Aller guten Dinge sind drei?
Gummersbacher Straße 26
Die Menschen räumten am 31. Mai 2023 das selbstorganisierte und -verwaltete Wohnprojekt weil die GAG Immobilien AG dort 80 öffentlich geförderte Wohnungen errichtet. Was man in dem Zusammenhang allerdings kritisieren darf ist der Umgang der städtischen Verwaltung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des OMZ. Man muss auch fragen inwiefern gewährleistet ist das diese bei der Belegung der Wohnungen (Fertigstellung im Herbst diesen Jahres) berücksichtigt werden.
Zusammenhang mit anderen Debatten?
Man muss die Ereignisse vor, beziehungsweise nach der Räumung des ehemaligen OMZ in der Gummersbacher Straße im Zusammenhang mit anderen öffentlichen Diskussionen betrachten. Neumarkt und Suchthilfezentrum. Aus Sicht mancher zunehmende Verwahrlosung der Stadt. Überwindung der Obdachlosigkeit. Selbstverständlich ist der Streetwork-Abschlussbericht Juni 2018 - Mai 2019 nachwievor relevant, auch wenn er Jahre zurückliegt.
An den Gründen wegen derer Obdachloser die Angebote nicht annehmen änderte sich seit 2020 nichts. Was sich auch nicht änderte ist, dass sowohl die städtische Verwaltung als auch die politischen Gremien nicht mit den Menschen die auf der Straße leben reden, sondern über sie. Insofern können genannte weder sachliche Debatten führen, geschweige denn entsprechende Entscheidungen treffen.
Was muss sich ändern?
Debatten darüber, ob man das Ziel, die Überwindung der Obdachlosigkeit bis 2030, in Köln erreicht braucht man nicht führen. Es ist so offensichtlich das die Stadt das verfehlt. Unumstritten ist auch, dass die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum für alle ein Baustein bei der Überwindung von Obdach- und Wohnungslosigkeit ist.
Wenn man ernsthaft nachhaltige Lösung will muss man zu den Grundlagen jedweder Kommunikation zurückkehren, die unsägliche und verfassungswidrige Ausgrenzung von Suchtkranken und Obdachlosen von Debatten und Entscheidungsfindungen beenden und vor allem ein, strukturiert vorgehen.
Das es trotz bestehender Angebote für Menschen, die auf der Straße leben, viele gibt die diese aus Gründen nicht nutzen und die Gründe weswegen sie dies tun, ist der Stadt Köln und den Ratsfraktionen seit wenigstens sechs Jahren bekannt. Insofern muss der nächste Schritt sein das man diese dahingehend nachbessert, dass sie sich an den tatsächlichen Bedarfen und Wünschen der Menschen orientieren. Beispielsweise Umstellung der Belegung in den Unterkünften von Mehr-Bett-Zimmern auf Einzelzimmer.
Discussion in the ATmosphere