Windows 11 26H2: Diese Verbesserungen lohnen sich wirklich
Windows 11 26H2 folgt dem Modell eines Enablement-Pakets und baut technisch auf der Version 25H2 auf. Ein Enablement-Paket ist ein kleines Funktions-Update, das keine vollständige Neuinstallation des Betriebssystems auslöst. Microsoft nutzt dieses Verfahren, um bereits vorhandene, aber bislang deaktivierte Funktionen freizuschalten, die zuvor über reguläre monatliche Updates in das System gelangt sind.
Das Enablement-Paket ändert im Kern die Versionskennung von Windows und aktiviert diese Funktionen gesammelt, ohne Systemdateien umfassend zu ersetzen oder bestehende Anwendungen und Einstellungen anzutasten. Der Installationsprozess dauert nur wenige Minuten und entspricht technisch eher einem kumulativen Update als einem klassischen Feature-Upgrade.
Das Update zu 26H2 verändert die Versionskennung ohne Neuinstallation und verlängert den Supportzeitraum um 24 Monate für Consumer-Editionen sowie um 36 Monate für Business-Editionen. Funktionsänderungen erreichen Systeme bereits über monatliche Updates für 25H2 und gehen anschließend unverändert in 26H2 über.
Ein signifikanter Funktionszuwachs zeigt sich vor allem bei Systemen, die von älteren Versionen wie 23H2 migrieren. Der Rollout orientiert sich am bekannten Zeitfenster Ende September bis Anfang Oktober 2026. Wer am Insider-Programm teilnimmt, erhält die neuen Funktionen natürlich vorab als Testversion.
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Copilot-basierte Suche auf der Taskleiste
Die klassische Windows-Suche erhält eine optionale Ablösung durch „Ask Copilot“. Die Aktivierung erfolgt in den Taskleisteneinstellungen unter “Personalisierung”. Nach der Aktivierung öffnet sich ein kompaktes Suchfenster mit direktem Zugriff auf Anwendungen, Dateien und Systemeinstellungen. Die technische Basis bleibt der vorhandene Windows-Suchindex.
Thomas Joos
Copilot interpretiert zusätzlich Absichten des Nutzers und verknüpft Suchanfragen mit passenden Einstellungen, etwa bei Helligkeits- oder Anzeigeparametern. Die Oberfläche verzichtet auf Bing-Einblendungen und reagiert spürbar direkter.
Eine spätere Erweiterung umfasst Datei- und Bild-Uploads sowie Copilot Vision, das Inhalte geöffneter Anwendungen einbezieht. Ohne Aktivierung verbleibt die bekannte Windows-Suche unverändert auf der Taskleiste. Copilot greift nicht auf lokale Daten zu, solange keine Dateien explizit übergeben werden.
Datei-Explorer mit überarbeiteter Kontextstruktur
Der Datei-Explorer erhält eine restrukturierte Kontextlogik mit verschachtelten Menüs zur Reduktion der sichtbaren Einträge. Aktionen wie Komprimierung, Pfadkopie oder Bildrotation gruppieren sich unter „Manage file“.
Bildbezogene Funktionen wie Hintergrundzuweisung oder Drehung erscheinen ebenfalls gebündelt. Komprimierungsformate stehen in einem weiteren Untermenü zur Auswahl. Onedrive-bezogene Optionen rücken in einen eigenen Bereich. Einzelne Befehle wie „Ask Copilot“, „Edit with Clipchamp“, „Edit in Notepad“, „Edit in Paint“ und Microsoft Photos erscheinen weiterhin mehrfach. Eine kontextabhängige Priorisierung über ML erfolgt nicht.
Parallel arbeitet Microsoft an einer dunklen Darstellung des Eigenschaften-Tabs im Datei-Explorer. Ergänzend wird eine Hintergrundvorladung des Explorers zur Beschleunigung des Starts getestet, die sich in den Ordneroptionen deaktivieren lässt.
Copilot-Integration im Datei-Explorer
Dazu kommt eine tiefere Copilot-Einbindung im Datei-Explorer. Geplant ist ein andockbares Seitenpanel in Nähe der Detail- und Vorschauansichten mit optionalem Auskoppeln in ein separates Fenster. Im Unterschied zur aktuellen Weiterleitung von Dateien an die Copilot-App agiert Copilot direkt im Dateisystem und erlaubt dialogbasierte Interaktionen mit Ordnern und Dateien.
