereiche, in denen der Nachfolger des Xiaomi 17 zulegen könnte. Für sich genommen mindert jedoch keiner dieser Punkte die insgesamt sehr starke Leistung des aktuellen Modells.
Technische Daten
- Android 16 mit HyperOS 3
- 6,3 Zoll 19,6:9 1,5K (2.656 × 1.220 Pixel) 1–120 Hz LTPO-AMOLED-Display
- Ultraschall-Fingerabdrucksensor im Display
- Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5-Chipsatz
- 12 GB RAM (LPDDR5X)
- 256 GB oder 512 GB Speicher (UFS 4.1)
- Kameras:
- 50 MP, entspricht 23 mm, 1/1,31 Zoll, f/1,67, Xiaomi Light Fusion 950 Hauptsensor mit OIS und 1G 6P Hybridobjektiv
- 50 MP, entspricht 17 mm, 1/2,88 Zoll, f/2,4 OV50M 102º Ultraweitwinkel-Sensor mit 1,22 μm 4-in-1-Pixelgröße
- 50 MP, entspricht 60 mm, 1/2,75 Zoll, f/2,0 Samsung ISOCELL JN5 2,6-facher schwimmender Teleobjektivsensor mit OIS
- 50 MP, entspricht 21 mm, 1/2,88 Zoll, f/2,2, OV50M, 90º-Frontsensor
- Videoaufzeichnung mit bis zu 4K bei 60 fps Dolby Vision
- Stereo-Lautsprecher
- Dual-SIM
- Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac/6/7
- Bluetooth 6.0
- 6.330 mAh Xiaomi Surge-Akku
- 100 W kabelgebundenes HyperCharge-Laden, Unterstützung für 100 W über PPS-Standard
- 50 W kabelloses HyperCharge
- 22,5 W kabelloses Reverse-Laden
- Xiaomi Guardian Structure
- Xiaomi Shield Glass 3.0
- IP68-zertifiziert
- 151,1 × 71,8 × 8,06 mm
- 191 g
- Farben: Schwarz, Ice Blue, Alpine Pink, Venture Green
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