Verkaufsstopp: Darum können Sie keine PCs oder Laptops von Acer und Asus mehr kaufen
Die beiden Hardware-Hersteller Acer und Asus dürfen in Deutschland ab sofort keine Laptops und Desktop-PCs mehr verkaufen. Das hat ein Münchner Gericht im Januar entschieden, wie die Seite Juve Patent berichtet.
Anlass für diese Entscheidung war offenbar ein Patentstreit mit Nokia. Das Unternehmen hatte Ansprüche gegen Acer, Asus und auch Hisense geltend gemacht, die insgesamt drei Patente zur Video-Codierung betreffen. Die drei Unternehmen sollen gegen die Patente verstoßen haben, insbesondere das Patent EP2661892 zur Codierung von h.265-Videos (oder auch HEVC-Videos) führte nun zum Verkaufstopp.
Das Gericht entschied, dass Acer und Asus die Patente nicht weiter verletzen dürfen, ergo keine Laptops oder Desktop-PCs verkaufen, die die Methode nutzen. Hisense hatte sich dazu entschieden, für die genutzten Patente zu bezahlen, während Acer und Asus die Entscheidung anfechten.
Auf der Webseite von Acer Deutschland sieht man bereits die Folgen dessen, denn der Online-Shop ist aktuell nicht erreichbar wegen Wartungsarbeiten. Vermutlich, um das Angebot entsprechend der gerichtlichen Vorgaben anzupassen (zumindest vorübergehend).
Acer ließ uns auf Anfrage folgendes Statement zukommen:
Acer respektiert geistiges Eigentum anderer Unternehmen und Organisationen. Gemäß einem Urteil des Landgerichts München I (Az. 7 O 4100/25 vom 22. Januar) zwischen Nokia und Acer mussten wir unsere Vertriebsmaßnahmen in Deutschland für betroffene Produkte vorübergehend einstellen. Gleichzeitig prüfen wir den Einsatz weiterer rechtlicher Mittel, um schnellstmöglich eine faire Lösung zu erreichen. Solange das Verfahren läuft, können wir keine weiteren Details kommentieren. Zahlreiche Produktkategorien wie Monitore, Router, E-Scooter und Zubehör bleiben von dem Urteil unberührt und sind verfügbar.
Was bedeutet das für Käufer?
In nächster Zeit wird es wohl deutlich schwieriger werden, Laptops und PCs der beiden Hersteller zu kaufen. Sowohl Acer als auch Asus wollen offenbar Berufung gegen das Urteil einlegen, Acer bereitet zudem eine eigene Klage gegen Nokia wegen der Nutzung einer nicht näher genannten, drahtlosen Kommunikationstechnologie vor.
Solange die Situation nicht abschließend geklärt ist, lässt sich schwer einschätzen, wann Acer und Asus wieder Laptops und Desktop-PCs in Deutschland vertreiben dürfen. Käufer können zwar momentan noch auf andere Shops wie Amazon ausweichen, doch wie lange die Geräte dort noch erhältlich sind, ist unklar.
Es ist nicht das erste Mal, dass ein verlorener Patentstreit gegen Nokia zum vorübergehenden Verkaufsstopp eines Produkts führte. Im September 2024 verlor Amazon vor Gericht gegen Nokia und musste seine Fire-TV-Sticks anpassen, ein späteres Urteil im Jahr 2025 betraf sogar ganz Prime Video. 2023 sorgte Nokia sogar für einen deutschlandweiten Verkaufsstopp der Marke OnePlus. 2019 verklagte Nokie zudem Daimler aufgrund von Mobilfunktechniken, die in bestimmten Fahrzeugen eingebaut wurden. Die meisten dieser Verfahren werden vor dem Landgericht München I ausgetragen, da dieses Gericht als eine der führenden, international anerkannten Kammern für Patentstreitigkeiten gilt.
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