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Die Gretchenfrage – Sag, wie hälts Du es mit der AI

did:plc:7ev2dekbcbn443ccb5fqleks June 8, 2026
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Ich denke, es wird langsam Zeit, mal Stellung zum Thema AI zu beziehen. Wie stehe ich dazu? Nutze ich AI? Wie nutze ich AI? Wohin wird die Reise gehen?

Nutzt der Troll AI für den Blog?

Ja. Als Werkzeug.

Meine ganzen englischsprachigen Beiträge und Dateien lasse ich von DeepL übersetzen. Natürlich könnte ich das mit meinen Englischkenntnissen auch selbst versuchen, das würde aber, je nach Umfang des Materials, 2-3 Tage dauern. Die Zeit nutze ich lieber, mich schon ins nächste Thema einzuarbeiten. Auch könnte ich eine menschliche Übersetzerin bezahlen, doch ich will ja kein Geld mit meinem Zeug verdienen und möglichst auch nicht ein Vermögen (jenseits der Regelbücher und Abenteuer) ins Hobby stecken.

Seit etwa Januar jage ich jeden Beitrag, den ich hier veröffentliche, durch den Copiloten. Ich möchte wissen, welche Sprachlichen Mittel ich nutze, wo ich etwas unklar formuliert habe, ob ich meine Zielgruppe erreiche (und was meine Zielgruppe sein könnte), wo meine Stärken und Schwächen sind und ob der Troll-Touch, meine persönliche Note, durchscheint. Ich bin eigentlich ein getarnter Hauptschüler, zu meinem Abitur kam ich über den beruflichen Bildungsweg, was heißt, ich habe, vor allem in Deutsch, so meine Schwächen. Nomen hat man mir unter dem Begriff Hauptwörter beigebracht, der Dativ ist für mich der WEN-Fall, Sprachanalyse für mich ein Graus und von Gedichtinterpretation brachen wir gar nicht erst zu reden (richtig gut war ich immer im Argumentieren und Schachtelsätze schreiben, letzteres versuche ich, soweit es, unter den gegebenen Umständen, geht, seit meiner Zusatzqualifikation Sonderpädagogik, zu vermeiden). Wenn ich hier also AI einsetze, dann als Werkzeug, um nochmal von einer Metaebene auf meinen Blogbeitrag zu schauen. Nein, solche Sachen wie Metaphern im Text oder bestimmte Tonalitäten plane ich nicht beim Schreiben, das geschieht bei mir intuitiv. Ich könnte auch die Dinger nicht in meinen Texten benennen, abgesehen davon, dass ich da betriebsblind werde, wenn ich meine eigenen Texte durcharbeiten müsste. Hier ist die AI tatsächlich ein Werkzeug, dass mir bei meiner Weiterentwicklung hilft. Was ich aber nicht in meine Texte einbaue sind die Vorschläge zur Textoptimierung, die mir die AI immer macht. Mein Text ist mein Text und der ist perfekt, so wie er ist. Ich möchte nur wissen, wie er ist.

Ich habe in einem Produkt auch AI-generiete Grafiken eingebaut. In 400 rühige Jahre in unserem Kloster sind Icons drin, die mit AI erstellt wurden. Die Icons waren eine Idee unseres Schulpfarrers, dem ich das Rollenspiel zugesendet habe und der meinte, mit denen könne man sich besser orientieren. Ich hätte die auch selber machen können (was Zeit gefressen hätte) oder jemanden beauftragen (was Geld gekostet hätte), aber das stand imho nicht im Verhältnis zu dem, was die Icons im spiel bieten sollen (zumal die nur an wenigen Stellen auftauchen). Auch plane ich manche Bilder, die ich so zeichne, mit AI vor. Das Titelbild zur Beutelschneider-Anthologie war beispielsweise ein Produkt eines dreiteiligen Entstehungsprozesses. Schritt 1 war tatsächlich ein AI-Bild, bei dem es mir vor allem erst mal um die grobe Komposition des Bildes ging. Schritt 2 war dann, dieses Bild nachzuzeichnen und zu kolorieren, in Schritt 3 habe ich dass Bild nochmals gezeichnet und den unteren Teil verändert. Statt einer mittelalterlichen Straße voll Tavernen sieht man jetzt eine Raumstation mit einem Schleim-Alien.

Wie ein gutes Werkzeug von Zeit zu Zeit überprüft werden muss, ob es noch funktioniert oder ob es mittlerweile besseres gibt, so nutze ich AI auch zum spielen und lass mir von Zeit zu Zeit mal Abenteuer oder Räume erstellen, nur um die dann mit meiner Arbeit zu vergleichen oder besser nachzubauen. Der Bereich ist tatsächlich das, was mich bisher am meisten an der AI enttäuscht hat. Sie mag zwar genial im analysieren von Texten sein und auch einigermaßen sinnvolle Texte erstellen, doch sobald es in die Tiefe geht oder Fantasie und Kreativität gefordert sind, beißt es aus. Die Ergebnisse solcher Tests veröffentliche ich hier auf meinen Blog, doch AI-Abenteuer werden nicht in meinem Downloadbereich auftauchen.

Wozu werde ich AI nicht nutzen?

Womit ich schon bei der Frage bin, was ich sicher nicht mit der AI machen werde. Ich werde keine Abenteuer per AI schreiben lassen. Alle Abenteuer, Artefakte oder Ideen entstammen meinem Hirn, meiner Inspiration, meiner Kreativität. Imho wird darin immer der Mensch die Maschine schlagen, vor allem wenn die Maschine ein Large Language Model nutzt. Die Arbeiten ja mit tausenden ausgewerteten Datensätzen und der Wahrscheinlichkeit, dass auf Wort A auch Wort B folgen wird. Sprich, per Definition wandelt so eine AI auf den ausgetretenen Pfaden der digitalen Fossilen vergangener menschlicher Kreativität. Neues, weardes, kreatives kann dabei nicht herauskommen.