Thomas Joos
Das seit Jahrzehnten unveränderte Ausführen-Fenster erhält eine WinUI-basierte Variante mit Mica-Hintergrund, vergrößertem Eingabefeld und einer Befehlsübersicht oberhalb der Eingabe. Die Aktivierung erfolgt in den Systemeinstellungen im erweiterten Bereich. Nach der Aktivierung blendet das System die klassische Variante aus.
Die neue Oberfläche zeigt passende Anwendungen inklusive Icons bereits während der Eingabe. Parallel testet Microsoft einen Dunkelmodus für das klassische Ausführen-Fenster. Beide Varianten koexistieren optional.
Rückkehr der Agenda im Benachrichtigungscenter
Die Agenda-Ansicht kehrt in das Benachrichtigungscenter zurück und bindet sich an Outlook an. Nach der Anmeldung synchronisieren Termine automatisch und erscheinen in der Kalenderansicht von Win + N. Die Implementierung nutzt WebView2 und belegt über 100 MB RAM. Die Ansicht erlaubt den Beitritt zu Meetings und die Anzeige aktueller Termine in Echtzeit. Eine Copilot-Schaltfläche ergänzt die Oberfläche.
System Monitor als integrierte Sicherheitskomponente
Der Sysinternals System Monitor wird direkt in Windows 11 integriert. Die Komponente stammt aus der externen Sysinternals-Suite und protokolliert Systemereignisse für Threat Detection. Ereignisse landen in der Windows-Ereignisdatenbank und lassen sich über eigene Konfigurationsdateien filtern. Die Aktivierung erfolgt optional über die Windows-Features oder per Kommandozeile. Ein Neustart entfällt.
Kameraeinstellungen und Emoji-Update
Die Kameraeinstellungen werden um Schwenk- und Neigesteuerung für unterstützte Hardware erweitert. Die Optionen erscheinen in den Einstellungen unter “Bluetooth und Geräte” bei den Kamera-Grundeinstellungen. Die Oberfläche zeigt derzeit noch Inkonsistenzen bei der Fensteranpassung. Parallel führt Microsoft Emoji Version 16.0 mit neuen Symbolen ein.
Thomas Joos
Gaming-Modus mit Xbox-Vollbildoberfläche
Ein optionaler Vollbildmodus ersetzt die Desktop-Oberfläche durch ein controllerorientiertes Dashboard auf Basis der vorhandenen Xbox-Apps. Die Aktivierung erfolgt in den Gaming-Einstellungen. Der Modus reduziert Hintergrundprozesse und spart Systemressourcen, was sich auf Spieleleistung und Akkulaufzeit auswirkt.
Ein Neustart aktiviert die neue Oberfläche. Der Wechsel zurück zum Desktop erfolgt über die Windows-Taste. Für produktive Arbeit empfiehlt sich die Deaktivierung vor dem Neustart.
Agentische KI-Funktionen im System
In den KI-Komponenten der Einstellungen erscheint ein experimenteller Bereich für agentische Funktionen. Anwendungen wie Copilot übernehmen automatisierte Aufgaben rund um Dateiorganisation, Terminplanung oder E-Mail-Versand. Die Funktion bleibt deaktiviert, bis Sie diese einschalten und nutzen.
Thomas Joos
Fehlerkorrekturen und Detailverbesserungen
Aktuelle Windows-Builds beheben außerdem visuelle Störungen bei automatisch ausgeblendeter Taskleiste, den unerwarteten Neuaufbau von Desktop-Symbolen sowie Darstellungsprobleme bei Anmeldefenstern der Windows-Sicherheit. Datei-Explorer-Anpassungen verbessern Barrierefreiheit, erlauben benutzerdefinierte Ordnernamen und ergänzen Tooltips bei Favoriten.
Ein Fix adressiert Anwendungs-Hänger bei Dateioperationen mit Onedrive und Dropbox sowie Probleme mit Outlook-Konfigurationen, die PST-Dateien in Onedrive ablegen. Voice Access erweitert die Sprachunterstützung um die Niederlande.
Discussion in the ATmosphere