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Regensburg Halbmarathon 2026

raincastle.blog | raincastle.blog [Unofficial] May 22, 2026
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Für den Frühjahr 2026 hatte ich mir als Ziel mal wieder einen Halbmarathon vorgenommen. Die letzten Jahre, seit COVID und der Geburt der Kinder, waren vor allem von kürzeren Distanzen (5k, 10k) geprägt, um mich langsam wieder an den Halbmarathon ranzutasten. Da der Herzogstadtlauf in Straubing dieses Jahr Mitte Juni stattfindet und ich, um ehrlich zu sein, etwas Bedenken wegen der Hitze hatte/habe, habe ich mich für den Regensburg Halbmarathon am 17. Mai entschieden, auch, weil mein Kumpel Michi mich dazu motiviert hat bzw. mich gefragt hat ob ich mit ihm dort laufen will.

Zur Vorbereitung setzte ich wieder auf meinen selbst gebauten Trainingsplan nach Nanozyklen. Zum Jahreswechsel hatte ich meinen Stryd Powersensor auf die neueste Version 5 upgedated und die Wattwerte waren ab diesem Zeitpunkt ca. 10% höher als vorher, ein Umstand er sich mit der Zeit von selbst erledigen sollte (Spoiler: hat er nicht…). Ich begann also am 25.01. mit den Trainingsplan und baute auch das Rudern regelmäßig ein. Im Gegensatz zu den letzten Jahren, waren wir im Januar und Februar kaum krank und so konnte ich das Training bis Ostern gut durchziehen, ich erspare euch die Zahlen aber weiter unten könnt ihr das Trainingslog sehen. Dort seht ihr dann auch, dass die Läufe ab April (also Ostern) etwas spärlicher werden. Zum einen war der Kindergarten über Ostern geschlossen, also sind meine morgendlichen Läufe leider ausgefallen zum anderen musste ich Mitte April auf eine Konferenz und danach plagte mich noch eine Woche ein hartnäckiger Husten, den ich mir wohl dort eingefangen hatte. Dies kostete mich in Summe 6 Läufe und einige Kilometer. Rechtzeitig zum Tapering war ich dann aber wieder fit.

Prognosen

Das hieß aber auch, dass ich die längeren Threshold-Intervalle bzw. Testläufe canceln musste, was für die Form vermutlich nicht viel ausgemacht hat, aber die Datenbasis für die Prognosen war dadurch etwas dünn. Das schlug sich dann auch in den Prognosen nieder. Normalerweise, stimmt zumindest meine eigenen Prognose immer recht gut auf 1-2 Minuten mit der Wettkampfleistung überein, diesmal prognostizierte mir Stryd eine 1:45:49, Strava eine 1:48:58 und meine eigene Analyse 1:46:18. Vom Gefühl her waren diese Zeiten aber 5 Minuten oder ca. 5% zu langsam, was mich vor dem Wettkampf etwas verunsicherte. Ich war mir von den Threshold-Intervallen eigentlich relativ sicher zwischen 4:30 und 4:45 laufen zu können. Daher setzte ich mir als Ziel die 100 Minuten angreifen zu wollen.

Rennen

Der Marathon in Regensburg startet dankenswerterweise immer schon um 8:30, aber die Hitze war dieses Mal wirklich kein Problem. Es waren optimale Bedingungen. Zum Start waren es 8-10 Grad und es kam gerade die Sonne raus zum Finish waren es dann ca. 16 Grad. Da ich, wie oben erwähnt, mir über meine CP nicht sicher war, wollte ich diesmal nach Pace laufen und mich zwischen 4:30 und 4:45, je nach Gefühl, einpendeln. So startete ich also los und als sich das Feld etwas sortiert hatte, konzentrierte ich mich darauf, auf den ersten 5km vorallem locker zu laufen. Das gelang mir auch ganz gut und der erste Trip durch die Altstadt verlief gut.

Ein wenig bammel habe ich in Regensburg immer vom Mittelteil des Rennes. Dort geht es aus der Stadt Richtung Osten zur Teststrecke und die Straubinger Straße dorthin ist breit, bietet keinen Schatten und ist im allgemeinen mental sehr anstrengend, da es dort auch kaum Zuschauer gibt. Dieses Mal war kaum anders, ich versuchte mich einfach auf meine Pace zu konzentrieren, auch wenn sich langsam mein Piriformis oder oberer Gesäßmuskel meldeten. Die Teststrecke ist dann immer besonders eklig, knapp nach der Hälfte des Rennens fühlt man sich dort wie eine Schnecke, breite Straße, und wenig zur Orientierung. Bei 10km lag ich mit 45:51 voll im Plan. Zurück ging es dann wieder Richtung Innenstadt in die man dann ab Kilometer 16 lief und dort die volle Motivation der Zuschauer genießen konnte. Nachdem es mir ab ca. Kilometer 15 aus dem Gesäß leicht in die seitlichen Oberschenkel zog, war mir dieser Motivationsschub ganz recht und ab 5km vor Ziel begannen dann auch die Rechenspielchen in meinem Kopf: “Immer schön unter einem 5er Schnitt bleiben, dann wird es was mit der Zeit unter 100 Minuten”.

Als ich dann aus der Stadt wieder rauslief, stimmten aber die Kilometermarker des Halbmarathons nicht mehr mit denen des Marathons überein, irgendwo wurde da ein Fehler eingebaut bzw. eine Markierung ausgelassen, denn Kilometer 18 war auf einmal kurz nach Kilometer 38 und nicht 39. Das hielt mich aber gut beschäftigt, denn nach der Innenstadt explodierten meine Waden und ich musste richtig kämpfen. Das Ziel blieben aber die 5 min/km und die konnte ich auch die meiste Zeit halten und mich den Weinweg entlang ins Ziel kämpfen. Das zeigt mir mal wieder, dass mir das viele sitzen im Job zu schaffen macht und ich mehr Krafttraining für die Beine brauche bzw. ich das Rudern im März und April zu sehr schleifen lassen habe. Hier kurz die Zwischenzeiten der einzelnen 5km Abschnitte:

  • 0-5: 273W, 4:34/km, 22:52
  • 5-10: 269W, 4:41/km, 23:24
  • 10-15: 267W, 4:44/km, 23:42
  • 15-21: 266W, 4:47/km, 23:55 (15-20km)

Am Ende konnte ich den Halbmarathon in 1:38:47 finishen und wenn man die Prognosen von oben heranzieht, kann ich damit wohl ganz zufrieden sein. Da zahlt sich die fast 20-jährige Lauferfahrung aus, und ich weiß ganz gut, wenn die Daten nicht 100% stimmen und das Gefühl was anders sagt. Der letzte Halbmarathon war 2018 in Stockholm und dort bin ich 1:32 gelaufen, da habe ich also über die letzten Jahre 6 Minuten verloren, man wird eben nicht jünger…

Ausblick

Mein Blick richtet sich nun wieder Richtung Trails. Vor allem den Büscherl Trail Anfang Juli hab ich ins Auge gefasst. Mal sehen ob sich das ausgeht. Außerdem findet der Herzogstadtlauf Mitte Juni statt, sollte es da nicht zu heiß sein, werde ich da spontan noch die 10km-Strecke laufen. Sonst habe ich tatsächlich für den Rest des Jahres aktuell noch keine Pläne.

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