Auch werdet ihr kein Rollenspiel-Produkt von mir bekommen, dass von AI gestreamlined wurde oder indem alle Rechtschreib- oder Grammatikfehler verschwunden sind.

Auch AI-Bilder wird es in meinen Publikationen nicht geben, zumindest keine frisch aus der Maschine. Wie oben beschrieben, mache ich da für Icons und Bilder, die von mir per Hand weiterbearbeitet wurden, eine Ausnahme. Menschliche Künstler sind mir aber wertvoller als AI jemals sein könnte. Ich nutze daher gemeinfreie Bilder oder Sachen, bei denen ich gefragt habe, ob ich sie verwenden kann oder, was man an der Qualität erkennen kann, meine eigenen Kritzeleien.

Was habe ich beim Einsatz der AI gelernt?

Wenn man mit Werkzeugen arbeitet, muss man auch lernen, welches Werkzeug für welches Problem geeignet ist. Will man eine Holzschraube in eine Latte bringen, kann man das mit dem Hammer machen, den Schraubendreher nutzen oder den Akkuschrauber einsetzten. Ans Ziel kommt man mit allen Methoden, mit dem Akkuschrauber geht es am leichtesten.

Für kreative, lustige, politische oder innovative Abenteuer ist das beste Werkzeug immer noch mein eigener Kopf (und die Sammlung an Rollenspielprodukten, Büchern und Filmen sowie Emotionen, die ich im Laufe meines Lebens konsumiert habe). Kein AI-Abenteuer konnte mich bisher überzeugen.

Was mir auch noch aufgefallen ist, ist, dass mein Copilot ein kleiner Jubelperser ist. Ok, für alle, die zu jung sind oder den Artikel später auf britisch English lesen (das richtige Englisch, nicht der komische Dialekt der glatthirnigen Bewohner einer ehemaligen Kolonie, die den schlechtesten Präsidenten der Welt ZWIMAL in Amt und… eigentlich Würden gewählt haben), sei der Begriff kurz erklärt, zumal er politisch wieder aktuell ist.

Am 2. Juni 1967 besuchte der Schah Reza Pahlevi zusammen mit seiner 3. Frau West-Berlin. Gegen diesen Beruf gab es einen riesigen Protest (nicht nur) von Studenten, da der Herrscher Persiens zunehmend autoritär regierte und Gegner foltern ließ. Es gab auch eine große Demo für den Schar, 150 Personen, die allesamt Geheimdienstmitarbeiter oder bezahlte Personen waren und dem Herrscher zujubelten. Jubelperser sind also bezahlte Claqueure, die einem Herrscher zujubeln.

Die Jubelperser sind dann im Anschluss gemeinsam mit der Polizei auf die Gegendemonstranten losgegangen, dabei starb Benno Ohnesorg durch die Kugel eines (von der Stasi als Informant geführten) Westberliner Polizisten, die Geburtsstunde der Deutschen Studentenbewegung der 68iger.

Nein, die AI ist noch nicht mit einem Totschläger auf mich losgegangen, sie jubelt mir aber fast schon unangenehm zu. Ich habe, im Rahmen eines Experiments, den Gleichen Text von einem mit anderen Texten trainierten Copiloten, von einem untrainierten ChatGPT und von Claude4.5 mit dem gleichen Prompt bewerten lassen. Lasst es mich so sagen… nicht gut fürs Ego. Was beim trainierten Copiloten 9,5 Punkte und der beste Blogbeitrag bisher war, bekam bei ChatGPT nur eine 7, bei Claude eine gute 8,5. Ich habe dann, weil mein Internet lagte, den gleichen Prompt in Claude mehrfach eingegeben und musste zuschauen, wie die Wertung langsam nach unten ging. 8,0, 7,5, 6,5… Jubelperser… die andere Seite der Geschichte.

Zudem ist mir aufgefallen, dass die AI fantasiert, sobald sie genügend Futter hat, von wo aus sie weiterschreiben kann. Das ist mir bei „In den Klauen des Dämons“ aufgefallen, den ich, weil die Datei so groß war, Absatz für Absatz in ChatGPT kopiert. Nun, einige Absätze habe ich nur zur Hälfte reinkopiert und erst nach der Übersetzung weitergemacht. Nach 4, 5 Absätzen, die ich so reinkopiert habe, erfand ChatGTP einfach die fehlenden Teile hinzu (in schlechterer Qualität, natürlich).

Was ist mein Fazit?

Ich verstehe die Sorgen von Kreativen, besonders von Künstlern und Schreibenden. AI hat da ganz viel ins Rutschen gebracht, vor allem im Bereich der Bilder. Jeder Honk kann nun ein Bild innerhalb von Minuten erstellen. AI-Fantasytexte schwemmen auf den Markt und selbst in unserer Nische des Rollenspiels gabs schon (wirklich üble) AI-Produkte.

Für mich persönlich ist AI ein Werkzeug, mit dem ich mich selbst hinterfragen kann und das ich hauptsächlich dazu nutze, meinen Content zu übersetzten, damit er einer breiteren Masse zugänglich ist. Den kreativen Teil meines Hobbys behalte ich mir und meiner Denkmurmel vor, da wird auch in Zukunft kein AI zum Einsatz kommen.

Für mich war wichtig, euch einen transparenten Blick hinter die Blogbeiträge und Produkte zu geben.

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