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  "description": "Durch ein ein taz-interview heute (Arnold, 2026) bin ich auf Guido Arnold gestoßen, der von rechten Hetzmedien für die Anschläge der Vulkan-Gruppe verantwortlich gemacht wird. Arnold sagt ein paar intelligente Dinge, z.B. zu Technologien wie der „künstlichen Intelligenz“:\n\nNatürlich kann sich aus unseren Analysen der Wunsch ableiten, ins Handeln zu kommen – weil wir ansonsten vor einer antidemokratischen Zukunft stehen. Und wenn wir sehen, mit welcher Geschwindigkeit diese Entwicklung voranschreitet, ist doch klar, dass wir diese technokratische Zukunftsideologie sabotieren müssen. Aber das bedeutet nicht zwingend an brennende Rechenzentren zu denken.\n\n […]",
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  "publishedAt": "2026-04-10T10:21:52.000Z",
  "site": "https://wittenbrink.net",
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    "GuidoArnold",
    "Klimanotstand",
    "ein taz-interview heute",
    "Guido Arnold",
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  "textContent": "Durch ein ein taz-interview heute (Arnold, 2026) bin ich auf Guido Arnold gestoßen, der von rechten Hetzmedien für die Anschläge der Vulkan-Gruppe verantwortlich gemacht wird. Arnold sagt ein paar intelligente Dinge, z.B. zu Technologien wie der „künstlichen Intelligenz“:\n\n> Natürlich kann sich aus unseren Analysen der Wunsch ableiten, ins Handeln zu kommen – weil wir ansonsten vor einer antidemokratischen Zukunft stehen. Und wenn wir sehen, mit welcher Geschwindigkeit diese Entwicklung voranschreitet, ist doch klar, dass wir diese technokratische Zukunftsideologie sabotieren müssen. Aber das bedeutet nicht zwingend an brennende Rechenzentren zu denken.\n\nIch kannte Arnold bisher nicht. Ich habe jetzt seinen Aufsatz _Klimatechnologischer Kollaps_ (Arnold, 2023) von 2023 gelesen, dessen Kernargument ich sehr überzeugend finde: Um zu verhindern, dass die Unlösbarkeit von Krisen zu radikalen Veränderungen führt, werden technologische Lösungen propagiert und durchgesetzt, die die versprochene Lösungen in eine – illusionäre – Zukunft verschieben und die Krisen noch verschärfen. Sie blockieren nicht nur Lösungen, sondern schaffen zusätzliche Risiken.\n\nGuido Arnold nimmt Argumentationen aus der Klimaforschung und der Klimabewegung auf, gibt ihnen aber eine eigene technologiekritische Wendung. Wenn ich es richtig sehe, dann ist Arnold bei der Diskussion des ökologischen Overshoots vor allem durch eine Technologiekritik relevant, die Technologie nicht auf andere Bereiche (Wirtschaft, gesellschaftliche Machtverhältnisse) reduziert, aber sie auch nicht als autonom versteht.\n\nDer Aufsatz ist nach drei Jahren noch aktueller als 2023 – nicht nur weil der _Endzeiten-Faschismus_ (Klein, Taylor), mit dem sich Arnold seit Jahren auseinandersetzt, fortschreitet: In den Debatten über den „Overshoot“ ist es wichtig, technologische Lösungen und Scheinlösungen auch aus der Perspektive einer nicht auf die Klimaproblematik begrenzten Technokratie-Kritik zu diskutieren, um ihre Risiken beurteilen und die sie legitimierenden Diskurse dekonstruieren zu können.\n\nArnold, G. (2023). Klimatechnologischer Kollaps. _DISS-Journal_ , _45_ , 32–35. https://diss-duisburg.de/2023/06/klimatechnologischer-kollaps/\n\nArnold, G. (2026, April 9). _Vorwurf Vulkangruppen-Vordenker: „Im engeren Sinne ist das Bullshitting“_ (K. Litschko, Interviewer) [Die Tageszeitung (taz)]. https://taz.de/Linksaktivisten-gegen-Nius/!6169554/",
  "title": "Guido Arnold zu Technokratie und Overshoot"
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